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MELDUNG/075: Nach langer Pause will es Gomez noch einmal wissen (SB)



Siege in rascher Folge sollen Weg zum Titelkampf ebnen

Inzwischen ist ein Jahr vergangen, seit Juan Carlos Gomez aus dem Hamburger Arena-Boxstall beim Versuch gescheitert ist, Vitali Klitschko vom Thron des WBC-Weltmeisters zu stoßen. Der Ukrainer durchkreuzte am 21. März 2009 vor 12.500 Zuschauern in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle die Pläne des Herausforderers, als erster Boxer kubanischer Herkunft Champion in der Königsklasse des Profilagers zu werden. Der "Schwarze Panther" konnte sich damals zwar in den ersten Runden beachtlich in Szene setzen, mußte sich aber mit zunehmender Dauer des Kampfes der Überlegenheit Klitschkos beugen. Der Ukrainer stellte sich immer besser auf seinen Gegner ein und dominierte den müde werdenden Herausforderer schließlich klar. Gomez bewies beachtliche Nehmerqualitäten, doch rettete ihn am Ende der siebten und achten Runde nur noch der Gong. Im neunten Durchgang brach Ringrichter Daniel van der Wiele den ungleichen Kampf ab, den Klitschko somit durch technischen K.o. gewann.

Fritz Sdunek, der mit Vitali Klitschko einen weiteren Sieg feiern konnte, zeigte sich angenehm überrascht von der guten Leistung des Kubaners. Der Trainer wußte, wovon er sprach. Er ist nicht nur der Großvater eines der sieben Kinder von Gomez, sondern betreute diesen auch während dessen Zeit beim Universum-Boxstall. Zudem ist Promoter Ahmet Öner der Schwiegersohn Sduneks. "Familie ist Familie, Kampf ist Kampf", wußte Sdunek Beruf und Privatleben durchaus zu trennen.

Wie Gomez auf der Internetseite seines Boxstalls unumwunden einräumt, sei Vitali einfach der bessere Mann gewesen. Er selbst habe damals sein Bestes gegeben. Vielleicht hätte die Vorbereitung noch besser gewesen sein können, doch spiele das jetzt keine Rolle mehr, da Klitschko gewonnen habe und das Thema abgehakt sei. Nun heiße es, sich wieder hinten anzustellen und an die Spitze heranzukämpfen. Viele Leute hätten geglaubt, er werde nach dieser Niederlage die Boxhandschuhe an den Nagel hängen. Er melde sich jedoch in der Absicht zurück, noch einmal um den Gürtel des Weltmeisters zu kämpfen.

Juan Carlos Gomez, der zwischen 1998 und 2001 WBC-Champion im Cruisergewicht war, braucht nun Kämpfe und natürlich auch Siege, um in der Rangliste aufzusteigen. Wenn der Arena-Boxstall am 27. März mit den Auftritten des WBA-Weltmeisters im Federgewicht, Yuriorkis Gamboa, und des Schwergewichtlers Steffen Kretschmann in der Sporthalle Hamburg gastiert, wird auch Gomez mit von der Partie sein, der gegen den Ukrainer Alex Mazikin antritt.

Dieser ist für den Kubaner kein unbeschriebenes Blatt, da die beiden einander vom Sparring kennen. Gomez hält den Ukrainer für einen sehr guten Boxer, gegen den er es nicht leicht haben werde. Da er jedoch an die Spitze zurückkehren wolle, müsse er einen Gegner dieses Formats klar besiegen. Promoter Ahmet Öner teilt diese Auffassung natürlich und hat nicht nur einen Sieg von Gomez gegen Mazikin fest eingeplant, sondern bereits zwei Wochen später in Schwerin den nächsten Auftritt vorgesehen: Am 9. April soll Gomez als Hauptkämpfer der folgenden Veranstaltung des Arena-Boxstalls in den Ring steigen.

Wie Öner darlegt, habe Juan Carlos Gomez nach seiner einjährigen Pause keine Zeit zu verlieren. Für den Kubaner gelte es nun, wieder in den Rhythmus zu kommen und sich der Aufgabe zu stellen. Er habe seinem Boxer deutlich gemacht, daß er entweder die Herausforderung noch einmal annehmen und schnell mehrere Kämpfe nacheinander absolvieren müsse oder seine Karriere beenden könne. Dem habe Juan zugestimmt und damit gezeigt, daß er es wirklich noch einmal wissen will.

Noch steht natürlich nicht fest, gegen wen Gomez in Schwerin antreten wird, doch macht es nach Öners Worten keinen Sinn, ihn gegen Fallobst boxen zu lassen. Der Kubaner könne nur dann in angemessener Zeit in der Rangliste aufsteigen, wenn er gegen namhafte Kontrahenten kämpft und sie besiegt. Daher werde man dafür sorgen, daß er einen Gegner von Format vor die Fäuste bekommt.

18. März 2010



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