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MELDUNG/084: Dominik Britschs erfolgreiches Debüt in den USA (SB)



Matt Berkshire unterliegt bereits in der zweiten Runde

In der Joe-Louis-Arena von Detroit gab Mittelgewichtler Dominik Britsch aus dem Berliner Sauerland-Boxstall sein Debüt in den USA. Während sich sein prominenter Teamkollege Arthur Abraham im Turnier der sechs weltbesten Supermittelgewichtler dem US-Amerikaner Andre Dirrell durch Disqualifikation in der elften Runde geschlagen geben mußte, konnte der Junioren-Weltmeister der IBF bei seinem Auftritt gegen Matt Berkshire einen überzeugenden Sieg feiern.

Sein 27jähriger Gegner aus Morgantown, West Virginia, stieg mit einer Bilanz von zehn Siegen und einem Unentschieden aus zwölf Profikämpfen in den Ring, während der ungeschlagene Schwabe mit 17 gewonnenen Kämpfen angereist war. Der 22 Jahre alte Neckarsulmer dominierte das Geschehen fast nach Belieben und schickte seinen Kontrahenten bereits in der ersten Runde mit einem linken Seithaken zu Boden. Nicht lange darauf fand sich Berkshire nach zwei Kombinationen und einem Haken erneut auf den Brettern wieder.

Berkshire, der 2008 wegen einer Gefängnisstrafe keinen Kampf bestritten hatte, eröffnete die zweite Runde offensiver, mußte aber sofort einen gefährlichen Jab einstecken, der ihn zum dritten Mal niederzwang. Der US-Amerikaner reklamierte schwer atmend einen Tiefschlag, doch der Ringrichter ließ den Körpertreffer gelten und brach den Kampf ab. Damit gewann der Schützling von Trainer Ulli Wegner bereits nach 1:52 Minuten der zweiten Runde durch technischen K.o. gegen einen überforderten Kontrahenten und feierte seinen 18. Sieg in Folge. "Es war ein Erlebnis in Amerika und in dieser Halle. Es hat alles super geklappt", freute sich der Schwabe nach seinem souveränen Sieg. "Ich habe nichts über den Gegner gewußt, aber er hatte ja erst einen Kampf verloren. Nach dem ersten Niederschlag nach meinem Cross war ich mir schon sehr sicher, mußte aber immer auf seine Schwinger achten."


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Yuriorkis Gamboa besiegt Jonathan Victor Barros

In der Sporthalle Hamburg hat Weltmeister Yuriorkis Gamboa seinen WBA-Titel im Federgewicht erfolgreich verteidigt. Der 28 Jahre alte Exilkubaner aus dem Arena-Boxstall setzte sich gegen den Argentinier Jonathan Victor Barros einstimmig nach Punkten durch (118:109, 118:109, 116:111). Damit blieb Gamboa, der allerdings erstmals über zwölf Runden gehen mußte, auch in seinem 18. Profikampf unbesiegt. Für seinen Gegner war es die erste Niederlage im 30. Profikampf. Gamboa konnte den Argentinier in der achten Runde zu Boden schlagen, trug jedoch im zehnten Durchgang eine Rißwunde über der Nase davon. Am Sieg des in Miami lebenden Kubaners gab es jedoch keine Zweifel.

Bei derselben Veranstaltung in der Hansestadt gab Schwergewichtler Steffen Kretzschmann gegen den Russen Dennis Bachtow in der neunten Runde auf. Er war bereits im ersten Duell mit dem 30jährigen Russen im Juni 2009 in der ersten Runde k.o. gegangen. Promoter Ahmet Öner wollte Kretschmann als deutsche Schwergewichtshoffnung aufbauen, doch hielt der Boxer dem Druck offenbar vor allem nervlich nicht stand.

Damit dürfte die Karriere des 29jährigen nach der zweiten Niederlage im 16. Profikampf vorzeitig beendet sein. Er mußte sich harte Worte seines Promoters anhören: "Wir arbeiten alle hart und der Typ quittiert den Dienst. Das war peinlich und blamabel. Ein Boxer, der aufgibt, muß aufhören", urteilte Öner und nahm Kretzschmann zumindest in der ersten Reaktion auf dessen desolate Vorstellung alle Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung.


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Robert Helenius bleibt auf der Siegerstraße

Schwergewichtler Robert Helenius aus dem Sauerland-Boxstall gewann vor heimischem Publikum in der mit 1.800 Zuschauern restlos ausverkauften Kisahalli in Helsinki nach Punkten gegen den Nigerianer Gbenga Oloukun. Wenngleich sein 26jähriger Gegner aggressiv zu Werke ging und eine gute Vorstellung bot, wirkte der Finne sicher in der Deckung und druckvoll mit einer stabilen Führhand und gefährlichen rechten Geraden. Fünf Runden lang agierte der Lokalmatador souverän, doch mußte er im folgenden Durchgang eine schwere Rechte Oloukuns verkraften. Der an diesem Abend von Georg Bramowski betreute Helenius ließ sich aber nicht verunsichern und brachte den Kampf sicher über die Runden. Auf den Wertungszetteln der Punktrichter lag er am Ende einstimmig mit 79:76, 78:75 und 77:75 in Front.

29. März 2010



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