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MELDUNG/140: Sosnowski sucht Außenseiterchance gegen Klitschko (SB)



Polnischer Herausforderer wirft die Flinte nicht ins Korn

"Alles im Leben hat einen Grund. Jetzt kommt meine Zeit. Klitschko hat das Schwergewicht lange genug beherrscht. Ich will diesen Kampf gewinnen." Daß diese Beschwörung vermeintlicher Schicksalskräfte den Polen Albert Sosnowski dazu beflügeln wird, am 29. Mai in Gelsenkirchen für eine Sensation zu sorgen und Vitali Klitschko zu besiegen, muß doch eher bezweifelt werden. Der 31 Jahre alte Herausforderer hat im April 2009 im Kampf um die Europameisterschaft gegen den Italiener Francesco Pianeta unentschieden geboxt und sich im Dezember 2009 durch einen Punktsieg über dessen Landsmann Paolo Vidoz den Gürtel geholt. Am 9. April wollte Europameister Albert Sosnowski den Titel im Londoner Alexandra Palace gegen den Briten Audley Harrison verteidigen.

Unterdessen verhandelte WBC-Weltmeister Vitali Klitschko mit dem Lager des Russen Nikolai Walujew, um diesen vor allem in Deutschland von den Medien geforderten Kampf, der beste Vermarktungschancen versprach, zu realisieren. Mit Sauerland Event wäre eine Einigung möglich gewesen, doch trieb Don King, der die Rechte an dem Riesen aus St. Petersburg zur Hälfte besitzt, die Gagenforderung in astronomische Höhe. Nachdem Klitschko sein ursprüngliches Angebot von einer Million Dollar auf zweieinhalb Millionen aufgestockt hatte, stimmten Walujew und Sauerland zu. Nicht so Don King, der darüber hinaus unter anderem die Vermarktungsrechte in Rußland und den USA verlangte. Für Vitali Klitschko war damit die Grenze vertretbarer Zugeständnisse überschritten, weshalb er die Verhandlungen beendete, einen neuen Gegner suchte und Albert Sosnowski dem Vernehmen nach für eine Million zum Herausforderer machte.

Der Pole, dessen Bilanz bei 45 Siegen aus 48 Profikämpfen steht, legte den Titel des Europameisters nieder, den sich Audley Harrison daraufhin durch einen Sieg über seinen Landsmann Michael Sprott sicherte. Sosnowski ist sich natürlich bewußt, daß er nur auf Grund der genannten Umstände Gelegenheit bekommt, mit Klitschko in den Ring zu steigen, gegen den er als krasser Außenseiter antritt. Schon in der Vorbereitung stellte sich rasch heraus, daß es kaum Sparringspartner gibt, die den Ukrainer imitieren können. Der Herausforderer räumte denn auch auch ein, daß Klitschko nicht nur sehr stark ist, sondern auch im Ring so geschickt zu Werke zu gehen pflegt, daß sein Gegner nicht zum Zug kommt.

Schon vorab geschlagen geben will sich Sosnowski verständlicherweise nicht. Man räume ihm keine großen Chancen ein, was durchaus in Ordnung sei, sagte der Pole. Indessen wüßten nur wenige, was er könne und wie hart er trainiere. Er habe nichts zu verlieren und halte Aggressivität, Bewegung und Schnelligkeit für die Schlüssel zum Sieg.


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Tauwetter zwischen Pacquiao und Mayweather?

Der mit Spannung erwartete Kampf zwischen dem WBO-Weltmeister im Weltergewicht, Manny Pacquiao von den Philippinen, und Floyd Mayweather jr. aus den USA rückt offenbar näher. Pacquiao ist dem Vernehmen nach zu Dopingkontrollen nach olympischem Standard bereit, die Mayweather zur Bedingung für das Zustandekommen des Kampfes gemacht hat. Dieser war bislang daran gescheitert, daß Pacquiao es bei den bislang im Profiboxen üblichen Testverfahren belassen wollte.

25. Mai 2010



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