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MELDUNG/141: So lange war Sylvester noch nie im Trainingslager (SB)



Trainer Karsten Röwer bereitet den Weltmeister in Güstrow vor

Am 5. Juni verteidigt Sebastian Sylvester im Neubrandenburger Jahnsportforum seinen IBF-Titel im Mittelgewicht gegen den Russen Roman Karmazin, der als Pflichtherausforderer antritt. Der Champion aus Greifswald bereitet sich derzeit mit seinem Trainer Karsten Röwer im Trainingslager in Güstrow auf den Kampf vor. Die Internetseite des Sauerland-Boxstalls präsentiert kurze Interviews mit dem Weltmeister und dem 47jährigen Diplom-Sportlehrer, der Sylvester seit Anfang des Jahres 2009 betreut.

Wie Röwer berichtet, sei es natürlich immer sein Traum gewesen, eines Tages einen Profiweltmeister zu trainieren. Er sei stolz, dieses Ziel mit Sebastian erreicht zu haben, was nicht bedeute, daß er sich damit begnügen wolle. Sein Schützling habe die gute Führhand und die langen Geraden schon aus seiner Zeit mit dem früheren Trainer Hartmut Schröder mitgebracht. Unter seiner eigenen Regie sei Sebastian dann insgesamt variabler und beweglicher im Oberkörper geworden.

Von der Popularität seines Boxers färbe zwar etwas auf den Trainer ab, der jedoch eher im Hintergrund arbeite. Die professionelle Einstellung Sebastians sei vorbildlich und motiviere insbesondere den Rest der Trainingsgruppe, verstärkt an sich zu arbeiten, was sich insgesamt positiv auf die Qualität auswirke.

Mit Blick auf den erfahrenen Herausforderer Roman Karmazin, der schon Weltmeister im Halbmittelgewicht war und die IBF-Rangliste im Mittelgewicht anführt, warnt Röwer vor der starken Führhand wie auch der Beweglichkeit und Konterstärke des Russen. Da er aus einer niedrigeren Gewichtsklasse komme, setze er auf Schnelligkeit. Der Herausforderer sei zweifellos ein gefährlicher Gegner, den man nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfe. Da die Vorbereitungszeit etwas länger als erwartet gewesen sei, habe man die Möglichkeit genutzt, bei den Intervalläufen zuzulegen. Hingegen laufe die Sparringsphase wie geplant und sei auf 74 Runden veranschlagt, die man am Ende auch erreichen werde.

Der kommende Kampf in Neubrandenburg findet nicht nur für Sebastian Sylvester, sondern auch für seinen Trainer vor einem ausgesprochenen Heimpublikum statt. Röwer wurde im nahegelegenen Altentreptow geboren und wuchs in Werder auf, bis er im Alter von 15 Jahren nach Schwerin ging. Wie sein Boxer setzt auch der Trainer nicht zuletzt auf die rückhaltlose Unterstützung des Neubrandenburger Publikums, das den Weltmeister in der Vergangenheit mehr als einmal regelrecht zum Sieg getragen hat.

Seine enge Einbindung in den Kreis der regionalen Boxfans bestätigte auch Sebastian Sylvester, der im April 2008 zum ersten Mal einen Kampf in Neubrandenburg bestritten hat und nun bereits zum fünften Mal im Jahnsportforum antritt. Sei er damals froh gewesen, daß so viele Leute kamen und die Halle ausverkauft war, so habe ihn die Stimmung unter den Zuschauern sofort mitgerissen. Daraus habe sich eine regelrechte Euphorie entwickelt, über die er sich sehr freue.

Obgleich sich Sylvester bereits seit Ende März und damit länger als je zuvor im Trainingslager aufhält, ist ihm das nicht auf die Nerven gegangen. Freilich habe man darauf spekuliert, daß der Kampf früher stattfindet, doch sei die Vorbereitung auf diese Weise eben sehr intensiv gewesen. Zwar lebe man hier als Sportler etwas abgeschottet, doch fördere das auf der anderen Seite auch die nötige Konzentration.

Vor Roman Karmazins Schnelligkeit ist der Greifswalder gewarnt, wie er auch um die gefährliche Linke des Russen weiß, die dieser sehr variabel einzusetzen versteht. Wie Sebastian Sylvester unterstreicht, nehme er alle Gegner ernst, zumal man als Weltmeister keine schwachen Herausforderer vor die Fäuste bekommt.

26. Mai 2010



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