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MELDUNG/143: Im Ring endet für Zbik und Gevor die Freundschaft (SB)



Erste gemeinsame Pressekonferenz vor dem Kampf der Teamkollegen

Höhepunkt der "Universum Champions Night", die am 17. Juli in der Sport- und Kongreßhalle Schwerin gastiert, ist das interne Duell im Mittelgewicht zwischen dem Interimsweltmeister des World Boxing Council (WBC), Sebastian Zbik, und seinem armenischen Teamkollegen Khoren Gevor. Der Mecklenburger trägt den Gürtel seit Juli 2009 und hat ihn zuletzt am 17. April in Magdeburg gegen den Italiener Domenico Spada erfolgreich verteidigt. Damit blieb er weiterhin ungeschlagen und verbesserte seine makellose Bilanz auf 29 Siege.

Khoren Gevor kämpft bereits zum dritten Mal um die Weltmeisterschaft. Im Jahr 2007 mußte er sich dem damaligen IBF-Champion Artur Abraham aus dem Sauerland-Boxstall geschlagen geben, 2009 erging es ihm gegen WBA-Weltmeister Felix Sturm nicht besser. Im Januar 2010 unterstrich er mit einem klaren Erfolg gegen den Brasilianer Jeferson Luiz Goncalo seine Ambitionen, erneut einen Titelträger herauszufordern. Gevor, der mittlerweile im nordrhein-westfälischen Kleve lebt und von dem Niederländer Roland Germerts in Amsterdam trainiert wird, hat 31 Profikämpfe gewonnen und vier verloren.

Da Sebastian Zbik und Khoren Gevor fünf Jahre lang gemeinsam unter Fritz Sdunek im Hamburger Universum-Gym trainiert haben, kennen sie einander sehr gut. Fritz Sdunek hat Ende letzten Jahres seine Tätigkeit bei Universum aus gesundheitlichen Gründen beendet und konzentriert sich nun auf die Arbeit mit WBC-Weltmeister Vitali Klitschko. Sebastian Zbik wird von dem früheren Weltmeister Artur Grigorian betreut.

Vor wenigen Tagen trafen die Kontrahenten bei der ersten Pressekonferenz im Schweriner Rathaus aufeinander. Wie auf der Internetseite der Universum Box-Promotion nachzulesen ist, dankte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow dem ZDF und Universum noch einmal für die Austragung des Weltmeisterschaftskampfs im Dezember 2009, bei dem die Halle ausverkauft und die Stimmung erstklassig war. Nach langer Abstinenz freue sie sich nun um so mehr auf die kommende Veranstaltung, da Schwerin eine echte Boxstadt sei.

Wie Sebastian Zbik sagte, habe er lange Jahre mit Khoren trainiert und viel gemeinsam mit ihm gemacht. Wenn es jedoch zum Kampf kommt, müsse man das ausblenden, was nichts an ihrer Freundschaft ändere. Wie bereits das Duell zwischen Eduard Gutknecht und Robert Stieglitz gezeigt habe, könne von einem Freundschaftskampf, in dem man sich gegenseitig schont, keine Rede sein. Außerdem freue er sich, endlich wieder auf einen Gegner zu treffen, der boxen kann. Bei Khoren brauche man nicht ständig Angst vor Kopfstößen zu haben, wie es gegen Domenico Spada der Fall gewesen war. Da Kelly Pavlik nach dem überraschenden Verlust seiner beiden Titel offenbar ins Supermittelgewicht aufsteigen und Weltmeister Martinez wieder eine Klasse niedriger antreten möchte, könnte im Kampf am 17. Juli möglicherweise bereits der reguläre Champion des WBC ermittelt werden.

Khoren Gevor weiß um die Qualitäten seines ehemaligen Teamkollegen und dessen lupenreine Bilanz ohne Niederlage. Da man einander in- und auswendig kenne, stelle er sich um, damit er weniger berechenbar sei. Er absolviere nicht nur wesentlich mehr Sparringsrunden als in der Vergangenheit, sondern mache inzwischen sogar Yoga. Die frühere Weltmeisterin Michele Aboro habe den Kontakt zu seinem neuen Trainer Orlando in Holland hergestellt, mit dem er sehr zufrieden sei. Im Juli werde er garantiert keine Geschenke an seine Freunde verteilen, schloß Khoren Gevor. Sein Trainer Orlando Germents empfiehlt Yoga, um sich zu entspannen und ruhiger zu werden. Khoren denke immer nur an den Kampf und würde am liebsten sofort loslegen, so daß er ihn oft bremsen müsse.

Dietmar Poszwa von der Universum-Geschäftsführung verlieh noch einmal seiner Freude darüber Ausdruck, daß Sebastian Zbik und Khoren Gevor dem Kampf zugestimmt haben, obwohl sie befreundet sind. Wer sich an der Spitze behaupten will, könne darauf keine Rücksicht nehmen. Da es Sebastian nicht liege, darauf zu warten, was aus Kelly Pavlik und Sergio Martinez wird, boxe er lieber gegen Gevor, der zu den zehn weltbesten Boxern im Mittelgewicht gehört.

Inzwischen ist Sebastian Zbik ins polnische Zakopane gereist, um dort gemeinsam mit seinen Teamkollegen Marcel Meyerdiercks und Karoly Balzsay ins Trainingslager zu gehen. Nun gilt es, unter Aufsicht von Artur Grigorian die konditionellen Grundlagen für den Kampf im Juli zu schaffen. Die Vorbereitung werde sehr intensiv sein, was bei einem Gegner wie Khoren Gevor, der unablässig nach vorn marschiert und Druck macht, ja auch unabdingbar sei.

28. Mai 2010



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