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MELDUNG/148: Regina Halmich verklagt Produzenten eines Films über ihr Leben (SB)



Kinopremiere gegen den Willen der früheren Weltmeisterin

Die ehemalige Weltmeisterin Regina Halmich fühlt sich übers Ohr gehauen und hat die Produzenten eines Films über ihr Leben verklagt. Der Kinofilm "Königin im Ring" von Regisseurin Simone Jung erlebt am Donnerstag in Karlsruhe seine Premiere. "Der Film sollte im Fernsehen laufen, das hatten wir vereinbart. Die Regisseurin hat sich mein Vertrauen und das meiner Eltern erschlichen und uns arglistig getäuscht. Zur Premiere gehe ich nicht", sagte Halmich dem "Hamburger Abendblatt". "Ich habe den Eindruck, die Regisseurin war von Ehrgeiz zerfressen und will sich über eine Prominente profilieren. Ich bin maßlos enttäuscht, weil der Filmverleih bei der Premiere jetzt so tut, als geschehe alles mit meinem Einverständnis."

Wenn der Film heute auch in Stuttgart, Freiburg, Berlin, Frankfurt und München anläuft, geschieht dies vor dem Hintergrund eines laufenden Rechtsstreits. Regina Halmich hat die Regisseurin Simone Jung und den Kameramann Kai Wiehagen auf Schadenersatz verklagt. Umstritten ist eine Zusatzvereinbarung für die Verwertung des Films im Kino, die Halmich unterschrieben hat - laut ihrer Klage jedoch unter der Vortäuschung, nur einen Antrag auf Filmförderung zu unterzeichnen.

Wie Regina Halmichs Management mitteilte, habe sie nie einen Kinofilm gewollt. Ihr Leben sei kein Sommermärchen, keine Geschichte fürs Kino. Der Film sei nur für die Fernsehausstrahlung bei Arte im Jahr 2009 produziert worden. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe vom 3. Februar 2010 muß Regina Halmich auch an den Kinoeinnahmen beteiligt werden. Gegen dieses Urteil hat die Produzentin und Regisseurin Simone Jung Revision beim Oberlandesgericht eingelegt.

Der Progress-Verleih beruft sich auf seinen Vertrag mit der Produktion. Beim Sender Arte wundert man sich über die Aufregung. Wie eine Sprecherin der "Süddeutschen Zeitung" sagte, sei man von Anfang an davon ausgegangen, daß der Film ins Kino kommt, sofern er einen Verleih findet.

Der Dokumentarfilm "Königin im Ring" vollzieht den Aufstieg der Boxerin Regina Halmich nach. Die Karlsruherin hatte nach zwölf Jahren als Weltmeisterin im Fliegengewicht 2007 ihre Karriere mit 54 Siegen, einer Niederlage und einem Unentschieden beendet. Der Streifen, der den Hessischen Filmpreis 2008 erhalten hat, begleitet sie bei ihren letzten beiden Kämpfen und zeigt ihren nicht selten steinigen Weg, sich selbst und das Frauenboxen aus der Schmuddelecke in die mediale Anerkennung zu holen.


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Boxt Wladimir Klitschko im Frankfurter Stadion?

Wladimir und Vitali Klitschko planen einen Kampf in der Frankfurter Commerzbank-Arena. "Wir haben ihnen den 11. oder 18. September als Termin angeboten", teilte Christopher Fiori, Sprecher der Stadion Frankfurt Management GmbH, auf der Website des Hessischen Rundfunks mit und bestätigte damit Verhandlungen mit dem Management der beiden Weltmeister im Schwergewicht. "Der Kampf kann nur durchgeführt werden, wenn die Eintracht ein Bundesliga-Auswärtsspiel hat", sagte Fiori. Wahrscheinlich wird der 34 Jahre alte Wladimir Klitschko in den Ring steigen, der Veranstalter rechnet mit 55.000 Zuschauern.

Die endgültige Entscheidung soll noch in diesem Monat fallen. "Wir sind uns weitgehend einig. Die Klitschkos wollen hier unbedingt boxen. Sie finden das total spannend und wollen an der gleichen Stelle wie Ali boxen", hieß es weiter. Als möglicher Herausforderer des Champions der Verbände IBF, WBO und IBO stehen der Brite David Haye sowie die beiden Russen Nikolai Walujew und Alexander Powetkin zur Diskussion.

Am 10. September 1966 war das damalige Frankfurter Waldstadion Schauplatz eines spektakulären Kampfes zwischen Muhammad Ali und Karl Mildenberger, in dem sich der Pfälzer vor 45.000 Zuschauern ausgezeichnet hielt und erst nach zwölf Runden unterlag.

Vitali Klitschko wollte bereits im vergangenen Jahr seinen Titel im Frankfurter Stadion verteidigen, doch scheiterte dieses Vorhaben am Rückzieher des Briten David Haye, der plötzlich Einwände gegen die Vertragsbedingungen erhob. Am vergangenen Wochenende setzte sich der WBC-Weltmeister vor 46.000 Zuschauern in der Gelsenkirchener Veltins Arena gegen den früheren Europameister Albert Sosnowski durch einen K.o.-Sieg in der zehnten Runde durch.

3. Juni 2010



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