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MELDUNG/152: Puertoricaner Miguel Cotto zum dritten Mal Weltmeister (SB)



Yuri Foreman verliert WBA-Titel im Halbmittelgewicht

Miguel Cotto ist zum dritten Mal in seiner Karriere Weltmeister geworden. Der 29jährige Puertoricaner besiegte vor 20.272 Zuschauern im neuen Yankee-Stadion von New York den unter israelischer Flagge boxenden Titelverteidiger Yuri Foreman durch technischen K.o. in der neunten Runde und sicherte sich damit den WBA-Titel im Halbmittelgewicht. Der erstmals von Emanuel Stewart betreute Cotto war zuvor bereits WBO-Weltmeister im Halbweltergewicht und WBA-Champion im Weltergewicht. Es war der erste Boxkampf in der am 3. April 2009 eröffneten teuersten Sportarena der Welt, deren Baukosten 1,5 Milliarden Dollar betragen haben.

Cotto setzte seinen Gegner von Beginn an mit seinem Jab unter Druck und dominierte fast durchgehend die ersten sechs Runden. Im siebten Durchgang zog sich Foreman eine Verletzung im rechten Knie zu und hatte danach große Probleme, sich auf den Beinen zu halten. Als in der folgenden Runde aus Foremans Ecke das Handtuch geflogen kam, ging man allgemein davon aus, daß dies das Zeichen zur Aufgabe und der Kampf damit beendet sei. Ringrichter Arthur Mercante jr. fragte Foreman jedoch, ob er weiterboxen wolle, was dieser bestätigte. Nur 42 Sekunden später beendete dann ein linker Körperhaken Cottos, der Foreman zu Boden schickte, in der neunten Runde den Kampf, da Mercante nun endgültig auf Abbruch entschied.

Mit diesem Sieg verbesserte Miguel Cotto seine Bilanz auf 35 Siege und zwei Niederlagen, während für den zuvor unbesiegten Titelverteidiger Yuri Foreman nun 28 gewonnene Kämpfe sowie je ein verlorener und ohne Wertung beendeter Auftritt zu Buche stehen.

Für seinen Gürtel in der dritten Gewichtsklasse bekam Cotto eine Börse von zwei Millionen Dollar, während für den angehenden Rabbiner Foreman 750.000 Dollar abfielen. Der gebürtige Weißrusse, der als Neunjähriger mit seinen Eltern nach Israel emigrierte und seit elf Jahren im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt, war am 14. November 2009 in Las Vegas durch einen Punktsieg gegen Cottos Landsmann Daniel Santos erster israelischer Weltmeister geworden.

Miguel Cotto wurde 2001 in den USA von Promoter Bob Arum unter Vertrag genommen und trat zunächst im Halbweltergewicht an. Am 11. September 2004 gewann er durch einen Sieg über den Brasilianer Kelson Pinto den vakanten Titel der WBO und verteidigte ihn in der Folge sechsmal erfolgreich. Cotto legte den Titel 2006 nieder und stieg ins Weltergewicht auf, wo er sofort um den vakanten WBA-Titel kämpfen durfte. Er traf am 12. Dezember 2006 auf seinen Landsmann Carlos Quintana, der sich nach der fünften Runde geschlagen geben mußte. Bei seiner fünften Titelverteidigung verlor er am 26. Juli 2008 überraschend gegen den Mexikaner Antonio Margarito, doch sicherte er sich bereits in seinem nächsten Kampf am 22. Februar 2009 im New Yorker Madison Square Garden durch einen Sieg gegen den Briten Michael Jennings den vakanten WBO-Titel im Weltergewicht. Diesen verteidige er im Juni 2009 erfolgreich gegen den Ghanaer Joshua Clottey, worauf er ihn jedoch am 14. November 2009 dem Philippiner Manny Pacquiao überlassen mußte.

7. Juni 2010



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