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MELDUNG/153: Selcuk Aydin gewinnt Silbergürtel des WBC im Weltergewicht (SB)



Arena-Boxstall freut sich über seinen zweiten Weltmeister

Im Hamburger Arena-Boxstall freut man sich über den zweiten Weltmeister nach dem Kubaner Yuriorkis Gamboa. In Istanbul besiegte Selcuk Aydin vor 10.000 begeisterten Zuschauern den in Kanada lebenden Rumänen Ionut Ion knapp nach Punkten (114:113, 114:113, 111:116) und sicherte sich damit die Silberversion des WBC-Titels im Weltergewicht.

Die beiden bis dahin ungeschlagenen Kontrahenten schenkten einander nichts und begeisterten das euphorische Publikum mit einer wahren Ringschlacht, die Aydin zunächst im Vorteil sah. Dieser schickte seinen Gegner gleich in der ersten Runde mit einem rechten Haken zu Boden, doch der Rumäne erholte sich wieder und war bald der aktivere Boxer im Ring. Ion schlug wesentlich häufiger, während der Türke die insgesamt klareren Treffer verbuchte.

Promoter Ahmet Öner sprach beiden Akteuren das hohe Kompliment aus, sie hätten einen absolut würdigen Weltmeisterschaftskampf geboten. Er sei froh und stolz, einen hervorragenden Kampf nach Istanbul gebracht zu haben, der mit der Rekordkulisse einen angemessenen Rahmen fand. Selcuk Aydin zollte seinem Gegner Respekt, der viele harte Treffer weggesteckt und bis zum Schluß wie ein Löwe gekämpft habe. Er dankte seinen Landsleuten für die rückhaltlose Unterstützung, die ihn zum Titel getragen habe. Mit seiner eigenen Leistung sei er nicht hundertprozentig zufrieden, da es noch manches zu verbessern gebe. Er möchte beweisen, daß er der beste Weltergewichtler der Welt sei, und hoffe daher, bei seiner Titelverteidigung einen noch besseren Kampf zu zeigen.

Unter den Vorkämpfen dieser Veranstaltung ist insbesondere die historische Leistung Asiye Özlem Sahins hervorzuheben, die sich im ersten professionellen Frauenboxkampf auf türkischem Boden gegen die Ukrainerin Oksana Romanova einstimmig nach Punkten durchsetzte. Wie die Siegerin sagte, sei es natürlich etwas ganz Besonderes, als erste Frau in der Geschichte vor diesem Heimpublikum zu boxen.


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Zwei weitere Gürtel für Ramona Kühne

Bei einer Boxveranstaltung unter freiem Himmel in Aschersleben hat Ramona Kühne ihren WIBF-Titel im Superfedergewicht erfolgreich verteidigt und sich gleichzeitig die vakanten Gürtel der WBO und WBF in dieser Gewichtsklasse gesichert. Die 30jährige Berlinerin aus dem Magdeburger Boxstall SES dominierte ihre fünf Jahre ältere Gegnerin Maribel Santana aus der Dominikanischen Republik und gewann durch technischen K.o. in der vierten Runde. Ihren jüngsten Erfolg eingerechnet hat die Weltmeisterin 16 Kämpfe gewonnen und nur einen verloren.

Im zweiten Hauptkampf des Abends meldete sich Timo Hoffmann nach einjähriger Pause erfolgreich zurück. Der Schwergewichtler aus Eisleben in Sachsen-Anhalt besiegte den 22 Jahre alten Niederländer Harry Duiven durch K.o. in der zweiten Runde und verbesserte damit seine Bilanz auf 39 Siege, sieben Niederlagen und ein Unentschieden. Durch diesen Erfolg ermutigt plant der 2,02 Meter große Hüne, noch einmal einen Anlauf auf den Titel des Europameisters zu nehmen.

Im November 2000 unterlag Hoffmann in Hannover im Kampf um die vakante Europameisterschaft Vitali Klitschko klar nach Punkten, wobei er sich zugute halten kann, neben dem US-Amerikaner Kevin Johnson der einzige Boxer zu sein, der mit dem älteren Klitschko über volle zwölf Runden gegangen ist. Im März 2004 reichte es in Berlin gegen den damaligen Europameister Luan Krasniqi aus dem Universum Boxstall nur zu einem Unentschieden, und im Jahr darauf verlor Hoffmann bei seinem dritten Kampf um den europäischen Titel gegen den Italiener Paolo Vidoz mit 1:2 Punktrichterstimmen. Bei seinem letzten bedeutenden Titelkampf unterlag Timo Hoffmann im November 2007 vor heimischem Publikum in Magdeburg im Duell um den Intercontinentaltitel der WBO Alexander Dimitrenko durch technischen K.o. in der zwölften Runde.

Enttäuschend verlief der Auftritt des Kubaners Juan Carlos Gomez, der den in Kassel lebenden Türken Oezcan Cetinkaya über acht Runden nach Punkten besiegte, dabei aber offenbar nicht in der besten körperlichen Verfassung war und lustlos zu Werke ging. Der frühere WBC-Champion im Cruisergewicht hatte es im Schwergewicht bis zum Titelkampf gegen Vitali Klitschko gebracht, dem er jedoch nicht gewachsen war. Danach legte Gomez eine lange Pause ein, worauf er sich nun mit Aufbaukämpfen noch einmal nach oben arbeiten will. Der 36 Jahre alte Rechtsausleger verbuchte zwar seinen 47. Sieg im 50. Profikampf, doch muß er sich besser vorbereiten, wenn er am 26. Juni in Atlanta im Kampf gegen den Brasilianer Rafael Zumbano den vakanten IBF-Latino-Gürtel gewinnen will.

8. Juni 2010



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