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MELDUNG/154: Cruisergewichtler Hernandez setzt sich gegen Page durch (SB)



Einstimmiger Punktsieg des Wegner-Schützlings in Neubrandenburg

Yoan Pablo Hernandez hat im Jahnsportforum Neubrandenburg seinen US-amerikanischen Gegner Zack Page einstimmig nach Punkten besiegt (80:72, 80:72, 80:72). Damit konnte der 25 Jahre alte Kubaner aus dem Sauerland-Boxstall in seinem 23. Profikampf den 22. Sieg im Cruisergewicht feiern. Hernandez wird von Ulli Wegner trainiert und steht in der Weltrangliste des Verbands WBC an Nummer drei sowie bei der IBF an vierter Stelle.

Der kubanische Rechtsausleger ergriff von Beginn an die Initiative und machte Druck mit seiner Führhand, den er mit ersten Treffern seiner Linken ergänzte. Page hielt kräftig mit und brachte einen gefährlichen Konter durch, worauf ihm im zweiten Durchgang nach einem Tiefschlag eine Erholungspause eingeräumt wurde. Hernandez zog sich nach einem unabsichtlichen Kopfstoß seines Gegners eine Rißwunde nahe des rechten Auges zu, die ihn jedoch nicht davon abhielt, in der dritten Runde erneut das Ruder zu übernehmen und den US-Amerikaner zu dominieren, der dann im vierten Durchgang in beträchtliche Schwierigkeiten geriet, als ihn der Kubaner in den Seilen stellte.

Nachdem Page in der sechsten Runde nach weiteren Treffern schwer unter Druck geriet, versuchte er, durch das Wechseln seiner Auslage Verwirrung zu stiften. Hernandez ließ sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und boxte bis zum Ende des auf acht Runden angesetzten Kampfs einen klaren Vorsprung heraus. Wie der Kubaner nach seinem Erfolg einräumte, sei er natürlich als Favorit in den Ring gestiegen. Dennoch habe sich frühzeitig gezeigt, daß man diesen gefährlichen Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfe.


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Marco Huck wird seinen Titel in Erfurt verteidigen

Wie der Berliner Sauerland-Boxstall bekanntgegeben hat, wird Marco Huck seinen Weltmeistertitel im Cruisergewicht nach Version des Weltverbandes WBO am 21. August in Erfurt verteidigen. Nach den Worten von Geschäftsführer Chris Meyer werden derzeit Gespräche mit mehreren möglichen Herausforderern geführt, deren Ergebnis nicht lange auf sich warten lassen dürfte. Der Gegner des Champions soll in wenigen Tagen benannt werden.

Marco Huck, der zum ersten Mal in seiner Profikarriere in Erfurt antritt, hat den WBO-Titel im August 2009 durch einen Sieg über den Argentinier Victor Emilio Ramirez in Halle/Westfalen gewonnen und seither dreimal erfolgreich verteidigt. Bei seinem letzten Auftritt besiegte der 25 Jahre Champion am 1. Mai in Oldenburg den aus dem Schwergewicht abgestiegenen US-Amerikaner Brian Minto vorzeitig, der dem deutschen Publikum seit seinem erfolgreichen Auftritt gegen Axel Schulz ein Begriff sein dürfte. Huck hat bislang 30 Kämpfe bestritten und mußte sich dabei nur einmal geschlagen geben.

Der Weltmeister freut sich eigenen Angaben zufolge schon darauf, sein Können erstmals vor dem Erfurter Publikum unter Beweis stellen zu können. Er wolle den Zuschauern einen spannenden Kampf bieten, wobei natürlich auch der Herausforderer ein gehöriges Wort mitzureden habe. Als Champion bekomme man keine leichten Gegner vor die Fäuste, da alle in Frage kommenden Kontrahenten ein beträchtliches Niveau aufwiesen und sich intensiv auf ihre große Chance vorbereiteten. "Doch egal, wer es auch ist, ich werde darauf eingestellt sein", versprach Marco Huck, wie immer sein Bestes zu geben und seinen Gürtel zu behalten.

Da in Erfurt seit Oktober 2004 kein Kampf um die Weltmeisterschaft mehr ausgetragen wurde, wird der kommende sportliche Höhepunkt mit Sicherheit auf großes Interesse stoßen. Ulli Wegner verbindet mit der Landeshauptstadt Thüringens vielfältige Erinnerungen, da er dort in den 1960er Jahren selbst als Amateurboxer in den Ring gestiegen ist und später als Trainer gewirkt hat. Der 68jährige hat es seither weit gebracht und mit Sven Ottke, Markus Beyer, Arthur Abraham, Cecilia Braekhus und Marco Huck eine ganze Reihe bemerkenswerter Titelträger unter seinen Fittichen gehabt. In diesem Jahr wurde er vom Fachmagazin "BoxSport" zum siebten Mal in Folge zum "Trainer des Jahres" gewählt und vor wenigen Tagen in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

9. Juni 2010



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