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MELDUNG/157: Schweriner Auftritt Sebastian Zbiks überraschend abgesagt (SB)



Kontroverse um fristgerechte Unterzeichnung des Kampfvertrags

Die Hamburger Universum Box-Promotion hat den am 17. Juli in Schwerin geplanten Kampf zwischen dem WBC-Interimsweltmeister im Mittelgewicht, Sebastian Zbik, und dessen Teamkollegen Khoren Gevor überraschend abgesagt. Universum-Geschäftsführer Stefan Braune begründete diese Entscheidung mit fehlender Planungssicherheit in Hinblick auf die Veranstaltungspartner, da Zbik den Kampfvertrag nicht fristgerecht unterzeichnet habe. Aus diesem Grund sei eine Umorganisation notwendig geworden. Man freue sich nun, zwei weitere hochklassige Kämpfe mit Lokalmatador Jürgen Brähmer und Susianna Kentikian präsentieren zu können.

Der 28 Jahre alte Schweriner bestreitet diese Version jedoch und erklärt, ihm sei völlig unverständlich, was da abgelaufen ist. Seines Erachtens war vertraglich alles besprochen und finanziell fixiert. Warum die Führung von Universum den Kampf dennoch abgesagt hat, sei ihm schleierhaft. Wie der Boxstall in den vergangenen zwei Wochen mit ihm umgegangen sei, könne keine Grundlage für ein Vertrauensverhältnis sein, sagte Sebastian Zbik, der in 29 Profikämpfen ungeschlagen ist.

Nachdem der WBA-Weltmeister im Mittelgewicht, Felix Sturm, Universum im vergangenen Jahr im Streit verlassen hat, droht dem Hamburger Boxstall nun der Verlust eines weiteren hochklassigen deutschen Boxers. Die Zukunft des Unternehmens ist ohnehin ungewiß, da der Fernsehvertrag mit dem ZDF am 31. Juli ausläuft. Ob Universum-Chef Klaus-Peter Kohl danach einen neuen TV-Partner präsentieren kann, ist nach wie vor ungeklärt.

Den Hauptkampf in der Sport- und Kongreßhalle Schwerin wird die Weltmeisterin der Verbände WIBF, WBA und WBO im Fliegengewicht, Susianna Kentikian, bestreiten, wobei ihre Gegnerin noch nicht feststeht. Da die 22jährige bei ihrer letzten Titelverteidigung gegen Nadia Raoui aus Herne am 24. April in der Sporthalle Hamburg nur sehr knapp und umstritten nach Punkten gewonnen hatte, böte sich die damals vom Lager der unterlegenen Herausforderin geforderte Revanche an. Nach den Worten Kentikians wird es dazu zumindest in Schwerin nicht kommen, da Nadia selbst das Angebot einer doppelten Kampfbörse ausgeschlagen habe: "Ich hätte gern sofort wieder gegen sie geboxt. Aber das ist ja auch immer noch drin, wenn Nadia wirklich will. Ich wünsche mir das Rematch sehr." Jetzt konzentriere sie sich auf eine andere Herausforderin, bei der sich wohl um eine Mexikanerin handeln wird, schloß die ungeschlagene Weltmeisterin. Sie hat inzwischen 27 Kämpfe gewonnen und ihre Titel zwölfmal erfolgreich verteidigt.

Jürgen Brähmer verteidigt seinen WBO-Gürtel im Halbschwergewicht. Auch sein Gegner soll in wenigen Tagen bekanntgegeben werden. Der Schweriner hatte bei seinem letzten Auftritt keine allzu große Mühe, den Herausforderer Mariano Nicolas Plotinski aus Argentinien in die Schranken zu weisen, der durch technischen K.o. in der fünften Runde unterlag. Wenngleich ihn das Hamburger Publikum im April sehr freundlich aufgenommen und stürmisch angefeuert habe, freue er sich sehr darauf, nun wieder in seiner Heimatstadt zu boxen, weil das immer etwas Besonderes sei. Dank seiner zweiten erfolgreichen Titelverteidigung verbesserte der 31jährige Brähmer seine Bilanz auf 37 Siege bei zwei Niederlagen, wobei er 29mal vorzeitig gewonnen hat.

Zu einem für beide Akteure außerordentlich wichtigen und aller Voraussicht nach hochklassigen Kampf kommt es im Cruisergewicht. Alexander Alexejew trifft auf den Russen Denis Lebedew, wobei der Sieger das Vorrecht erwirbt, gegen den amtierenden WBO-Weltmeister anzutreten. Daß es sich bei dem Champion um den populären Marco Huck aus dem Sauerland-Boxstall handelt, macht diese Option besonders attraktiv. Wie Alexejew denn auch versichert, sei er von diesem Traumgegner nur noch einen Schritt entfernt, den er in Schwerin erfolgreich absolvieren werde. Während der Ranglistenerste Lebedew seine 20 Profikämpfe allesamt gewonnen hat, stehen für den zweitplazierten Alexejew 19 Siege und eine Niederlage zu Buche.

12. Juni 2010



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