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MELDUNG/167: Robert Helenius kämpft um den vakanten EU-Titel (SB)



Schwergewichtler trifft in Erfurt auf den Franzosen Gregory Tony

Der Skandinavier Robert Helenius aus dem Sauerland-Boxstall gehört zu den vielversprechendsten europäischen Talenten im Schwergewicht. Als Amateur gewann er bei der Europameisterschaft 2006 die Silbermedaille und stieg danach für Boxring Hertha BSC in den Ring. Im Mai 2008 gab Helenius, der einen schwedischen und einen finnischen Paß besitzt, sein Profidebüt. Seither hat er zwölf Kämpfe gewonnen und dabei siebenmal vorzeitig gesiegt. Sein Trainer Ulli Wegner bescheinigt ihm neben enormem Trainingsfleiß die denkbar besten Voraussetzungen, um eines Tages Champion zu werden.

Den bislang größten Erfolg feierte der 26jährige am 30. Januar 2010 im Jahnsportforum Neubrandenburg, als er bereits nach zehn gewonnenen Profikämpfen auf den erfahrenen Exweltmeister Lamon Brewster traf. Dieses Duell zwischen dem aufstrebenden jungen Skandinavier und dem in Deutschland populären Routinier aus den USA war problemlos möglich, weil beide Boxer bei Sauerland unter Vertrag stehen. Brewster hatte sich international einen Namen gemacht, als er am 10. April 2004 in Las Vegas Wladimir Klitschko in der fünften Runde besiegte und damit als Weltmeister der WBO entthronte. Nach drei erfolgreichen Titelverteidigungen gegen Kali Meehan, Andrew Golota und Luan Krasniqi mußte sich der US-Amerikaner im April 2006 dem Weißrussen Sergej Liachowitsch und später auch Wladimir Klitschko bei einer Revanche in Köln geschlagen geben. Helenius ergriff nach anfänglichem Respekt vor dem großen Namen die Initiative, kam immer wieder mit seinen Kombinationen durch und setzte seinem prominenten Gegner derart zu, daß sich dieser vorzeitig durch technischen K.o. geschlagen geben mußte.

Bei seinem letzten Auftritt erfreute Robert Helenius das heimische Publikum in Helsinki, als er am 26. März in der mit 1.800 Zuschauern restlos ausverkauften Kisahalli eine ausgezeichnete Vorstellung gegen den Nigerianer Gbenga Oloukun bot. Dieser ging aggressiv zu Werke, doch wirkte der Lokalmatador sicher in der Deckung und druckvoll mit einer stabilen Führhand wie auch der gefährlichen rechten Geraden, wofür er am Ende mit einem einstimmigen Punktsieg belohnt wurde.

Am 21. August bekommt Robert Helenius in seinem dreizehnten Profikampf die Gelegenheit, sich seinen ersten internationalen Gürtel zu sichern. Im Kampf um den vakanten EU-Titel im Schwergewicht trifft er in Erfurt auf den ebenfalls ungeschlagenen Franzosen Gregory Tony, der eine nahezu identische Bilanz mitbringt. Auch er hat seine zwölf Kämpfe alle gewonnen, jedoch sogar zehn Gegner vorzeitig besiegt.

Wie Helenius auf der Website des Sauerland-Boxstalls berichtet, freue er sich, endlich seinen ersten Titelkampf zu bestreiten. Er habe gegen Lamon Brewster gezeigt, was in ihm steckt, und werde an diese Leistung anknüpfen. "Tony ist ein starker Mann, aber ich will Weltmeister werden", unterstrich der Skandinavier seine Ambitionen. "Je stärker die Gegner sind, desto besser für mich."

Trainer Ulli Wegner weiß, wie schwer die kommende Aufgabe wird. Er ist sich jedoch sicher, daß sein talentierter Schützling auch diese Hürde mit Bravour meistern wird. Sportdirektor Hagen Doering rechnet mit einem spannenden Kampf, da beide Akteure ungeschlagen bleiben wollen. Sollte Robert Helenius wie erhofft den EU-Titel gewinnen, könne dieser ein Sprungbrett für eine erfolgreiche Karriere sein.

23. Juni 2010



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