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MELDUNG/180: Sebastian Zbik erhält diverse reizvolle Angebote (SB)



Interimsweltmeister im Mittelgewicht als Gegner begehrt

Im Windschatten prominenterer Zunftkollegen und spektakulärer inszenierter Auftritte hat sich Sebastian Zbik an die Weltspitze des Mittelgewichts hochgearbeitet. Der 28 Jahre alte Rechtsausleger aus Schwerin hat seine 29 Profikämpfe ausnahmslos gewonnen und ist Interimsweltmeister des World Boxing Council (WBC) in dieser Gewichtsklasse. Am 31. Juli verteidigt er im Rahmen der letzten "Universum Champions Night", die gemeinsam mit dem Fernsehpartner ZDF veranstaltet wird, in Schwerin seinen Titel zum dritten Mal. Herausforderer ist der in 16 Kämpfen unbesiegte Argentinier Jorge Sebastian Heiland.

Wie begehrt Zbik als Champion inzwischen ist, dokumentieren zahlreiche Angebote, die er für reizvolle Kämpfe bekommen hat. Felix Sturm, der sich bekanntlich im Streit vom Universum-Boxstall getrennt hat, worüber heute vor dem Hamburger Landgericht befunden wird, wollte den Schweriner für einen Kampf am 4. September verpflichten. Dem hätte Promoter Klaus-Peter Kohl jedoch kaum zugestimmt, wobei die sich anbahnende neue Kontroverse bereits im Vorfeld verebbte, weil Sturm dem Weltmeister nur eine Börse von 200.000 Euro angeboten hatte, die auch für Zbik indiskutabel war.

Eigentlich sollte Sebastian Zbik bereits am 17. Juli in Schwerin gegen seinen Teamkollegen Khoren Gevor antreten, doch stand dem eine für Außenstehende nicht restlos nachvollziehbare Kontroverse im Weg, bei der es offenbar um die Zukunft bei Universum nach Ende der Zusammenarbeit mit dem ZDF ging. Beide Parteien berichteten nach einem klärenden Gespräch von einer Entspannung der Situation und einer Weichenstellung für eine weitere gedeihliche Kooperation. Wie der Mecklenburger berichtete, hätten ihn die vorgelegten Pläne überzeugt.

Am 17. April hatte Sebastian Zbik dank eines Punktsiegs auch die Revanche gegen den Italiener Domenico Spada gewonnen und seinen Gürtel verteidigt, der zu seinem Leidwesen nicht die Trophäe des alleinigen WBC-Weltmeisters im Mittelgewicht ist. Wenige Stunden später verlor Kelly Pavlik in Atlantic City überraschend die Titel der Verbände WBC und WBO im Mittelgewicht an den argentinischen Herausforderer Sergio Gabriel Martinez, was die Situation noch unüberschaubarer für den Schweriner machte, der seinen Status als "weder Fisch noch Fleisch" bezeichnete. Da zuvor bereits ein Rückkampf zwischen dem Südamerikaner und Pavlik vereinbart worden war, saß Zbik weiter in der Warteschleife fest.

Inzwischen scheint es für den seit dem Rückzug Fritz Sduneks von Artur Grigorian trainierten Schweriner wieder voranzugehen. Das WBC hat grünes Licht für einen Kampf gegen Zbiks Wunschgegner Sergio Gabriel Martinez im Herbst 2010 gegeben, bei dessen Zustandekommen die Chance in Aussicht stünde, endlich offizieller Weltmeister zu werden.

Unterdessen ist ein weiteres attraktives Angebot eingegangen, das von Julio Cesar Chavez jr. stammt. Dessen gleichnamiger Vater gehört zu den weltbesten Boxern aller Zeiten und ist in Mexiko noch immer ein Volksheld. Er war zwischen 1984 und 1996 WBC-Weltmeister im Superfedergewicht, WBA/WBC-Champion im Leichtgewicht und Titelträger von IBF und WBC im Halbweltergewicht. Außergewöhnlich ist jedoch vor allem, daß er sich in seinem 90. Profikampf erstmals geschlagen geben mußte und mehr als 100 Kämpfe bestritten hatte, bis klar war, daß er nicht mehr als Champion zurückkehren würde.

Auch der Sohn ist ein Boxer von Format, wie seine Bilanz von 41 Siegen bei nur einer Niederlage beweist. Der 24jährige Chavez hat kürzlich den in New York lebenden Iren John Duddy einstimmig nach Punkten besiegt und ist nach den Worten seines Promoter Bob Arum bereit, gegen Sebastian Zbik anzutreten. Seines Erachtens wäre das ein sehr guter Kampf, den man im September in Mexiko City veranstalten könnte.

Auch Universum-Vize Dietmar Poszwa spricht von einer sehr interessanten Option, wobei er auf den anstehenden Kampf Ende Juli verweist, auf den man sich vorerst konzentriere. Danach werde man sich zusammensetzen und alle Möglichkeiten prüfen. Die vielen Angebote unterstrichen die Stellung Sebastian Zbiks, für den sich natürlich Sergio Martinez zunächst als die beste Wahl darstelle, zumal dies auch das WBC angeordnet habe. Im Boxen sei aber bekanntlich vieles möglich, hielt Poszwa die Tür für weitere Überlegungen offen.

6. Juli 2010



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