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MELDUNG/222: Miguel Vazquez neuer IBF-Champion im Leichtgewicht (SB)



Südkoreaner Kim Ji Hoon verliert in Laredo nach Punkten

Miguel Vazquez hat durch einen einstimmigen Punktsieg gegen den Südkoreaner Kim Ji Hoon im texanischen Laredo den vakanten IBF-Titel im Leichtgewicht gewonnen. Nach zwölf Runden in der Energy Arena werteten die Punktrichter den Kampf mit 120:108, 119:109 und 118:110 zugunsten des Mexikaners. Während der 23 Jahre alte Sieger seine Profibilanz auf 26 gewonnene und drei verlorene Auftritte verbesserte, stehen für seinen unterlegenen Gegner nun 21 Erfolge und sechs Niederlagen zu Buche.

Der Südkoreaner hatte seit vier Jahren nicht mehr verloren und zuletzt dreizehn Kämpfe in Folge gewonnen, wobei er vor seinem jüngsten Auftritt elf Gegner vorzeitig besiegen konnte. Bekannt für seinen wilden Stil und einen Hang zu dramatischen Szenen, ist Kim Ji Hoon stets für turbulente Gefechte und überraschende Wendungen gut. An diesem Abend fand er jedoch in Miguel Vazquez seinen Meister, der über ein Jahr nicht mehr im Ring gestanden hatte, nun aber seine technischen Vorteile konsequent umsetzte.

Der Kampf war noch keine dreißig Sekunden alt, als die Kontrahenten schon zweimal mit den Köpfen zusammengestoßen waren. Kim ging wie erwartet furios zur Sache, konnte aber keine nennenswerten Treffer landen. Bereits in der zweiten Runde hatte der Mexikaner die Distanz gefunden, worauf er seine größere Reichweite ausnutzte und über lange Strecken die Oberhand behielt. Vazquez ging in der Folge immer souveräner zu Werke und hielt den Gegner mit seinem Jab und der langen rechten Geraden unter Kontrolle. Im fünften Durchgang erhöhte der Mexikaner den Druck, stellte Kim in der Ecke und landete diverse schwere Treffer.

Der Koreaner überstand diese kritische Phase jedoch und griff in der folgenden Runde seinerseits an, doch blieb es bei einem Strohfeuer, das Vazquez wenig später löschte. War der Kampf bis dahin weitgehend sauber geführt worden, so änderte sich das in Runde acht, als der hitzig anstürmende Kim dem Mexikaner einen Kopfstoß verpaßte, dessen Folgen Ringrichter Laurence Cole begutachten ließ. Ein Abbruch lag in der Luft, doch Vazquez wollte weiterboxen, worauf der Kampf wieder freigegeben wurde. Im neunten Durchgang prallten die Köpfe erneut zusammen, wobei sich diesmal der Koreaner eine Rißwunde über dem linken Auge zuzog. Wieder gab es eine Unterbrechung, der wenig später zwei weitere Kopfstöße folgten.

Kim suchte sein Heil in heftigen Attacken, die jedoch weitgehend erfolglos blieben, während der Mexikaner dem Konzept treu blieb, mit dem er bis dahin gut gefahren war. Er boxte disziplinierter und ließ sich nicht ins Gewühl verwickeln, so daß der Koreaner keine Gelegenheit fand, das Blatt mit einem Zufallstreffer zu wenden. Als der Schlußgong ertönte, stand der Sieg außer Frage, der mit deutlichem Vorsprung Vazquez zuerkannt wurde.

Nach diesem Titelgewinn läge es für ihn auf der Hand, sich mit seinem prominenteren Landsmann Juan Manuel Marquez zu messen, der gegenwärtig als Maß aller Dinge im Leichtgewicht gilt. Dieser trägt sich jedoch offenbar mit dem Gedanken, zum Ausklang seiner Karriere in ein höheres Limit aufzusteigen und dürfte daher kaum als Gegner zur Verfügung stehen. Weniger lukrative, aber realistischere Optionen wären Humberto Soto, Rocky Martinez oder Miguel Acosta, so daß eine Titelvereinigung für Miguel Vazquez durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

17. August 2010



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