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MELDUNG/229: Nikolai Walujew muß um Fortgang seiner Karriere fürchten (SB)



Verschleißfolgen machen operativen Eingriff unumgänglich

Nikolai Walujew, mit 2,13 Metern größter Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten, muß sich im Herbst einer Operation an der linken Schulter und am rechten Handgelenk unterziehen, weshalb er um die Fortsetzung seiner sportlichen Karriere fürchtet. Wie der 37 Jahre alte Russe aus dem Berliner Sauerland-Boxstall hervorhob, sei die Gesundheit das Wichtigste. Im nächsten Jahr werde man weitersehen. Walujews Größe, verbunden mit einem Gewicht von rund 150 Kilo, fordern nach jahrelangen Höchstbelastungen ihren Tribut. Ein operativer Eingriff scheint unumgänglich, um der anhaltenden Schmerzen Herr zu werden. "Das bedeutet ein halbes Jahr Trainingsverbot. Die Gelenke und Knochen Walujews sind sehr strapaziert worden", faßte der renommierte Boxarzt Walter Wagner die Situation zusammen.

Walujew hat im Laufe seiner Profikarriere 53 Kämpfe bestritten, von denen er 50 gewann. Zwei Kämpfe um die Weltmeisterschaft verlor der Hüne aus St. Petersburg, einer endete ohne Wertung. Der "Russische Riese" machte vor allem wegen seiner physischen Ausnahmeerscheinung Schlagzeilen, während seine boxerischen Fähigkeiten eher limitiert waren. Der Berliner Promoter Wilfried Sauerland nahm ihn 2003 unter Vertrag. Zwei Jahre später krönte sich Walujew, der erst im Alter von 20 Jahren mit dem Boxen begonnen hatte, nach einem umstrittenen Punktsieg gegen den US-Amerikaner John Ruiz zum WBA-Weltmeister.

Den Titel verlor er im April 2007 gegen den Usbeken Ruslan Tschagajew aus dem Hamburger Universum-Boxstall - Walujews erste Niederlage im 48. Profikampf. Der Riese kam aber noch einmal zurück, ehe er seinen Gürtel im November vergangenen Jahres dem Briten David Haye überlassen mußte. Des öfteren waren Kämpfe gegen die Klitschkos im Gespräch. Zuletzt scheiterten im Sommer 2009 die Verhandlungen über ein Duell mit Vitali Klitschko an überzogenen finanziellen Forderungen Don Kings, der zu 50 Prozent an Walujew beteiligt ist.


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Robert Helenius sichert sich den ersten Titel

Der Schwergewichtler Robert Helenius aus dem Sauerland-Boxstall hat sich bereits in seinem dreizehnten Profikampf den ersten Titel seiner Karriere gesichert. In der Erfurter Messehalle besiegte der Skandinavier mit finnischem und schwedischem Paß seinen französischen Gegner Gregory Tony durch technischen K.o. in der sechsten Runde. Viermal mußte Tony zu Boden gehen, ehe Ringrichter Howard John Foster ein Einsehen hatte und dem ungleichen Kampf ein Ende machte. Dank dieses Erfolgs verbesserte der ungeschlagene Helenius seine Bilanz auf dreizehn Siege und sicherte sich den vakanten EU-Titel im Schwergewicht. Er kann nun auf einen Sprung in den Ranglisten hoffen. Gregory Tony mußte im dreizehnten Profikampf die erste Niederlage einstecken.

Helenius bestimmte von Beginn an das Geschehen im Ring, hielt den Franzosen mit seinem Jab auf Abstand und verbuchte klare Treffer. Im dritten Durchgang schickte er Tony erstmals auf die Bretter, in der vierten Runde folgte ein weiterer Niederschlag nach einer wuchtigen Rechten. Der Skandinavier boxte souverän immer wieder Chancen heraus, die in zwei weitere Volltreffer mündeten, die seinen Kontrahenten von den Beinen holten. Zwar gelang es dem Franzosen, den Kampf auch nach dem vierten Niederschlag in der sechsten Runde fortzusetzen, doch traktierte ihn Helenius sofort mit weiteren Treffern, die zum vorzeitigen Abbruch führten.

Er freue sich riesig, endlich den ersten Titel im Profibereich gewonnen zu haben, sagte der neue EU-Meister. Er dankte Ulli Wegner, den er als besten Trainer der Welt bezeichnete, mit dem er alles erreichen könne. Es sei ein sehr erfolgreicher Abend gewesen, für den er sich auch beim Erfurter Publikum bedanke.

"Robert hat eine große Zukunft vor sich", lobte Ulli Wegner. "Er hat heute gezeigt, was in ihm steckt. Das war eine starke Leistung." Auch Promoter Wilfried Sauerland hält große Stücke auf den schlagkräftigen Skandinavier: "Robert wird von Kampf zu Kampf besser. Er hat großes Potential. Ich bin mir sicher, daß der EU-Titel nicht der letzte Gürtel in seiner Sammlung sein wird. Mit seiner Schlagkraft und seiner starken Physis wird er uns noch viel Freude bereiten."

24. August 2010



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