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MELDUNG/246: Yuriorkis Gamboa vereinigt Titel im Federgewicht (SB)



Orlando Salido unterliegt dem Kubaner in Las Vegas nach Punkten

Yuriorkas Gamboa, Weltmeister der WBA im Federgewicht, hat sich in Las Vegas gegen IBF-Champion Orlando Salido durchgesetzt und damit die beiden Titel in dieser Gewichtsklasse vereinigt. In einem Kampf über zwölf Runden bezwang der Kubaner aus dem Hamburger Arena-Boxstall den wesentlich erfahreneren Mexikaner einstimmig nach Punkten (116:109, 114:109, 115:109). Während Gamboa seine makellose Bilanz behielt und auch im 19. Profikampf ungeschlagen blieb, stehen für Salido nun 34 Siege, elf Niederlagen und zwei Unentschieden zu Buche.

Laut Internetseite des Universum-Boxstalls hatte der Mexikaner seinen Titel allerdings schon vor dem Kampf verloren, da er das vorgeschriebene Gewicht überschritt. Der 29jährige brachte beim offiziellen Wiegen am Freitagnachmittag zwar die erforderlichen 126 amerikanischen Pfund (57,153 kg) auf die Waage. Nach den Statuten der IBF werden die Boxer jedoch am Morgen des Kampftages noch ein zweites Mal gewogen und dürfen dann nur maximal zehn Pfund über dem Gewichtslimit liegen. Mit dieser Regelung will der Verband verhindern, daß die Boxer durch eine zu schnelle Gewichtszunahme ihre Gesundheit gefährden und mit deutlich überhöhtem Kampfgewicht in den Ring steigen. Während Gamboa auch am Kampftag im erforderlichen Limit lag, wog Salido am Samstagmorgen mit 138 Pfund zwei Pfund zu viel.

Vor 2.000 Zuschauern im Palms Casino Resort übernahm Gamboa sofort die Initiative, dominierte das Geschehen im Ring und versetzte Salido zahlreiche Schläge. Der Mexikaner steckte jedoch alle Treffer unbeeindruckt weg und kam von der fünften Runde an besser in den Kampf. Nach einem offenen Schlagabtausch im achten Durchgang ging der Kubaner zu Boden, schien aber eher ausgerutscht als getroffen worden zu sein, was Ringrichter Joe Cortez jedoch nicht daran hinderte, ihn anzuzählen.

Gamboa erholte sich wieder, worauf die Kontrahenten einander ein verbissenes Gefecht lieferten. In der zwölften Runde versuchte der Kubaner mit aller Macht, eine vorzeitige Entscheidung herbeizuführen, und holte Salido von den Beinen. Der Mexikaner kam jedoch wieder hoch und kämpfte weiter, bis ihn eine Serie von Treffern kurz vor Ende der Runde erneut zu Boden schickte. Gamboa konnte sich nicht rechtzeitig bremsen und schlug weiter nach, worauf ihm wegen dieser Regelwidrigkeit zwei Punkte abgezogen wurden. Dennoch gewann er den Kampf am Ende mit deutlichem Vorsprung. Dank dieses Erfolgs ist der Olympiasieger von 2004 im Fliegengewicht der erste IBF-Weltmeister aus Kuba.

Wie Gamboa in einer ersten Stellungnahme sagte, entwickle er sich in jedem Kampf weiter. Er habe mit seinem Trainer Ismael Salas an verschiedenen Dingen gearbeitet und an seinem Boxstil bestimmte Veränderungen vorgenommen. So habe er seines Erachtens wie schon in seinen vorangegangenen Profikämpfen das Geschehen bestimmt und sei der bessere Mann gewesen. Dabei sei es ihm nicht so wichtig, ob er einen Kampf nach Punkten oder durch K.o. gewinne, Hauptsache er gehe als Sieger aus ihm hervor.

Promoter Ahmet Öner hob Salidos Verhalten in der letzten Runde lobend hervor. Viele andere Boxer hätten versucht, einen Vorteil aus einer derartigen Situation zu ziehen und den Ringrichter zu veranlassen, den Kampf zu beenden. Salido hingegen habe bewiesen, daß er zum Kämpfen gekommen war. Für Gamboa sei dies ein weiterer wichtiger Sieg auf dem Weg an die Spitze der Gewichtsklasse.

Der nun im Raum stehenden Forderung, Gamboa müsse sich mit Juan Manuel Lopez messen, wollte sich der Kubaner nicht ohne weiteres fügen. Sich darüber den Kopf zu zerbrechen, überlasse er seinen Promotern. Er wolle jedenfalls beweisen, daß er der beste Federgewichtsboxer sei. Dafür müsse und werde er jeden Gegner besiegen, ob dieser nun Salido, Rojas, John, Caballero oder Lopez heiße.

13. September 2010



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