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MELDUNG/259: Wladimir Klitschko macht Derek Chisora ein Angebot (SB)



Ein Titelkampf käme für den Briten viel zu früh

Wladimir Klitschko will seine Titel Anfang Dezember erneut verteidigen, wofür er derzeit einen geeigneten Herausforderer sucht. Dem Vernehmen nach hat Manager Shelley Finkel, der die Interessen des Ukrainers in den USA vertritt, dem britischen Commonwealthmeister Derek Chisora ein Angebot unterbreitet. Der 26jährige Schwergewichtler hat allerdings erst vierzehn Profikämpfe bestritten und verfügt daher über viel zu wenig Erfahrung, um Klitschko ernsthafte Probleme bereiten zu können. Zwar besiegte er jüngst den englischen Meister Sam Sexton auf recht überzeugende Weise, doch qualifiziert ihn das nicht für eine Herausforderung des Weltmeisters. Sein Promoter Frank Warren ist sich natürlich im klaren darüber, daß dieser Kampf für seinen Boxer viel zu früh käme. Andererseits bestätige Warren, daß Klitschkos Angebot großzügig ausgefallen sei, weshalb er sich Bedenkzeit erbeten hat.

Nach dem Sieg über Samuel Peter sind Wladimir Klitschko die Gegner ausgegangen, zumal David Haye, Tomasz Adamek und Nikolai Walujew, die am ehesten in Frage kämen, derzeit nicht zur Verfügung stehen. Haye verteidigt den WBA-Titel gegen seinen britischen Landsmann Audley Harrison, der Pole Adamek will zunächst noch einen oder zwei Aufbaukämpfe bestreiten und der Russe aus dem Sauerland-Boxstall fällt wegen einer Operation geraume Zeit aus.

Mit einem souveränen Sieg über Chisora würde Klitschko seinem Wunschgegner David Haye eine Botschaft schicken, die das Interesse an diesem Duell in England weiter anheizen dürfte. Davon abgesehen sind die wenigen Alternativen nicht sonderlich reizvoll: Als Herausforderer käme auch David Tua in Frage, der jedoch in seinem letzten Kampf gegen Monte Barrett keine Bäume ausgerissen und gerade noch ein umstrittenes Unentschieden erreicht hat. Bliebe noch der Franzose Jean Marc Mormeck, der international jedoch bislang wenig bekannt ist.


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Jürgen Brähmer unbeeindruckt von Nathan Cleverly

Weltmeister im Halbschwergewicht nach Version der World Boxing Organisation (WBO) ist der Schweriner Jürgen Brähmer, der bei der Universum Box-Promotion unter Vertrag steht. Zum Pflichtherausforderer stieg am vergangenen Wochenende der Waliser Nathan Cleverly auf, der in einem Ausscheidungskampf in Birmingham Karo Murat aus dem Berliner Sauerland-Boxstall durch technischen K.o. in der zehnten Runde besiegte. Cleverly überzeugte durch hohes Tempo und eine aggressive Kampfesweise, mit der Murat über weite Strecken nicht zurechtkam. Während der Waliser auch in seinem 20. Profikampf ungeschlagen blieb, bezog Karo Murat bei seinem 23. Auftritt die erste Niederlage.

Unbeeindruckt von der Leistung seines künftigen Gegners zeigte sich Jürgen Brähmer, der dem Waliser attestierte, dieser habe seinem Namen alle Ehre gemacht und clever geboxt, jedoch Schlagwirkung vermissen lassen. Zudem sei Murat sehr schwach gewesen und habe nicht entschieden Gegenwehr geleistet. "So einfach wird es gegen mich mit Sicherheit nicht", unterstrich der 31jährige Schweriner.

Brähmer ist seit August 2009 WBO-Weltmeister und hat seinen Titel zuletzt im April erfolgreich verteidigt, als er den Argentinier Mariano Nicolas Plotinsky besiegte. Beim nächsten Kampf sollte er im Juli auf den Spanier Alejandro Lakatos treffen, doch mußte er kurzfristig wegen einer Rückenverletzung absagen. Nach achtmonatiger Pause wäre ein Duell mit Cleverly zweifellos mit beträchtlichen Risiken verbunden, die der Schweriner offenbar einzugehen bereit ist.

26. September 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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