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MELDUNG/267: Schlangestehen bei Wladimir Klitschko (SB)



Kandidaten preisen sich an wie Sauerbier

Britischen Medienberichten zufolge steht der nächste Herausforderer Wladimir Klitschkos so gut wie fest: Der 26 Jahre alte und in 16 Kämpfen ungeschlagene Commonwealthmeister Derek Chisora hat das Rennen um die heißbegehrte Chance gemacht, mit dem Weltmeister der Verbände WBO, IBF und IBO am 11. Dezember in den Ring zu steigen. Fragt man Klitschkos Manager Bernd Bönte, ist die Sache jedoch noch längst nicht in trockenen Tüchern: Verhandlungen mit dem Lager des Briten könne er bestätigen, doch sei noch kein Vertrag unterschrieben.

Solange keine Nägel mit Köpfen gemacht sind, bringen sich diverse weitere Kandidaten als mögliche Herausforderer ins Gespräch. Darunter befindet sich auch Juan Carlos Gomez, der im Zuge seiner ewigen Irrfahrt von einem Promoter zum nächsten bekanntlich wieder bei Universum gelandet ist, wo er einst WBC-Weltmeister im Cruisergewicht geworden war. Mit 48 Siegen und nur zwei Niederlagen, die letzte bezogen am 21. März 2009 im Titelkampf gegen Vitali Klitschko, kann der Kubaner eine ansehnliche Bilanz vorweisen.

Er verstehe nicht, warum Wladimir so lange nach einem Gegner sucht und den Eindruck erweckt, es gebe keinen echten Prüfstein, verkündet der Kubaner. "Ich bin in der Form meines Lebens. So fit war ich noch nie. Ich habe gegenüber meinem Kampf gegen Vitali mehr als 10 kg abgenommen und sehr hart trainiert. Wenn Wladimir wirklich eine Herausforderung sucht: Hier bin ich!" Den jüngeren Klitschko habe er bereits als Amateur besiegt. Vitali sei wesentlich härter, während Wladimir kleiner sei, über geringere Schlagwirkung verfüge und eher auf Technik setze. "Das kommt mir natürlich entgegen. Und er ist immerhin schon ganze dreimal ausgeknockt worden." Wie Gomez zudem für sich geltend macht, habe er durch den Wechsel zu Trainer Arthur Grigorian neue Impulse bekommen, um sich weiterzuentwickeln.

Bei der Niederlage gegen Vitali Klitschko sei er nicht hundertprozentig in Form und konzentriert gewesen. Wladimir könne er besiegen, da sei er sich ganz sicher, behauptet Gomez. Wladimir Klitschko hat von seinen 58 Kämpfen drei verloren und zuletzt Samuel Peter durch K.o. in der zehnten Runde besiegt. Der Kubaner stuft diesen Kampf als so einseitig und langweilig ein, daß niemand dergleichen sehen wolle. "Laß uns kämpfen, Wladimir!", bietet sich Gomez als bessere Option an.

Unterdessen preisen sich weitere Schwergewichtler als Herausforderer an, deren Aussichten noch geringer als die des Kubaners sind. Der 35 Jahre alte Dominick Guinn ist mit 33 Siegen, sechs Niederlagen und einem Unentschieden schon auf dem Papier nicht gerade erste Wahl. Das gilt um so mehr, wenn man berücksichtigt, daß er bereits gegen Eddie Chambers, Tony Thompson und Monte Barrett verloren hat, die alle drei gegen Klitschko den kürzeren gezogen haben.

Der in Australien lebende Samoaner Alex Leapai würde für einen Titelkampf gerne nach Deutschland kommen. Sein Manager Noel Thornberry habe dem Lager des Ukrainers jedenfalls schon Bescheid gegeben, daß man bereit für den Kampf sei. Leapai hat 20 Auftritte gewonnen sowie je drei verloren und unentschieden beendet. Die WBO führt ihn in ihrer Rangliste an vierzehnter Stelle. Wie er versichert, sei er bereit, gegen Wladimir anzutreten, sofern sich die Chance dazu ergebe. Er würde sich auf diesen Kampf wie auf jeden anderen vorbereiten und spektakulär durch K.o. gewinnen. Kämpfe würden durch den Boxstil entschieden, und er habe einen Plan, wie er Wladimir Klitschko besiegen könne.

4. Oktober 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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