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MELDUNG/268: Carl Froch zieht gegen Arthur Abraham vom Leder (SB)



Brite sieht sich bei ihrem Duell in Helsinki bereits als Sieger

Am 27. November treffen Arthur Abraham aus dem Sauerland-Boxstall und der Brite Carl Froch in der dritten Runde des Super-Six-Turniers aufeinander. Die Promoter Kalle Sauerland und Mick Hennessy haben sich auf die Hartwell Arena in Helsinki als neutralen Austragungsort geeinigt und damit die leidige Kontroverse um den Heimvorteil beendet. Unterdessen leistet Froch einen Beitrag zur Werbung für den Kampf der Supermittelgewichtler und schießt sich verbal auf seinen Gegner ein.

Aus dem Kampf gegen Mikkel Kessler sei er mit gestärktem Selbstvertrauen hervorgegangen, da er sich trotz ungünstigster Umstände hervorragend geschlagen habe, erklärt der Brite. Damals wurden auf Grund der Vulkanasche die meisten Flüge gestrichen, so daß er erst in letzter Minute in Dänemark angekommen sei. Er sei in die Höhle des Löwen gestiegen und habe vor 12.000 fanatischen Wikingern Löcher in ihren Helden geschlagen.

Er habe einfach Pech gehabt und auf den Zetteln der Punktrichter knapp im Rückstand gelegen. Abraham sei hingegen zuletzt von Andre Dirrell deklassiert worden, den er selbst bereits besiegt habe. Sobald der Berliner ohne Heimvorteil boxe, werde er vorgeführt: "Wenn ich mit ihm fertig bin, wird er sich die Nordlichter in Helsinki vom Ringboden aus ansehen!"


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Sosnowski soll gegen Europameister Dimitrenko antreten

Alexander Dimitrenko, der bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag steht, hatte sich im Juli den vakanten Titel des Europameisters im Schwergewicht gesichert. Bei dessen erster Verteidigung soll er sich nach dem Willen der EBU in absehbarer Zeit Albert Sosnowski stellen, der gegen WBC-Weltmeister Vitali Klitschko den kürzeren gezogen hat. Der in England lebende Pole war früher selbst Europameister, hatte den Titel aber vor der Herausforderung des Ukrainers niedergelegt.

Seit dieser Niederlage hat Sosnowski einen Aufbaukampf bestritten, den er bereits in der ersten Runde für sich entscheiden konnte. Für den 31jährigen stehen 50 Profikämpfe zu Buche, von denen er 46 gewonnen, drei verloren und einen unentschieden beendet hat. Der drei Jahre jüngeren Dimitrenko hat bislang 30 Siege und eine Niederlage vorzuweisen. Nun haben die beiderseitigen Promoter bis zum 28. Oktober Zeit, sich auf Datum und Austragungsort zu einigen. Sollte keine Einigung zustande kommen, wird der Kampf wie üblich an den Höchstbietenden versteigert.


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Klitschkos Angebot zu niedrig für David Tua?

David Tua, der als möglicher Gegner Wladimir Klitschkos am 11. Dezember im Gespräch war, hat nach Angaben seines Promoters Cedric Kushner wegen eines zu niedrigen Angebots abgewinkt. Da die Gagenvorstellungen sehr weit auseinander gelegen hätten, habe er keinen Grund gesehen, die Verhandlungen weiterzuführen, so Kushner. Wie der US-Promoter einräumte, habe er nicht zurückgerufen und erst auf Nachfrage mitgeteilt, daß es nichts zu besprechen gebe. Dann nannte er als wohlgemerkt hypothetisches Beispiel, daß man zwei Millionen fordere, aber nur 400.000 geboten bekomme. In diesem Fall wichen die Vorstellungen so weit voneinander ab, daß es keinen Verhandlungsspielraum gebe. Statt dessen werde David Tua gegen Ende des Jahres einen Aufbaukampf absolvieren und im neuen Jahr eine Revanche gegen Monte Barrett bestreiten.


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Kanonenfutter für Alexander Powetkin

Trainer Teddy Atlas, der zu den renommiertesten Vertretern seines Fachs gehört, nimmt sich offensichtlich Zeit, Alexander Powetkin zu einem aussichtsreichen Kandidaten für die Weltmeisterschaft im Schwergewicht aufzubauen. Wohl wissend, daß der Russe derzeit keine Chance gegen die Klitschkos hätte und vermutlich auch David Haye nicht gewachsen wäre, rät er ihm dringend ab, in der Hoffnung auf einen Glückstreffer das Risiko des absehbaren Scheiterns auf sich zu nehmen. Powetkin, der deswegen den bereits anberaumten Titelkampf gegen Wladimir Klitschko kurzfristig abgesagt hat und daraufhin von der IBF auf den elften Platz der Rangliste zurückgestuft wurde, rangiert bei der WBO vorerst noch an dritter Stelle.

Der in 19 Profikämpfen ungeschlagene Russe aus dem Sauerland-Boxstall trifft dem Vernehmen nach am 16. Oktober vor heimischem Publikum in Tschechow auf den Nigerianer Teke Oruh. Dieser nennt sich zwar "African Prince" und hat 14 Kämpfe gewonnen, aber bereits zwei verloren sowie einen unentschieden beendet. Noch schwerer wiegt freilich, daß Oruh die Niederlagen bei seinen letzten beiden Auftritten bezogen und seit fast zwei Jahren nicht mehr im Ring gestanden hat. Nun soll er gegen Powetkin verheizt werden, dem man damit keinen Prüfstein, sondern eine leichte Beute vorsetzt. Atlas, der mit seinem Schützling drei bis fünf Aufbaukämpfe bestreiten will, ehe man sich an einen Weltmeister wagt, läßt sich weder drängen, noch durch Forderungen nach spektakuläreren Auftritten aus der Ruhe bringen.

5. Oktober 2010



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