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MELDUNG/272: Nun versucht auch Antonio Tarver sein Glück im Schwergewicht (SB)



41jähriger Exweltmeister debütiert gegen Nagy Aguilera

Die größtenteils desolate Verfassung der Schwergewichtsszene reizt zahlreiche Akteure leichterer Limits, in die Königsklasse aufzusteigen und dort lukrative Auftritte zu bestreiten. Dieser Karawane schließt sich nun auch der 41 Jahre Antonio Tarver an, der früher Weltmeister im Halbschwergewicht war. Er hält sich erst gar nicht damit auf, zunächst im Cruisergewicht sein Glück zu versuchen, sondern gibt am 15. Oktober gegen Nagy Aguilera sein Debüt im Schwergewicht.

Wie Tarver erklärt, sei es durchaus seine Absicht gewesen, zunächst einen Kampf im Cruisergewicht zu bestreiten, bei dem bekanntlich Danny Green der Gegner sein sollte. Der Australier sei jedoch eine Lachnummer und lebe ausschließlich von seinem Sieg gegen Roy Jones: "Wenn man sich seine letzten beiden Kämpfe ansieht, weiß man, daß er gegen niemand kämpfen will, der nicht schon halbtot ist."

Bescheidenheit ist Tarvers Sache nicht, der offenbar die Auffassung vieler Zunftkollegen teilt, man müsse möglichst dick auftragen, um es in dieser Branche zu etwas zu bringen. Obgleich er noch nicht einen einzigen Schwergewichtskampf bestritten hat, führt der US-Amerikaner bereits einen Titelkampf gegen David Haye oder die Klitschkos im Munde, die seines Erachtens nicht über seine technischen Fähigkeiten verfügen. Nagy Aguilera sei ein talentierter junger Kämpfer, der bereits frühere Weltmeister wie Oleg Maskajew geschlagen habe. "Er hat jedoch nie gegen jemanden mit meiner Erfahrung, meinem Talent und meinen Fähigkeiten geboxt. Dasselbe gilt für die Klitschkos. Ich verfüge über Ringintelligenz, ich weiß wie man Schlägen und Kontern aus dem Weg geht." Man darf gespannt sein, ob Antonio Tarver nicht bereits bei seinem Debüt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.


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Weltmeisterin Cecilia Braekhus tritt in Rostock an

Sebastian Sylvester, der am 30. Oktober seinen IBF-Titel im Mittelgewicht gegen Mahir Oral verteidigt, ist nicht der einzige Weltmeister, der an diesem Abend in der Stadthalle Rostock in den Ring steigt. Cecilia Braekhus, die ebenfalls bei Sauerland Event unter Vertrag steht, kehrt nach drei Auftritten im Ausland wieder nach Deutschland zurück. Die bei Ulli Wegner in Berlin trainierende 29 Jahre alte Norwegerin bringt die Gürtel der Verbände WBA, WBC und WBO im Weltergewicht mit. Ihre Gegnerin soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

Die in vierzehn Profikämpfen ungeschlagene Titelverteidigerin freut sich eigenen Angaben zufolge bereits darauf, in Rostock zu boxen, und stellt den Zuschauern eine mitreißende Vorstellung in Aussicht, an deren Ende sie als alte und neue Weltmeisterin den Ring verlassen werde. Da ihr Trainer Ulli Wegner in Deutschland außerordentlich beliebt sei, werde das Publikum wie eine Wand hinter ihr stehen. Auch rechne sie mit zahlreichen Fans aus Norwegen, die sie bei ihrem Auftritt unterstützen werden.

Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer hebt neben dem sportlichen Potential der Norwegerin die enorme Beliebtheit in ihrer Heimat hervor. Cecilia Braekhus gehöre schon heute zu den ganz großen Persönlichkeiten des Frauenboxens. In Norwegen zählt die Weltmeisterin, deren Kämpfe stets live übertragen werden, zu den prominentesten Sportstars, weshalb sie auch ein gerngesehener Gast bei den populärsten Fernsehshows des Landes ist.

9. Oktober 2010



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