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MELDUNG/274: Super-Six-Turnier verliert einen weiteren Teilnehmer (SB)



Andre Dirrell wirft wegen neurologischer Probleme das Handtuch

Das Turnier der sechs namhaften Supermittelgewichtler hat einen weiteren Teilnehmer verloren. Nun ist auch der US-Amerikaner Andre Dirrell ausgestiegen. "Ich bin sehr enttäuscht. Andre hat einige neurologische Probleme. Ein Spezialist hat uns gesagt, daß Andre derzeit nicht in der Lage ist, ein Sparring zu absolvieren, geschweige denn einen Kampf zu bestreiten", nahm Promoter Gary Shaw gegenüber "fightnews.com" zu den Gründen für den Rückzug Stellung. Dirrell tritt damit nicht wie geplant am 27. November gegen seinen Landsmann Andre Ward an.

Beide hatten zu einem früheren Zeitpunkt erklärt, sie seien seit Jahren befreundet und würden deshalb nicht gegeneinander antreten. Sie standen schon bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gemeinsam in der Staffel ihres Landes. Während Ward damals die Goldmedaille im Halbschwergewicht gewann, sicherte sich Dirrell Bronze im Mittelgewicht. Die beiden arbeiteten als Amateure mitunter im Sparring zusammen, gaben einander aber angeblich das Wort, nie einen Wettkampf gegeneinander auszutragen. Vor kurzem hielten sie noch einen Streit um den Austragungsort ihres ausgelosten Duells vor. Ward bestand darauf, auch seinen dritten Kampf im Turnier in seiner Heimatstadt Oakland zu bestreiten, Dirrell wollte hingegen nur vor heimischem Publikum in Detroit boxen. Nun ist mit dem ärztlichen Befund ein Schlußstrich gezogen, der alle weiteren Spekulationen obsolet macht.

Zuvor hatten bereits der US-Amerikaner Jermain Taylor und der Däne Mikkel Kessler das Handtuch geworfen. Als Ersatz wurden Allan Green aus den USA und der Jamaikaner Glen Johnson berufen, die im direkten Duell um einen Platz im Halbfinale kämpfen. Den hat der US-Amerikaner Andre Ward bereits sicher. Arthur Abraham, der am 27. November in Helsinki gegen den Briten Carl Froch antritt, ist der Einzug ins Halbfinale ebenfalls kaum noch zu nehmen.


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IBF setzt Turnier für Herausforderung Wladimir Klitschkos an

Der nächste Pflichtherausforderer der International Boxing Federation für Weltmeister Wladimir Klitschko soll in einem Turnier mit vier Teilnehmern ermittelt werden. Der 34 Jahre alte Ukrainer trägt die Titel der Verbände IBF und WBO sowie der marginalen IBO. Das Quartett der Kandidaten setzt sich aus dem Russen Denis Boitsow (24) und dessen Teamkollegen Alexander Dimitrenko (28) aus der Ukraine sowie dem US-Amerikaner Jonathon Banks (28) und dem Franzosen Marc Mormeck (38) zusammen.

Der ungeschlagene Boitsow hat 22 seine 27 Siege durch K.o. errungen. "Ich werde Wladimir vom Thron hauen. Er hat Patronen als Fäuste - ich Granaten", warf sich der Russe in die Brust, der wie Dimitrenko bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag steht.

Die IBF hatte in der Vergangenheit schon einmal ein Turnier mit vier Boxern des Schwergewichts organisiert, um Wladimir Klitschkos Herausforderer zu ermitteln. Damals setzte sich der Russe Alexander Powetkin Anfang 2008 durch, während die US-Amerikaner Eddie Chambers, Chris Byrd und Calvin Brock das Nachsehen hatten. Powetkin kam jedoch durch eine Reihe widriger Umstände nie dazu, gegen den Ukrainer anzutreten. Als es endlich soweit war, sagte der Russe offenbar auf Anraten seines Trainers Teddy Atlas den Kampf kurzfristig ab, worauf ihn der Verband von der Spitze seiner Rangliste auf den elften Platz zurückstufte.

11. Oktober 2010



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