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MELDUNG/283: Zsolt Erdei versucht sein Glück in den USA (SB)



Unter neuem Promoter im November gegen Kenianer Samson Onyango

Zsolt Erdei ist in 31 Profikämpfen ungeschlagen. Im vergangenen November wurde er WBC-Weltmeister im Cruisergewicht (bis 90,718 kg). Vor seinem Wechsel in dieses Limit war er fast sechs Jahre lang Weltmeister der WBO im Halbschwergewicht (bis 79,378 kg). Nach einer langen Pause bestreitet der Ungar unter seinem neuen Promoter Lou DiBella am 20. November in New Jersey sein Debüt in den USA. Er stand in der Vergangenheit bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag, von der er im Streit schied. Als sich ursprüngliche Pläne zerschlagen hatten, gegen einen der anderen Weltmeister im Halbschwergewicht anzutreten, arrangierte Promoter Klaus-Peter Kohl einen Titelkampf im Cruisergewicht, um den Weg für Erdeis Teamkollegen Jürgen Brähmer freizumachen, der dadurch zum regulären Champion der WBO im alten Limit des Ungarn aufstieg. Dieser gewann zwar auf Anhieb die Weltmeisterschaft in der höheren Gewichtsklasse, doch fühlte er sich dort nicht wohl. Die Rückkehr ins Halbschwergewicht wurde ihm jedoch von Universum verwehrt.

Im Vorprogramm des Titelkampfs im Mittelgewicht zwischen Sergio Martinez und Paul Williams trifft Erdei auf den Kenianer Samson Onyango, der 20 Auftritte gewonnen und sechs verloren hat. Wie der Ungar dazu erklärte, habe er in Europa fast alles erreicht und suche sein Glück nun in den USA. Er wolle mit namhaften Gegnern seiner Gewichtsklasse in den Ring steigen und sie besiegen. Wenngleich ihm bewußt sei, um welch große Herausforderung es sich handle, habe er doch derart schwierige Aufgaben nie gescheut. Jedenfalls werde er seine Karriere nicht beenden, ohne es in den USA versucht zu haben.


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Werbetour mit Jean Pascal und Bernard Hopkins

Am 18. Dezember verteidigt WBC-Weltmeister Jean Pascal seinen Titel im Halbschwergewicht in Quebec City gegen Bernard Hopkins. Da sich Pascal im August durch einen Sieg über Chad Dawson den prestigeträchtigen Gürtel des Ring Magazines gesichert hat, steht bei seinem Duell mit Hopkins die Vorherrschaft in dieser Gewichtsklasse auf dem Spiel. Während der Kanadier 26 Kämpfe gewonnen und nur einen verloren hat, stehen für den Herausforderer 51 Siege, fünf Niederlagen und ein Unentschieden zu Buche. Der 45jährige US-Amerikaner will mit einem Erfolg gegen den 18 Jahre jüngeren Champion seine legendäre Karriere um ein weiteres denkwürdiges Kapitel ergänzen.

Im Rahmen der Pressetour zur Bewerbung ihres Kampfs trafen die Kontrahenten in Montreal erstmals persönlich aufeinander. Pascal kündigte eine neue Ära an, deren Aushängeschild er sei. Nach der Niederlage gegen den Briten Carl Froch habe man ihn bereits abgeschrieben, doch mit seinen Siegen gegen Adrian Diaconu und Chad Dawson sei es ihm gelungen, seine Kritiker eines Besseren zu belehren. Seine alte Schulterverletzung mache ihm nicht mehr zu schaffen, denn im Kampf gegen Dawson habe er zum ersten Mal seit drei Jahren keine Schmerzen verspürt.

Der auch in der Öffentlichkeitsarbeit versierte Hopkins sprach direkt das kanadische Publikum an, dessen Begeisterung für große Kämpfe er voll und ganz verstehe. Boxen lasse sich mit nichts vergleichen, und kein anderes Gefühl komme dem Erlebnis nahe, unter dem Jubel der Menge zum Ring zu marschieren. Er habe seine gesamte Karriere dem Vorhaben gewidmet, Geschichte zu schreiben, und werde die Handschuhe erst an den Nagel hängen, wenn er zu solchen Taten nicht mehr imstande sei. Er wolle sich mit Pascal messen, weil dieser ein exzellenter Boxer, Weltmeister und vom Ring Magazine als bester Halbschwergewichtler anerkannt sei: "Jean Pascal mag vielleicht die Zukunft des Boxens sein, ich aber bin die Vergangenheit und die Gegenwart!"

22. Oktober 2010



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