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MELDUNG/285: Schmeichelhaftes Unentschieden Hoffmanns gegen Petkovic (SB)



Europatitel der WBO bleibt weiterhin vakant

Bei einer Veranstaltung des Magdeburger Boxstalls SES vor 3.500 Zuschauern in Riesa traf Timo Hoffmann aus Polleben im Kampf um die vakante Europameisterschaft im Schwergewicht nach Version der WBO auf den in München lebenden ehemaligen Cruisergewichtler Alexander Petkovic. Der gebürtige Serbe war 2003 in einem Titelkampf nur knapp Weltmeister Johnny Nelson unterlegen. Der Münchner ist gut zehn Zentimeter kleiner als der 2,02 m große Hoffmann, aber mit Dreißig immerhin sechs Jahre jünger als sein körperlich überlegener Kontrahent.

Der 36jährige Timo Hoffmann war in der Vergangenheit dreimal beim Versuch gescheitert, Europameister im Schwergewicht zu werden. Im November 2000 unterlag er in Hannover im Kampf um die vakante Europameisterschaft Vitali Klitschko klar nach Punkten, wobei er sich zugute halten kann, neben den US-Amerikanern Kevin Johnson und Shannon Briggs der einzige Boxer zu sein, der mit dem älteren Klitschko über volle zwölf Runden gegangen ist. Im März 2004 reichte es in Berlin gegen den damaligen Europameister Luan Krasniqi aus dem Universum-Boxstall nur zu einem Unentschieden, und im Jahr darauf verlor Hoffmann bei seinem dritten Kampf um den europäischen Titel gegen den Italiener Paolo Vidoz mit 1:2 Punktrichterstimmen.

Auch beim Duell gegen Alexander Petkovic in der Erdgas-Arena kam Timo Hoffmann nicht über ein Unentschieden hinaus, das nach Ansicht vieler Beobachter sogar mehr als schmeichelhaft war. Damit bleibt der Europameistertitel der WBO vakant. In einem recht ereignisarmen Kampf landete der schnellere und beweglichere Petkovic die besseren Treffer, während der statisch agierende Hoffmann seinen Gegner nur selten stellen konnte. Der Lokalmatador war mit der Wertung gut bedient, da sein Gegner die klareren Aktionen zeigte, Hoffmanns Schläge hingegen häufig ins Leere gingen. Petkovic, der mehrere Jahre nicht mehr im Ring gestanden und seit seiner Zeit im Cruisergewicht 28 Kilo zugelegt hatte, ging auch gegen Ende des Kampfs keineswegs die Luft aus. Vielmehr war es Hoffmann, der völlig erschöpft wirkte und sich über die Runden rettete. Die Punktrichter notierten 115:113 für Petkovic sowie zweimal 114:114, was von den Zuschauern mit einem Pfeifkonzert quittiert wurde.

Timo Hoffmanns Bilanz weist damit 39 Siege, sieben Niederlagen und zwei Unentschieden auf, während für Alexander Petkovic 39 gewonnene, vier verlorene und vier unentschieden beendete Auftritte zu Buche stehen. SES Boxer Hoffmann vergab mit dieser schwachen Vorstellung die Chance, sich mit einem Sieg und in der Rangliste der WBO besser zu plazieren. Von seinen letzten sechs Auftritten hat er nur zwei gewonnen, wobei er im Mai 2009 mit einer blamablen Leistung gegen den Routinier Francois Botha enttäuschte. Von einem erhofften Duell gegen Klitschko sollte Hoffmann besser nicht mehr sprechen.

Im anschließenden Interview mit Sport 1 verlieh Timo Hoffmann seiner Enttäuschung Ausdruck. Er könne seinem Gegner eine erstklassige Leistung attestieren, während er selbst schlecht geboxt habe, wofür er sich bei den Zuschauern entschuldigen wolle. Er werde sich die Videoaufnahmen des Kampfs hundertmal ansehen und hoffe auf eine Revanche. Auch Alexander Petkovic wäre mit einem Rückkampf einverstanden, da er in Europa seines Erachtens noch etwas zu sagen hat.

Im zweiten Hauptkampf des Abends in Riesa sicherte sich die erst 20jährige Christina Hammer aus Dortmund die vakante Weltmeisterschaft der WBO im Mittelgewicht. Sie besiegte die Italienerin Teresa Perozzi über zehn Runden einstimmig nach Punkten (98:92, 98:92, 97:93) und verbesserte ihre Bilanz auf acht gewonnene Auftritte im Profilager. Im Rahmenprogramm setzten sich Sergio Vartanow, Haxhi Krasniqi und Tommy Altmann durch.

24. Oktober 2010



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