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MELDUNG/287: Promoter Top Rank mustert Samuel Peter aus (SB)



Sechs Wochen nach der Niederlage gegen Klitschko entlassen

Mit Schwergewichtlern ist in den USA kein Geschäft mehr zu machen, zumal nachdem sie die Wege der Klitschkos gekreuzt haben. Diese Erfahrung macht nun auch der frühere WBC-Weltmeister Samuel Peter, der sechs Wochen nach seiner Niederlage gegen Wladimir Klitschko von seinem Promoter Top Rank entlassen worden ist. Lange währte die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen Bob Arums und dem gebürtigen Nigerianer nicht, der erst vor vierzehn Monaten nach seiner Niederlage gegen Eddie Chambers übernommen und zu einem weiteren Titelkampf geführt worden war.

Wie Carl Moretti von Top Rank zur Begründung der Kündigung anführte, sei die Schwergewichtsszene in den USA derzeit so trostlos, daß man nicht einmal einen Boxer behalten könnte, der auf heldenhafte Weise verloren hätte, geschweige denn einen Kämpfer, der von Runde eins an chancenlos war. Man wünsche Samuel Peter alles Gute und hoffe, daß er irgendwann noch einmal eine Chance auf einen Titelkampf bekommt.

Trotz dieser Abfuhr sprach Peters Manager Ivalo Gotsew gegenüber ESPN.com von einer freundschaftlichen Trennung. Er wolle Bob Arum und Top Rank danken, die alle Zusagen erfüllt und Peter zu einem Titelkampf geführt hätten. Leider sei dieser nicht von Erfolg gekrönt gewesen, so daß man nun von vorne anfangen müsse. Man werde sich darauf konzentrieren, große Kämpfe zu bekommen, wovon man die Klitschkos ausnehme, die in einer anderen Liga spielten. Gegen alle anderen Konkurrenten wie Chris Arreola, Alexander Powetkin, Tomasz Adamek oder David Haye habe sein Boxer jedoch gute Chancen. Man plane zunächst einen Aufbaukampf, um in der Folge ein Duell gegen einen der vier genannten Gegner anzustreben.


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Powetkins Kampf in Rostock storniert

Alexander Powetkin ist derzeit weit davon entfernt, in einem Kampf um die Weltmeisterschaft eine gute Figur zu machen. Am 16. Oktober brauchte er zwar keine vollen fünf Runden, um mit dem Nigerianer Teke Oruh fertig zu werden, doch hatte er in diesem Aufwärmkampf beträchtliche Probleme und mußte etliche Treffer einstecken.

Trotz des spektakulären Knockouts haderte der Russe zu Recht mit seiner insgesamt wenig überzeugenden Leistung. Es sei wichtig gewesen, diesen Kampf zu bestreiten, da er schon lange nicht mehr in einer so großen Halle geboxt habe. Glücklich sei er über den Verlauf aber nicht, da er zu viele Fehler gemacht habe, so daß noch viel Arbeit vor ihm und seinem Trainer liege.

Trainer Teddy Atlas zog die Konsequenzen und bestand auf einer Absage des am 30. Oktober in Rostock geplanten Kampfs im Vorprogramm der Titelverteidigung Sebastian Sylvesters gegen Mahir Oral. Man wolle lieber an einigen Dingen arbeiten und erst im Dezember wieder in den Ring zurückkehren, teilte Atlas mit.


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Wladimir Klitschko zieht Hayes Interesse in Zweifel

Wladimir Klitschko hat im Rahmen einer Werbekampagne in England zur Vorbereitung seiner Titelverteidigung gegen Dereck Chisora am 11. Dezember in Mannheim heftige Kritik an WBA-Weltmeister David Haye geübt. Dieser sei im Kampf gegen Nikolai Walujew ängstlich wie ein Huhn um den Russen herumgetanzt. Haye rede viel, doch halte er seine Versprechen nicht ein. Mit seinem angekündigten Rücktritt im kommenden Jahr mache er nun Druck, um den Klitschkos die Schuld für den vermiedenen Kampf in die Schuhe zu schieben.

Mit diesem Seitenhieb bezog sich der Ukrainer auf die Ankündigung David Hayes, er wolle die Boxhandschuhe vor seinem 31. Geburtstag am 13. Oktober 2011 endgültig an den Nagel hängen. Klitschko legte nach und verlieh der Befürchtung Ausdruck, daß der Brite womöglich schon vorher die Segel streichen werde, nachdem er es im nächsten Monat mit seinem Landsmann Audley Harrison zu tun bekommen hat. Allzu viele Schläge könne Haye nicht einstecken, weshalb er Gefahr laufe, bei diesem Duell ins Reich der Träume geschickt zu werden.

26. Oktober 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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