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MELDUNG/299: Juan Manuel Lopez setzt sich gegen Rafael Marquez durch (SB)



Schulterverletzung zwingt Herausforderer zur Aufgabe

Weltmeister Juan Manuel Lopez aus Puerto Rico hat den WBO-Titel im Federgewicht in Las Vegas erfolgreich gegen Rafael Marquez verteidigt. In einem hochklassigen und spannenden Kampf boten die Kontrahenten acht Runden lang eine beeindruckende Vorstellung, bei der es immer wieder zum offenen Schlagabtausch kam. In der Pause zum neunten Durchgang mußte der Herausforderer wegen einer Schulterverletzung die Segel streichen.

Der Titelverteidiger dominierte die ersten drei Runden, doch wirkte er im vierten Durchgang nach einem linken Haken des Herausforderers deutlich angeschlagen und mußte nach einer folgenden Rechten beinahe zu Boden gehen. Um diese gefährliche Situation zu überstehen, drückte er den Kopf seines Gegners nach unten und schlug nach, wofür er zwar vom Ringrichter mit einem Punktabzug bestraft wurde, doch zugleich eine kurze Erholungspause erwirtschaftete.

Marquez setzte zu diesem Zeitpunkt seine Rechte kaum noch ein und wurde in der Folge von dem wiedererstarkten Weltmeister zunehmend bedrängt, der ihn vor allem gegen Ende der siebten und achten Runde mit zahlreichen Treffern schwer in Bedrängnis brachte. In der Pause zum neunten Durchgang kam die Ecke des Herausforderers nach einer kurzen Beratung überein, den Kampf nicht mehr fortzusetzen. Wie Marquez anschließend berichtete, sei er bereits mit dieser Verletzung in den Ring gestiegen, da er auf keinen Fall absagen wollte. Er habe jedoch ab der dritten Runde seine Rechte kaum noch einsetzen können.

Juan Manuel Lopez hob die Qualitäten des Herausforderers hervor, der ihn mehrfach hart getroffen habe, und stellte eine Revanche in Puerto Rico in Aussicht. Daraufhin gab Promoter Bob Arum zu bedenken, daß zuerst die Schulter auskuriert werden müsse. Lopez' nächster Auftritt solle in der Tat auf puertoricanischem Boden stattfinden, worauf man im Juni nächsten Jahres gegen Yuriorkis Gamboa aus dem Arena-Boxstall antreten wolle, der die Titel der Verbände WBA und IBF in seinem Besitz hat.


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Glen Johnson schaltet Allan Green aus

Der 41 Jahre alte Glen Johnson hat seine Nachnominierung für das Turnier der sechs prominenten Supermittelgewichtler gerechtfertigt und ist mit einem vorzeitigen Sieg gegen Allan Green ins Halbfinale eingezogen. In Las Vegas setzte sich der Jamaikaner durch K.o. in der achten Runde durch und bekommt dafür in der Wertung drei Punkte gutgeschrieben.

Während sich Green vor allem auf seine behende Beinarbeit verließ und fleißig mit der Führhand arbeitete, machte Johnson in der Hoffnung Druck, früher oder später einen entscheidenden Volltreffer ins Ziel zu bringen. Nach ausgeglichenem Auftakt landete der Jamaikaner gegen Ende der dritten Runde erstmals einen Aufwärtshaken, der seinen zehn Jahre jüngeren Gegner sichtlich erschütterte. Den nächsten Durchgang brachte der konsternierte US-Amerikaner mit viel Klammern über die Zeit, worauf er sich in der Folge mit seiner Beweglichkeit aus der Affäre zog.

Die Entscheidung fiel in der achten Runde, als der nach Punkten zurückliegende Johnson seinen Gegner zunächst mit einer Rechten über dem Ohr traf und ihn dann mit einer weiteren Rechten niederstreckte. Green reklamierte zwar noch, am Hinterkopf getroffen worden zu sein, kam aber nicht mehr rechtzeitig auf die Beine. Mit diesem Erfolg verbesserte Glen Johnson seine Bilanz auf 51 Siege, 14 Niederlagen und zwei Unentschieden, während für Allan Green neben 29 gewonnenen nunmehr drei verlorene Auftritte zu Buche stehen.

Wie der Jamaikaner hinterher berichtete, habe er geduldig auf den entscheidenden Treffer hingearbeitet, der ihm dann ja auch gelungen sei. Er sprach von einem großen Kampf und wichtigen Sieg, wobei er zugleich seinem Bedauern Ausdruck verlieh, daß sein guter Freund Allan Green nicht gleichzeitig weitergekommen sei. Er habe sich jedenfalls großartig gefühlt und werde womöglich noch boxen, bis er Sechzig sei, fügte er in Anspielung auf sein Alter scherzend hinzu.

In der Turnierwertung hat Johnson mit seinen drei Punkten den Briten Carl Froch überholt und liegt gemeinsam mit Arthur Abraham aus dem Sauerland-Boxstall auf dem zweiten Platz. Am 27. November treffen Froch und Abraham in Helsinki aufeinander, wobei letzterer auch im Falle einer Niederlage nicht mehr hinter den Jamaikaner zurückfallen kann und deshalb im Halbfinale keinesfalls gegen den mit vier Punkten führenden Andre Ward antreten muß, dessen Gegner entweder Johnson oder Froch sein wird.

7. November 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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