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MELDUNG/313: Kostproben des Könnens im Universum-Gym (SB)



Durchweg erfolgreiche Auftritte hautnah miterlebt

Den 500 Zuschauern im Hamburger Universum-Gym in der Walddörfer Straße bot sich die seltene Gelegenheit, eine ganze Reihe hochkarätiger Boxer bei ihren Auftritten im Ring hautnah zu erleben. Exweltmeister Ruslan Tschagajew bekam es im Schwergewicht mit dem neun Zentimeter größeren US-Amerikaner Travis Walker zu tun, den er energisch angriff und immer wieder in Bedrängnis brachte. In der zweiten und dritten Runde revanchierte sich der Gast aus den USA mit etlichen Treffern, worauf sich die beiden im vierten Durchgang einen offenen Schlagabtausch lieferten. Am Ende des turbulenten Kampfs setzte sich der Usbeke knapp, aber einstimmig nach Punkten durch (77:75, 78:75, 77:76).

Im Halbmittelgewicht machte Jack Culcay das Beste aus seiner Premiere bei bild.de, dessen Live-Übertragung zu den alternativen Vermarktungswegen des Universum-Boxstalls zählt, der mangels eines großen Fernsehpartners neue Pfade beschreitet. Der Bulgare Alexej Ribchev kam mit der Beweglichkeit seines agilen und technisch überlegenen Gegners nicht zurecht, der von Beginn an Druck machte. Erst in der zweiten Runde gelangen Ribchev einige Treffer, die jedoch ebenso fruchtlos blieben wie sein Versuch, Culcay in den Seilen zu stellen. Zwar steckte der Bulgare nie auf und bot bis zuletzt einen beherzten Kampf, doch konnte er den verdienten Sieg Jack Culcays nicht verhindern (78:74, 79:72, 78:74).

Denis Boitsow, den eine Verletzung an der Hand samt der erforderlich gewordenen Operation monatelang außer Gefecht gesetzt hatte, kehrte mit einem überzeugenden Auftritt in den Ring zurück. Der russische Schwergewichtler schickte seinen Gegner Mike Sheppard aus den USA gleich zum Auftakt zweimal zu Boden, worauf in der zweiten Runde eine Rechte zum Kopf einen weiteren Niederschlag zur Folge hatte. Der US-Amerikaner kam zwar noch einmal auf die Beine, doch mußte er unmittelbar darauf nach einem Körperhaken endgültig die Segel streichen.

Noch schneller beendete Rachim Tschachkijew seinen Auftritt, der dem US-Amerikaner Chris Thomas augenblicklich zeigte, wer Herr im Seilgeviert war. Nachdem er frühzeitig schwer am Kopf getroffen worden war, mußte Thomas kurz vor Ende der ersten Runde nach einem Körpertreffer zu Boden gehen, der den Kampf im Cruisergewicht vorzeitig beendete. Damit blieb Tschachkijew auch in seinem siebten Profikampf ungeschlagen.

Der Gelsenkirchener Schwergewichtler Manuel Charr setzte seinem Gegner Robert Hawkins ein ums andere Mal mit wuchtigen Schlägen zu, die der 40jährige jedoch zunächst gut wegsteckte. Bis zur vierten Runde, die gegen Ende in ein Handgemenge ausartete, hielt der Amerikaner mit, doch mußte er in der Folge Charr zunehmend die Initiative überlassen, dessen Treffer Hawkins schließlich veranlaßten, zu Beginn des sechsten Durchgangs den Kampf aufzugeben.

Exweltmeister Karoly Balzsay traf im Supermittelgewicht auf den Serben Misa Nikolic, der sich frühzeitig in der Defensive sah und bereits in der zweiten Runde von einem rechten Haken auf die Bretter gezwungen wurde. Der Ungar setzte auch weiterhin die Akzente, kombinierte flüssig und traf seinen Gegner häufig. Das vorzeitige Ende kam in Runde vier, als Nikolic nach einem Körperhaken zu Boden ging, von dem er sich nicht mehr erholte. Damit feierte Karoly Balzsay in seinem 25. Profikampf einen souveränen Sieg.

Der Federgewichtler Marcel Meyerdiercks fand in dem Franzosen Philippe Frenois den erwartet starken Gegner, der ihn auf eine harte Probe stellte. Zunächst machte der Wismarer eine gute Figur, da er mit seiner Führhand das Geschehen bestimmte. Im Laufe der Zeit kam der Franzose jedoch immer besser zur Geltung, ohne freilich das Blatt entscheidend wenden zu können. Meyerdiercks trug in der achten Runde nach einem unabsichtlichen Kopfstoß eine Rißwunde davon, die ihn aber nicht an seinem klaren Punktsieg hindern konnte (98:92, 97:95, 96:94), so daß er auch seinen 18. Profikampf ungeschlagen blieb.


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Cecilia Braekhus besiegt Eva Halasi

Weltmeisterin Cecilia Braekhus hat die Titel der Verbände WBA, WBC und WBO im Weltergewicht erfolgreich verteidigt. Die ungeschlagene Norwegerin aus dem Berliner Sauerland-Boxstall besiegte im dänischen Herning die Serbin Eva Halasi durch K.o. in der dritten Runde und verbesserte damit ihre Bilanz auf 16 Siege.

Die Serbin stürmte wie erwartet ungestüm an und brachte Anfang der zweiten Runde ihre Rechte zweimal ins Ziel. Boxerisch klar überlegen bestimmte jedoch Cecilia Braekhus das Geschehen mit ihrer Führhand und konterte die Gegnerin geschickt aus. Im dritten Durchgang traf die Weltmeisterin fast nach Belieben, so daß Halasi nach einem Schlaghagel zu Boden ging und den Kampf nicht mehr fortsetzen konnte.

Die Titelverteidigerin freute sich über ihren vorzeitigen Sieg, und ihr Trainer Georg Bramwoski schloß sich mit dem Lob an, sie habe angesichts einer unbequemen Gegnerin ihre Sache gut gemacht. Nur zwei zwei Wochen nach dem beeindruckenden K.o.-Sieg über Mikaela Lauren in Rostock zeigte die 29jährige erneut eine starke Leistung, was die beträchtliche Schar norwegischer Reporter, die ihre Auftritte vor Ort zu verfolgen pflegen, künftig noch vergrößern dürfte.

23. November 2010



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