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MELDUNG/315: Vitali Tajbert im Land der aufgehenden Sonne (SB)



Titelverteidigung gegen den Japaner Takahiro Aoh

Weltmeister Vitali Tajbert aus dem Hamburger Universum-Boxstall verteidigt am Freitag den WBC-Titel im Superfedergewicht in Japan gegen Takahiro Aoh. Um 10 Uhr deutscher Zeit steigt der Stuttgarter zu einem der vermutlich schwersten Kämpfe seiner Profilaufbahn in den Ring, da sein Gegner in Nagoya früher selbst Champion war und derzeit an Nummer zwei der WBC-Rangliste geführt wird. Während Tajbert mit einer Bilanz von 20 Siegen und einer Niederlage antritt, hat der Herausforderer 19 Auftritte gewonnen, zwei verloren und einen unentschieden beendet.

Gemeinsam mit seinem Trainer Magomed Schaburow ist Vitali Tajbert bereits am 15. November nach Japan gereist, um sich angemessen zu akklimatisieren. Das Umfeld ist zu seiner vollen Zufriedenheit, und so konnte er sich in den verbliebenen Tagen ungestört auf den Kampf einstimmen. Universum-Vize Dietmar Poszwa, der mit Schaburows Trainerkollegen Vardan Zakardayan inzwischen ebenfalls in Nagoya eingetroffen ist, lobte den angenehmen Empfang und die freundliche Aufnahme Tajberts. Magomed Schaburow verwies auf die ausgezeichnete Vorbereitung. Da Vitali erstmals in seiner Profilaufbahn im Ausland in den Ring steige, müsse man besonders wachsam sein. Man sei jedoch auf alles gefaßt und baue auf die große Erfahrung Tajberts.

Bei der Pressekonferenz, die in Anwesenheit von 50 Journalisten im Hilton Nagoya Hotel stattfand, lieferten die Kontrahenten einander das obligatorische Wortgefecht. Nachdem Aoh versichert hatte, er werde gewinnen, weil ihm der Gürtel einfach besser stehe, erwiderte der Weltmeister, das Grün der Trophäe sei eindeutig seine Farbe, weshalb er sie natürlich behalten werde. Sein Gegner könne sich auf etwas gefaßt machen.

Bei der Veranstaltung in Nagoya geht noch ein weiterer Kampf um die Weltmeisterschaft über die Bühne. In der "Gaishi Hall" werden rund 10.000 Zuschauer erwartet, die auch das Duell zwischen dem in 25 Kämpfen ungeschlagenen Mexikaner Juan Carlos Burgos und dem Japaner Hozumi Hasegawa um den vakanten Titel des WBC im Federgewicht mit gespannten Erwartungen verfolgen werden. Hasegawa tritt mit 28 Siegen und drei Niederlagen an.


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Wladimir Klitschko weist Forderung David Hayes zurück

In der Kontroverse zwischen den Klitschkos und David Haye um die Aufteilung der Einkünfte im Falle eines möglichen Kampfs zeichnet sich keine Einigung ab. Während das Team Klitschko den Erlös aus der weltweiten Vermarktung zu gleichen Hälften teilen will, möchte der Engländer alle Einnahmen aus den britischen Pay-per-view-Verkäufen für sich behalten und damit das größere Stück vom Kuchen abbekommen.

Wladimir Klitschko, der sich gegenwärtig mit Trainer Emanuel Steward in Tirol auf seine Titelverteidigung gegen den Briten Derek Chisora am 11. Dezember vorbereitet, unterstrich, daß man von dem ursprünglichen Vorschlag nicht abrücken werde. Sollte sich Haye darauf nicht einlassen, mache er sich lächerlich. Wie der Ukrainer zudem berichtete, habe er Chisora ausgiebig studiert und schätze ihn als außerordentlich gefährlichen Herausforderer ein. Chisora würde Haye ausknocken, konnte sich Klitschko einen Seitenhieb gegen den Intimfeind aus London nicht verkneifen.


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Erstklassiges Rahmenprogramm bei Dimitrenkos Auftritt

Am 4. Dezember verteidigt Europameister Alexander Dimitrenko aus dem Universum-Boxstall seinen Titel im Schwergewicht gegen den Polen Albert Sosnowski. Inzwischen steht auch das Rahmenprogramm in der Schweriner Sport- und Kongress-Halle, das die Veranstaltung zu einer "Nacht der Schwergewichte" macht. Der frühere WBC-Weltmeister im Cruisergewicht, Juan Carlos Gomez, bekommt es in seinem zweiten Kampf nach der Trennung von Arena mit dem US-Amerikaner Harold Sconiers zu tun, der ihn vor keine allzu großen Probleme stellen dürfte. Ebenfalls im Schwergewicht trifft der in 15 Kämpfen ungeschlagene Manuel Charr aus Gelsenkirchen auf den Routinier Zack Page aus den USA, der in diesem Jahr bereits Kevin McBride und Sebastian Köber besiegt hat.

Christian Hammer hofft sich im Kampf gegen Taras Bidenko zu rehabilitieren, und Olympiasieger Rachim Tschachkijew zweifelt nicht daran, daß er auch seinen achten Auftritt im Cruisergewicht erfolgreich über die Bühne bringen wird, wen immer man als seinen Gegner aufbietet. Trainer Michael Timm freut sich auf den Kampfabend im heimischen Schwerin, wo er natürlich vor allem mit Dimitrenko, aber auch mit seinen anderen Schützlingen überzeugen möchte.

25. November 2010



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