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MELDUNG/317: Handverletzung kostet Vitali Tajbert den Titel (SB)



Japaner Takahiro Aoh neuer WBC-Weltmeister im Superfedergewicht

Vitali Tajbert aus dem Hamburger Universum-Boxstall hat den Gürtel des WBC im Superfedergewicht bei der zweiten Titelverteidigung verloren. Der Stuttgarter unterlag in der "Gaishi Hall" von Nagoya dem japanischen Pflichtherausforderer Takahiro Aoh über zwölf Runden einstimmig nach Punkten. Duane Ford aus den USA, der Südkoreaner Jae Bong Kim und Norppharat Sricharoen aus Thailand werteten den Kampf am Ende 115:112, 117:112, 116:110 für den Japaner.

Von der zweiten Runde an klagte Tajbert über eine Verletzung der rechten Schlaghand, die ihm sichtlich zu schaffen machte. Im dritten Durchgang mußte er nach einer Linken des Gegners erstmals in seiner Profikarriere zu Boden gehen. Gegen Ende der vierten Runde folgte dann ein weiterer Niederschlag. Diese beiden Situationen leiteten den Titelverlust des Stuttgarters ein.

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen hatte Vitali Tajbert mit einer Bronzemedaille das bislang letzte olympische Edelmetall einer deutschen Mannschaft gewonnen. Im Mai 2010 war er durch einen Punktsieg über den Mexikaner Hugo Velasquez Profiweltmeister geworden. Nun mußte der 28 Jahre alte Schwabe im 22. Profikampf die zweite Niederlage hinnehmen, während Takahiro Aoh im 23. Kampf den 20. Sieg feiern konnte.

Wie der als Champion entthronte Tajbert nach dem Kampf im Interview berichtete, habe ihn der erste Niederschlag seiner Karriere nicht sonderlich beeindruckt und aus dem Konzept gebracht. Wesentlich nachteiliger sei die Verletzung an der rechten Hand gewesen. Der Japaner habe sehr viel Druck gemacht, so daß es nicht möglich gewesen sei, ihn mit einer Hand zu besiegen. Mit beiden Händen hätte er gegen Aoh sicher gewonnen, weshalb er unbedingt einen Rückkampf anstrebe und hoffe, daß der neue Weltmeister so fair sei, ihm eine Revanche zu gewähren. Aoh habe ja noch im Ring gesagt, daß er sich gar nicht als Champion fühle.

Promoter Dietmar Poszwa gratulierte dem Japaner und wünschte sich ebenfalls einen baldigen Rückkampf für Tajbert. Man könne an der komplett geschwollenen rechten Gesichtshälfte Aohs ablesen, was der linke Haken Vitalis angerichtet hat. Da man gegen einen Rechtsausleger am besten mit einem linken Haken und der rechten Geraden boxe, sei die Handverletzung eine zu starke Einschränkung gewesen. Die rechte Gerade sei in den ersten beiden Runden sehr gut gekommen. Wäre Vitali in der Lage gewesen, diesen Schlag über die gesamte Distanz auszuführen, hätte er den Kampf zweifellos zu seinen Gunsten entschieden, so Poszwa. Nun müsse der Japaner zunächst gegen den Pflichtherausforderer Humberto Gutierrez antreten. Danach wäre ein Rückkampf gegen Vitali Tajbert möglich.


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Hozumi Hasegawa besiegt Juan Carlos Burgos

Auch der zweite Titelkampf des Abends in der "Gaishi Hall" von Nagoya endete mit dem Sieg des japanischen Herausforderers, der vom restlos begeisterten Publikum stürmisch gefeiert wurde. Hozumi Hasegawa, der früher Champion im Bantamgewicht gewesen war, rehabilitierte sich nach der verheerenden Niederlage gegen Fernando Montiel im April. Bei seinem ersten Auftritt im Federgewicht bezwang er den bis dahin ungeschlagenen Mexikaner Juan Carlos Burgos über zwölf Runden klar nach Punkten (117:110, 117:110, 116:111).

Der Japaner profitierte insbesondere von seiner Beweglichkeit und stellte zudem in kritischen Situationen beträchtliche Standfestigkeit wie auch enormen Kampfgeist unter Beweis. Nach der Niederlage im Vereinigungskampf mit Montiel, die ihn vorübergehend in seiner Karriere zurückwarf, ist Hasegawa nun in der neuen Gewichtsklasse in den Kreis der weltbesten Boxer zurückgekehrt.

27. November 2010



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