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MELDUNG/320: Terminkalender für den Monat Dezember (SB)


Vorschau auf ausgewählte Profikämpfe der kommenden Wochen


4. Dezember: Alexander Dimitrenko gegen Albert Sosnowski

Europameister Alexander Dimitrenko, der bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag steht, verteidigt den Titel im Schwergewicht in Schwerin gegen den Polen Albert Sosnowski. Der Kampfabend in der Sport- und Kongreß-Halle steht unter dem Motto "Schlacht um Europas Krone".

Vor seiner ersten Titelverteidigung unterstreicht der kürzlich eingebürgerte Dimitrenko, daß er sich an der europäischen Spitze behaupten, vor allem aber der erste deutsche Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling werden wolle. Er freue sich auf den Kampf gegen Sosnowski, der über große Erfahrung verfüge. Dessen ungeachtet werde er ihn besiegen und den Zuschauern einen hochklassigen Auftritt bieten.

Im Mai 2010 hatte Sosnowski den Titel des Europameisters niedergelegt, da er gegen WBC-Weltmeister Vitali Klitschko antreten wollte. Im Gelsenkirchener Fußballstadion des FC Schalke 04 unterlag er dem Ukrainer durch K.o. in der zehnten Runde. Daraufhin kam es zu einem Kampf um den vakanten europäischen Titel, den sich Dimitrenko im Juli durch einen vorzeitigen Sieg gegen Jaroslav Zavorotni sicherte. Während Alexander Dimitrenko 30 Kämpfe gewonnen und einen verloren hat, stehen für seinen polnischen Gegner 46 Siege, drei Niederlagen und ein Unentschieden zu Buche.


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11. Dezember: Wladimir Klitschko gegen Dereck Chisora

Wladimir Klitschko verteidigt die Titel der Verbände WBO, IBF und IBO in der Mannheimer SAP-Arena gegen den 26 Jahre alte Briten Dereck Chisora. Der in vierzehn Profikämpfen ungeschlagene Herausforderer ist amtierender britischer Meister und Commonwealthchampion. Er hat seit seinem Profidebüt vor drei Jahren neun Gegner vorzeitig besiegt und wird in der unabhängigen Weltrangliste an Position 13 geführt. Der 34jährige Klitschko bestreitet bereits seinen 19. Titelkampf. Er hat insgesamt 58 Auftritte absolviert, von denen er drei verlor.

Der in Zimbabwe geborene Herausforderer hatte im September mit einem Sieg gegen seinen favorisierten Landsmann Sam Sexton aufhorchen lassen. "Ich wußte, daß ich durch meinen Sieg über Sexton einen Riesenschritt in den Weltranglisten machen würde, aber diese Chance ist der Hammer. Natürlich denken alle, daß ich gegen Klitschko Chancen wie ein Schneeball in der Hölle habe, aber das interessiert mich nicht. Ende des Jahres wird die ganze Welt den Namen Dereck Chisora kennen."

Klitschko tritt natürlich als klarer Favorit gegen Chisora an, der vergleichsweise neu im Profigeschäft ist. Dennoch warnt der Champion vor seinem Kontrahenten: "Ich weiß, daß Chisora ein sehr gefährlicher Gegner ist. Er ist jung, schnell und ein sehr harter Puncher. Mein Trainer Emanuel Steward hat mich vor Chisoras Qualitäten gewarnt und daran erinnert, daß der große Muhammad Ali seinen Titel 1978 gegen Leon Spinks verloren hat, obwohl dieser erst acht Kämpfe bestritten hatte. Ich werde mich intensiv wie immer vorbereiten und versuchen, Chisora keine Chance zu lassen."


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11. Dezember: Amir Khan gegen Rene Marcos Maidana

In Las Vegas geht ein Kampf über die Bühne, der zu einem der Höhepunkte dieses Jahres avancieren könnte. Der britische WBO-Champion im Halbweltergewicht, Amir Khan, trifft im Mandalay Bay Resort & Casino auf den Interimsweltmeister Rene Marcos Maidana aus Argentinien. Der in seiner Heimat überaus populäre Khan gilt als exzellenter Techniker und hat von seinen 24 Profikämpfen nur einen verloren. Eine einzige Niederlage weist auch das Konto des Argentiniers auf, der 30 Auftritte absolviert und 27 von ihnen vorzeitig gewonnen hat. Der 27 Jahre alte Maidana hat seinen Interimstitel bereits dreimal erfolgreich verteidigt.

Amir Khan hat sich zeitweise auf den Philippinen vorbereitet, wo er dem ebenfalls von Freddie Roach trainierten Manny Pacquiao als Sparringspartner zur Verfügung stand. Dabei hätten sich alle im Gym um den Ring versammelt, berichtet Khan, der von der Zusammenarbeit mit dem als bestem Boxer aller Gewichtsklassen gehandelten Pacquiao zweifellos profitiert hat. Selbstbewußt kündigt der Engländer einen vorzeitigen Sieg gegen Maidana an, der noch nie in seiner Karriere k.o. gegangen ist. Er habe mit seinem Trainer zahlreiche Videos von früheren Kämpfen des Argentiniers ausgewertet und sei überzeugt, eine erfolgreiche Strategie gegen diesen Kontrahenten gefunden zu haben.


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11. Dezember: Nathan Cleverly gegen Alejandro Lakatos

Nathan Cleverly, der Karo Murat aus dem Sauerland-Boxstall in einem Ausscheidungskampf der WBO im Halbschwergewicht besiegt hat, kämpft um die Interimsweltmeisterschaft dieses Verbands. Sein Gegner ist der Spanier Alejandro Lakatos, der eigentlich im Juli gegen Jürgen Brähmer antreten sollte. Der anberaumte Kampf mit dem WBO-Champion mußte jedoch kurzfristig wegen einer Rückenverletzung des Schweriners abgesagt werden.

Der favorisierte Waliser ist sich bewußt, daß Lakatos bereits zweimal um die Weltmeisterschaft gekämpft hat und über enorme Erfahrung verfügt. Vormachen könne man dem Spanier nichts, der eine echte Gefahr darstelle. Lakatos sei gegen die Besten der Welt angetreten, weshalb dieser Kampf keineswegs als Selbstgänger eingestuft werden könne: "Ich werde an dem Abend alles geben müssen", erklärte Cleverly.


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17. Dezember: Odlanier Solis gegen Ray Austin

Der kubanische Schwergewichtler Odlanier Solis aus dem Arena-Boxstall trifft in einem Ausscheidungskampf des WBC auf den US-Amerikaner Ray Austin. Wer diesen Kampf gewinnt, ist Pflichtherausforderer des Verbands und kann in absehbarer Zeit mit Weltmeister Vitali Klitschko in den Ring steigen. Dessen Manager Bernd Bönte hat bereits angekündigt, daß Vitalis nächster Auftritt Anfang 2011 eine Pflichtverteidigung werden soll.

Solis strotzt vor Selbstbewußtsein und erklärt, ihm könne niemand das Wasser reichen. Er sei einfach anders als alles, was sonst noch im Schwergewicht herumläuft, und könne nicht besiegt werden. Da der vierfache Amateurweltmeister und Olympiasieger von 2004 im Profilager ungeschlagen ist, kann er vorerst unwidersprochen behaupten, alle hätten Angst vor ihm. Sein Promoter Ahmet Öner fordert schon seit geraumer Zeit einen Titelkampf gegen einen der Klitschkos.

"La Sombra" (Der Schatten) sieht weder in Austin noch in Klitschko ein unüberwindliches Hindernis und denkt bereits laut über sein großes Ziel nach, alle vier bedeutenden Gürtel im Schwergewicht zu vereinen. Einer besonderen Vorbereitung auf Ray Austin bedürfe es nicht, und dessen Kämpfe zu analysieren halte er für völlig überflüssig. Austin sei nur ein weiterer alter Mann wie die meisten Boxer der aktuellen Schwergewichtsszene. Sie seien alle gleich schlecht, und er werde sie der Reihe nach besiegen.


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18. Dezember: Marco Huck gegen Denis Lebedew

Weltmeister Marco Huck aus dem Sauerland-Boxstall verteidigt den WBO-Titel im Cruisergewicht gegen Denis Lebedew. Der in 21 Profikämpfen ungeschlagene Herausforderer ist Ranglistenerster des Verbands, während der Champion 30 Siege und eine Niederlage auf dem Konto hat. Lebedew kann in seiner Heimatstadt Stary Oskol auf ungewöhnliche Unterstützung zurückgreifen. So sollen ihn die Brüder Fedor und Alexander Emilianenko, die sich in den Mixed Martial Arts einen Namen gemacht haben, auf die Kampfesweise des Weltmeisters einstellen.

Laut Lebedews Manager Wladimir Hrijunow wird sein Schützling beim Sparring mit den Brüdern Emilianenko zusammenarbeiten, die gute Freunde von ihm seien. Diese Erfahrung könne sich als sehr wertvoll erweisen, da man auf alle "schmutzigen Tricks" Marco Hucks vorbereitet sein wolle. Derzeit arbeite Denis unter Anleitung der weltbesten Kampfsportler an seinen Fähigkeiten, und in den nächsten Wochen würden einige bekannte ausländische Kämpfer in Stary Oskol eintreffen, um bei der Vorbereitung zu helfen.


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18. Dezember: Jean Pascal gegen Bernard Hopkins

WBC-Weltmeister Jean Pascal verteidigt seinen Titel im Halbschwergewicht in Quebec City gegen Bernard Hopkins. Da sich Pascal im August durch einen Sieg über Chad Dawson den prestigeträchtigen Gürtel des Ring Magazines gesichert hat, steht bei seinem Duell mit Hopkins die Vorherrschaft in dieser Gewichtsklasse auf dem Spiel. Während der Kanadier 26 Kämpfe gewonnen und nur einen verloren hat, stehen für den Herausforderer 51 Siege, fünf Niederlagen und ein Unentschieden zu Buche. Der 45jährige US-Amerikaner will mit einem Erfolg gegen den 18 Jahre jüngeren Champion seine legendäre Karriere um ein weiteres denkwürdiges Kapitel ergänzen.

Pascal kündigt eine neue Ära an, deren Aushängeschild er sei. Nach der Niederlage gegen den Briten Carl Froch habe man ihn bereits abgeschrieben, doch mit seinen Siegen gegen Adrian Diaconu und Chad Dawson sei es ihm gelungen, seine Kritiker eines Besseren zu belehren. Hopkins versichert, er habe seine gesamte Karriere dem Vorhaben gewidmet, Geschichte zu schreiben, und werde die Handschuhe erst an den Nagel hängen, wenn er zu solchen Taten nicht mehr imstande sei. Er wolle sich mit Pascal messen, weil dieser ein exzellenter Boxer, Weltmeister und als bester Halbschwergewichtler anerkannt sei: "Jean Pascal mag vielleicht die Zukunft des Boxens sein, ich aber bin die Vergangenheit und die Gegenwart!"

1. Dezember 2010



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