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MELDUNG/326: Verbaler Schlagabtausch zwischen Klitschko und Chisora (SB)



Boxer und Trainer rühren kräftig die Werbetrommel

Der in vierzehn Profikämpfen ungeschlagene Dereck Chisora ist amtierender britischer Meister und Commonwealth-Champion. In der unabhängigen Weltrangliste wird der Brite an Position 13 geführt. Zweifel, ob er tatsächlich ein Herausforderer ist, der im Unterschied zu seinen Vorgängern Wladimir Klitschko vor erhebliche Probleme stellen kann, sind daher durchaus angebracht. Um so mehr zeigen sich der Weltmeister und sein Gegner bemüht, durch kräftiges Getöse im Vorfeld ihres Duells unter Zuhilfenahme verbaler Schläge unter die Gürtellinie die Stimmung anzuheizen und dem womöglich skeptischen Publikum die Vorbehalte auszutreiben, schließlich wird der Kampf in mehr als 110 Ländern im Fernsehen übertragen.

Nachdem Chisora, der sich im schottischen Hochland auf den Kampf vorbereitet hat, Klitschko mit abfälligen Äußerungen über den Ukrainer, dessen Freundin, die "nicht größer als einen Meter" sei, und Trainer Emanuel Steward nicht eben originell provoziert hatte, schoß der Weltmeister auf der Pressekonferenz in Mannheim zurück: "Ich schlage keine Frauen, so wie du es tust. Wer Frauen schlägt, ist ein Verlierer. Du weißt nicht, wo man boxt - nämlich im Ring", warf Klitschko seinem 26jährigen Gegner an den Kopf. "Als Person bist du schrecklich. Ich werde dir den Weg nach Hause ohne Titel zeigen."

Dieser Vorwurf Klitschkos bezog sich auf Berichte über einen Gewaltausbruch Chisoras bei der Trennung von seiner Ex-Freundin, dessentwegen sich der Brite vor Gericht verantworten mußte, das ihn zur Zahlung von 2.000 Euro Schmerzensgeld verdonnerte. Auf Klitschkos Anwürfe folgten gegenseitige Beschimpfungen der Kontrahenten, wobei Chisora dem Ukrainer unter anderem vorhielt, dieser habe zuletzt nur gegen "Taxifahrer" geboxt. "Ich dagegen bin der geborene Kämpfer", warf sich Chisora in die Brust.

Ungeachtet seiner geringen Erfahrung gab sich der Herausforderer siegessicher: "Wladimir hat noch keinen Gegner wie mich gehabt. Ich bin auf dem Weg nach oben, Klitschko ist auf dem Weg nach unten. Ich bin voller Selbstvertrauen. Klitschkos letzte Gegner wollten doch nur ihren Scheck abholen, ich werde mir die Titel holen", verkündete der Brite.

Sein Promoter Frank Warren schlug in dieselbe Kerbe und erklärte, daß er nicht den geringsten Zweifel daran habe, daß man die Titel mit nach Großbritannien nehmen werde. Das Talent sei wichtiger als Erfahrung. Dem schloß sich Chisoras Trainer Don Charles mit den Worten an, man sei schließlich nicht nach Deutschland gekommen, um Ferien zu machen: "Wir wollen die Titel holen. Wir sind sehr gut vorbereitet. Dereck ist der Kämpfer, der Wladimir schlagen wird."

Klitschkos Trainer Emanuel Steward erwiderte daraufhin, der Herausforderer habe ihm die Arbeit abgenommen, Wladimir zu motivieren: "Chisora hat sich über Wladimir, über dessen Freundin und über mich lustig gemacht. Er hat keinen Respekt gezeigt. Das hat Wladimir sehr verärgert, deshalb wird er sehr viel aggressiver als zuletzt zu Werke gehen. In der Pause nach der ersten Runde wird er sehr viel mehr Respekt haben - wenn es überhaupt zu dieser Pause kommen sollte."

Wladimir Klitschko, der sein Trainingslager wie seit Jahren üblich im österreichischen Going absolviert hat, bestreitet in Mannheim bereits seinen 19. Titelkampf. Der 34jährige hat insgesamt 58 Kämpfe über die Bühne gebracht, von denen er nur drei verlor. Nachdem bislang 49 seiner Gegner vorzeitig die Segel streichen mußten, soll nun der Brite als Nummer 50 zu Boden gehen: "Ich hoffe, er schafft es zur Pressekonferenz nach dem Kampf. Dort habe ich ihm noch einiges zu sagen."

7. Dezember 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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