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MELDUNG/328: Mike Tyson wird in die Ruhmeshalle aufgenommen (SB)



In einer Reihe mit den Legenden des Boxsports

Der 44 Jahre alte ehemalige Schwergewichtsweltmeister Mike Tyson wird am 12. Juni 2011 in die Ruhmeshalle des Boxens aufgenommen, wie Ed Brophy, Präsident der International Boxing Hall of Fame, auf einer Pressekonferenz im US-Bundesstaat New York bekanntgab. Wie Tyson in einer ersten Reaktion auf diese erfreuliche Nachricht sagte, sei das eine große Ehre. Der Boxsport habe ihm so viel gegeben. Es sei ein Segen, in einer Reihe mit all den Legenden zu stehen, die ihn früher motiviert und angespornt hätten.

Der "Class of 2011", die wie üblich von den Mitgliedern der amerikanischen Boxing Writers Association und des Gremiums internationaler Box-Historiker gewählt wurde, gehören zudem die früheren Weltmeister Julio César Chávez und Kostya Tszyu sowie Ringrichter Joe Cortez an. Auch der Hollywoodschauspieler Sylvester Stallone wird künftig in der Ruhmeshalle verewigt sein. Mit seinen sechs Rocky-Filmen, für die er die Drehbücher schrieb und in denen er die Hauptrolle spielte, hatte er dem Boxsport zu ungeahnter Popularität verholfen.

Von deutscher Seite sind nur Max Schmeling und Wilfried Sauerland in der Hall of Fame vertreten, wobei letzterer im Sommer 2010 aufgenommen wurde. Wie der Promoter noch heute schwärmt, werde er die viertägigen Feierlichkeiten in Canastota nie vergessen. Dies sei ein einmaliges Erlebnis, denn bei der Aufnahme in die Ruhmeshalle handle es sich um die größte Ehre, die einem im Boxsport zuteil werden kann. Tyson, Chávez und Tszyu hätten ihren Platz mehr als verdient, was auch für Sylvester Stallone gelte, der sich in besonderer Weise um den Boxsport verdient gemacht habe.


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Brähmer bestreitet Vereinigungskampf mit Shumenow

Jürgen Brähmer steht vor einem Vereinigungskampf, in dem die Titel zweier Weltmeister des Halbschwergewichts zusammengeführt werden. Der WBO-Champion aus dem Hamburger Universum-Boxstall tritt voraussichtlich am 8. Januar gegen WBA-Weltmeister Beibut Shumenow aus Kasachstan an. Der Kampf soll in Shumenows Heimatstadt Tschimkent ausgetragen werden, was für den Schweriner eigenen Angaben zufolge kein Problem ist. Das Duell werde dort jedenfalls eine ganz große Nummer, sagte der 32jährige im Gespräch mit der "Hamburger Morgenpost". Den Kampfvertrag hat Brähmer demnach bereits unterzeichnet.

"Das wird das größte Boxabenteuer meines Lebens", sagte der Schweriner. Er freue sich sehr, mit Shumenow in den Ring zu steigen und ihm in seinem Heimatland den Gürtel wegzunehmen. "Leute, ich werde mit zwei Gürteln über meiner Schulter zurück nach Deutschland kommen!" Der Titelträger der WBO hat bislang 36 Kämpfe gewonnen und zwei verloren. Für den amtierenden WBA-Champion aus Kasachstan stehen zehn Siege und eine Niederlage zu Buche.

Beibut Shumenow war im Januar 2010 das Kunststück gelungen, bereits in seinem zehnten Profikampf Weltmeister zu werden und damit einen neuen Rekord im Halbschwergewicht aufzustellen. Einschränkend muß man hinzufügen, daß ihm der knappe Punktsieg gegen den damaligen Titelträger Gabriel Campillo gewissermaßen geschenkt wurde. Der Kasache ist für einen bedingungslos offensiven Kampfstil bekannt. Während er unablässig vorwärtsdrängt, ist er allerdings nicht selten so offen, daß er der ideale Gegner für einen Konterboxer wie Brähmer sein müßte.

Klaus-Peter Kohl wies darauf hin, daß dieser Kampf Boxgeschichte schreiben könne. Erstmals eröffne sich einem deutschen Profiboxer die Gelegenheit, zwei Weltmeistergürtel in einem fremden Land zu vereinen. Zudem freue man sich, einen Boxer im Kampf um den WBA-Titel aufzubieten, den sich Dariusz Michalczewski im Jahr 1997 mit einem Sieg gegen Virgil Hill gesichert hatte. Jürgen Brähmer stehe ein Gang in die Höhle des Löwen bevor, wo auf jeden Fall mit einem sehr interessanten Duell zweier hochklassiger Akteure zu rechnen sei.

9. Dezember 2010



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