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MELDUNG/330: Heute messen Amir Khan und Marcos Maidana ihre Kräfte (SB)



Spektakuläres Duell im Halbweltergewicht steigt in Las Vegas

In Las Vegas kommt es heute abend zu einem hochkarätigen Duell im Halbweltergewicht (bis 63,503 kg), bei dem WBA-Weltmeister Amir Khan aus England auf den Interimschampion Marcos Maidana aus Argentinien trifft. Der Enkel pakistanischer Einwanderer aus der nordenglischen Stadt Bolton wird von Freddie Roach trainiert, dessen prominentestes Teammitglied der Philippiner Manny Pacquiao ist. Für Khan, der vor wenigen Tagen seinen 24. Geburtstag gefeiert hat, stehen 23 Siege und eine Niederlage zu Buche. Maidana, dessen Promotion sich der Hamburger Universum-Boxstall und das Unternehmen Oscar de la Hoyas teilen, kann mit 29 gewonnenen und einem verlorenen Profikampf aufwarten.

Unter dem Motto "Lightning and Thunder", das auf die technischen Qualitäten des Briten und die enorme Schlagwirkung seines argentinischen Gegners anspielt, bekommen die Zuschauer im Mandalay Bay Resort & Casino eine als außerordentlich reizvoll eingeschätzte Konfrontation unterschiedlicher Kampfesweisen zu sehen. Bei den Buchmachern wird Amir Khan, der im Juli 2009 durch einen Sieg über Andre Kotelnik den WBA-Titel gewonnen und ihn seither zweimal erfolgreich verteidigt hat, als leichter Favorit gehandelt.

Nachdem die Kontrahenten einander im Vorfeld in einem verbalen Fernduell beharkt hatten, gaben sie sich auf der abschließenden Pressekonferenz bemerkenswert gesittet und respektvoll. Der 27 Jahre alte Argentinier dankte allen, die diesen Höhepunkt möglich gemacht hatten, und sprach von einem sehr wichtigen Kampf in seiner Karriere, der dennoch nicht der härteste sei.

Amir Khan kam noch einmal auf seine ausgiebigen Sparringseinheiten mit Manny Pacquiao auf den Philippinen und in Los Angeles zu sprechen. Nach zehn Wochen in der Fremde sei sein Heimweh gewachsen, was sich jedoch verschmerzen lasse, da er sich in Las Vegas einen großen Traum erfülle. Er schätze seinen Gegner als sehr gefährlich ein, doch wolle er das Jahr mit einem Feuerwerk beenden und seinen Teil dazu beitragen, daß dieses Duell den "Kampf des Jahres" repräsentieren werde.

Promoter Dietmar Poszwa rechnet mit einem außerordentlich spannenden Kampf auf höchstem Niveau. Dies unterstrich auch Oscar de la Hoya, dessen Golden Boy Promotions die beste Gewähr für boxerisch anspruchsvolle und insbesondere umsatzstarke Veranstaltungen sind. Wie der frühere Weltmeister und erfolgreiche Unternehmer in diversen Sparten von Sport und Showgeschäft hervorhob, seien Amir Khan und Marcos Maidana ungemein talentierte Kämpfer, die das Zeug zum künftigen Superstar hätten. Ihre unterschiedlichen Stärken machten den besonderen Reiz dieses Duells aus.


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Freddie Roach für Duell zwischen Pacquiao und Martinez

Trainer Freddie Roach hat sich für einen Kampf seines Schützlings Manny Pacquiao gegen Sergio Martinez ausgesprochen, der seit seinem Sieg über Paul Williams im November WBC-Weltmeister im Mittelgewicht ist. Er würde den Philippiner am liebsten sofort gegen Martinez antreten lassen, da Floyd Mayweather gegenwärtig einige andere Probleme zu lösen habe, bevor er wieder an seinen nächsten Auftritt denken könne. Sollte man sich auf ein beiderseits passendes Gewichtslimit einigen können, wäre ein Duell mit dem Argentinier unter den realisierbaren Kämpfen die spannendste Option.

Diese Auffassung teilt Promoter Lou DiBella, der für Sergio Martinez keinen lukrativeren Auftritt als jenen gegen Pacquiao aushandeln könnte. Gegen den Philippiner anzutreten, ist zwar in aller Regel mit einer Niederlage verbunden, doch reizt seine potentiellen Kontrahenten neben der hohen Börse auch die vage Hoffnung, sich mit einem Sieg gegen den als besten Boxer aller Gewichtsklassen gehandelten Star an die Spitze zu katapultieren.

Allerdings liegen die Gewichtsklassen, in denen Sergio Martinez und der sehr viel leichtere Manny Pacquiao regulärerweise boxen, so weit auseinander, daß ihr Duell fast schon groteske Züge annehmen würde. Promoter DiBella zog mit dem Anfang des Mittelgewichts (69,85 kg) eine Grenze, die Martinez körperlich gesehen nicht unterschreiten könne. Indessen hat Pacquiao erst kürzlich beim Gewinn des WBC-Titels im Halbmittelgewicht, der ihn zum Weltmeister in der achten Gewichtsklasse machte, den Mexikaner Antonio Margarito klar dominiert, der acht Kilo schwerer und zwölf Zentimeter größer war. Da der Philippiner physisch überlegene Gegner bislang stets das Fürchten gelehrt hat, dürfte er sich aller Voraussicht nach nicht scheuen, gegen Martinez formal gesehen im Mittelgewicht anzutreten.

11. Dezember 2010



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