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MELDUNG/331: Dauerbrenner Klitschko gegen Haye erneut in aller Munde (SB)



Oscar de la Hoya hält günstigen Zeitpunkt für gekommen

Nach der kurzfristigen Absage des in Mannheim geplanten Titelkampfs zwischen Weltmeister Wladimir Klitschko und Herausforderer Dereck Chisora geistern Rede und Gegenrede in kurzer Taktfolge durch die Medien. Obgleich der Ukrainer wegen der Verletzung eines Bauchmuskels nicht nur nach seinem eigenen Befinden, sondern auch nach eindeutiger ärztlicher Einschätzung unmöglich antreten konnte und nun mehrere Wochen pausieren muß, wurde im Team Chisoras augenblicklich der Verdacht laut, die Verletzung sei nur vorgetäuscht, da der Champion einen Kampf gegen David Haye vorziehe.

Nun hat sich auch WBC-Weltmeister Vitali Klitschko zu Wort gemeldet, der die Vorwürfe von Dereck Chisora und dessen Promoter Frank Warren nicht im Raum stehen lassen will. Nichts hätte seinen Bruder daran gehindert, zuerst gegen Chisora und dann gegen Haye anzutreten, argumentiert der 39jährige. Wer dennoch Zweifel hege, sei auf die Ergebnisse der medizinische Untersuchung verwiesen, anhand derer sich die Verletzung eindeutig nachweisen lasse. Habe jemand nach wie vor Einwände, könne er sich mit dem Bericht vertraut machen. "Wir spielen fair und mit offenen Karten", schloß Vitali Klitschko.

Trainer Emanuel Steward ist nach der Absage des Kampfs bereits in die USA zurückgekehrt. Der 66jährige geht eigenen Angaben zufolge davon aus, daß die Titelverteidigung gegen Chisora zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird - sofern sich David Haye nicht völlig überraschend doch noch bereiterklärt, gegen Wladimir Klitschko anzutreten.

Auch Oscar de la Hoya glaubt, daß die verletzungsbedingte Absage Wladimir Klitschkos eine Möglichkeit eröffnet, den vielfach geforderten Kampf zwischen Klitschko und Haye endlich auf die Beine zu stellen. Das besondere Interesse der Golden Boy Promotions an einem solchen Duell erklärt sich daraus, daß De la Hoya ebenso wie Sauerland Event Anteile am britischen WBA-Weltmeister im Schwergewicht hält. Wie der Präsident der Golden Boy Promotions unterstrich, handle es sich bei dem Duell zwischen Klitschko und Haye nicht nur um einen Kampf, es sei vielmehr ein Event. Ob dieses Ereignis in Amerika oder Europa stattfinde, überall seien die Leute daran interessiert.

Er zweifle nicht daran, daß David Haye diesen Kampf will, für den sich nun die perfekte Gelegenheit biete. "Ich bin sicher, Klitschko ist auch an Bord", gab sich Oscar de la Hoya vom Gelingen seiner Pläne überzeugt. Auch den alten Streit um die Verteilung der Fernsehgelder glaubt De la Hoya lösen zu können. Wenn sein Geschäftsführer Richard Schaefer zum Zuge komme, sei alles machbar. Schaefer sei ein Experte darin, eine Einigung herbeizuführen, mit der beide Seiten glücklich werden könnten. Deshalb sei er sehr optimistisch, daß dieser Schwergewichtskampf zustande kommen wird.


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Tomasz Adamek läßt Vinny Maddalone keine Chance

Unterdessen hat Tomasz Adamek, der als ein weiterer möglicher Gegner der Klitschkos im Gespräch ist, erneut unterstrichen, daß man auch im Schwergewicht mit ihm rechnen muß. Der frühere WBC-Weltmeister im Halbschwergewicht und IBF-Champion im Cruisergewicht gewann in Newark, New Jersey, durch technischen K.o. nach zwei Minuten und 17 Sekunden der fünften Runde gegen den US-Amerikaner Vinny Maddalone. Der Pole sicherte sich mit seinem 43. Sieg im 44. Profikampf in den Prudential Centers die internationale Meisterschaft der IBF und den Nordamerika-Gürtel der WBO.

Der Weltranglistenerste der WBO profitierte von seiner Schnelligkeit und hielt Maddalone mit seiner Führhand geschickt in Schach. Nach überlegen geführtem Kampf schickte er seinen 36 Jahre alten Gegner in der fünften Runde mit einem linken Haken zu Boden. Zwar kam der US-Amerikaner noch einmal auf die Beine, doch setzte Adamek so energisch nach, daß die Ecke seines Gegners das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe warf, um Maddalone vor Schlimmerem zu bewahren. Wenngleich der Pole damit einen Kontrahenten abgefertigt hat, der nach den Siegen über Andrew Golota, Jason Estrada, Chris Arreola und Michael Grant als zweite Wahl galt, hat Tomasz Adamek doch erneut unterstrichen, daß er in dem an überragenden Akteuren so armen Schwergewicht derzeit zu den Besten gehört.

13. Dezember 2010



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