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MELDUNG/332: Munition im Handgepäck - Don King auf Reisen (SB)



US-Promoter am Flughafen von Cleveland kontrolliert

US-Promoter Don King ist vom Sicherheitspersonal des internationalen Flughafens von Cleveland angehalten worden, weil Munition in seinem Handgepäck gefunden wurde. Wie die Sprecherin des Hopkins Airport, Jacqueline Mayo, mitteilte, sei der 79jährige gestoppt worden. Man habe die Munition für zwei Handfeuerwaffen sichergestellt, worauf King seinen Flug fortsetzen konnte. Er sei wohl auf dem Weg nach Florida gewesen.

Nach Angaben eines lokalen Senders in Cleveland hatte sich Don King zur Beerdigung seiner Frau in der Stadt aufgehalten. Die 87jährige Henrietta King war am 9. Dezember an Komplikationen bei einer Magenkrebserkrankung gestorben.


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Nathan Cleverly WBO-Interimschampion im Halbschwergewicht

In einem schwachen und über weite Strecken langweiligen Kampf hat sich Nathan Cleverly den Interimstitel der WBO im Halbschwergewicht gesichert. Der 23 Jahre alte Brite besiegte den Franzosen Nadjib Mohammedi einstimmig nach Punkten (115:112, 116:111, 115:113) und blieb damit weiter ungeschlagen, doch bekamen die Zuschauer an diesem Abend wenig zu sehen, das sie begeistert hätte.

Allerdings stand das Duell ohnehin unter einem ungünstigen Stern, weil der ursprünglich als Gegner vorgesehene Spanier Alejandro Lakatos kurzfristig abgesagt hatte. Cleverly mußte sich binnen weniger Tage auf eine völlig andere Kampfesweise einstellen, da der Franzose sehr beweglich im Oberkörper pendelt, seine Fäuste oftmals tief hängen läßt und mit hochgerecktem Kinn Angriffe provoziert, denen er zumeist geschickt auszuweichen versteht.

Cleverly konnte seine eigentliche Stärke, nämlich die hohe Schlagfrequenz, in der Anfangsphase kaum ausspielen, da sich Mohammedi immer wieder entzog und kaum treffen ließ. Der Brite war zwar aktiver und arbeitete damit einen Vorsprung auf den Punktzetteln heraus, doch passierte nicht viel, denn sein Gegner beschränkte sich darauf, ihm auszuweichen und selber wenig zu schlagen.

Nach fünf enttäuschenden Runden, die mehr oder minder knapp auf das Konto Cleverlys gegangen sein dürften, zeigte sich der Franzose im sechsten Durchgang wie verwandelt und übernahm sofort die Initiative. Nun stellte er unter Beweis, wie schnell und gefährlich er schlagen kann, sobald er seine Passivität aufgibt und sich zum Kampf stellt. Auch in der achten Runde war Mohammedi eindeutig Herr des Geschehens und schien eine Wende herbeizuführen, zumal der Brite wegen wiederholten Festhaltens mit einem Punktabzug bestraft wurde.

Cleverlys Ecke, welche die Felle ihres Boxers davonschwimmen sah, brachte ihn in der Pause mit einer Standpauke wieder auf Kurs, die ihre Früchte zeitigte. Der Brite kam im folgenden Durchgang deutlich besser zur Geltung, und obgleich Mohammedi der Aktivere von beiden blieb, brachte Cleverly die klareren Treffer ins Ziel. Allerdings konnte er seine größere Reichweite kaum nutzen und kombinierte zu wenig, um den wendigen Franzosen zu stellen.

Die elfte Runde zählte zu den Tiefpunkten der Darbietung, da sich die Kontrahenten gegenseitig belauerten, aber darüber das Schlagen weitgehend vergaßen. Auch der abschließende zwölfte Durchgang brachte keine nennenswerte Besserung, so daß der Kampf ein deprimierendes Ende fand. An Nathan Cleverlys Punktsieg war zwar nicht zu rütteln, doch von einer Glanzleistung konnte keine Rede sein.

14. Dezember 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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