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MELDUNG/349: Das neue Jahr wirft seinen Schatten voraus (SB)


Vorschau auf ausgewählte Profikämpfe der kommenden Wochen


8. Januar: Jürgen Brähmer gegen Beibut Schumenow

Jürgen Brähmer steht vor einem Vereinigungskampf, in dem die Titel zweier Weltmeister des Halbschwergewichts zusammengeführt werden. Der WBO-Champion aus dem Universum-Boxstall tritt gegen WBA-Weltmeister Beibut Schumenow aus Kasachstan an. Der Kampf soll in dessen Heimatstadt Tschimkent ausgetragen werden, was für den Schweriner eigenen Angaben zufolge kein Problem ist. Das Duell werde dort jedenfalls eine ganz große Nummer, meinte der 32jährige.

"Das wird das größte Boxabenteuer meines Lebens", sagte der Schweriner. Er freue sich sehr, mit Schumenow in den Ring zu steigen und ihm in seinem Heimatland den Gürtel wegzunehmen. "Leute, ich werde mit zwei Gürteln über meiner Schulter zurück nach Deutschland kommen!" Der Titelträger der WBO hat bislang 36 Kämpfe gewonnen und zwei verloren. Für den amtierenden WBA-Champion aus Kasachstan stehen zehn Siege und eine Niederlage zu Buche.

Beibut Schumenow war im Januar 2010 das Kunststück gelungen, bereits in seinem zehnten Profikampf Weltmeister zu werden und damit einen neuen Rekord im Halbschwergewicht aufzustellen. Einschränkend muß man hinzufügen, daß ihm der knappe Punktsieg gegen den damaligen Titelträger Gabriel Campillo gewissermaßen geschenkt wurde. Der Kasache ist für einen bedingungslos offensiven Kampfstil bekannt. Während er unablässig vorwärts drängt, ist er allerdings nicht selten so offen, daß er der ideale Gegner für einen Konterboxer wie Brähmer sein müßte.


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22. Januar: Sebastian Sylvester gegen Mehdi Bouadla

Sebastian Sylvester verteidigt seinen IBF-Titel im Mittelgewicht gegen den Franzosen Mehdi Bouadla. Der Kampf um die Weltmeisterschaft wird im Neubrandenburger Jahnsportforum ausgetragen, in dem sich der Greifswalder im September 2009 durch einen Sieg über Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik den Gürtel gesichert hatte. Das war jedoch beileibe nicht sein einziger Auftritt in Neubrandenburg, da er dort schon fünfmal als Profi im Ring gestanden hat und dank einer begeisterungsfähigen Fangemeinde praktisch vor Heimpublikum boxt.

Zuletzt trat der 30 Jahre alte Champion aus dem Sauerland-Boxstall am 30. Oktober in der Rostocker Stadthalle gegen Mahir Oral an, der bei Arena unter Vertrag steht. Von den 4.600 Zuschauern stürmisch angefeuert, bot der von Karsten Röwer trainierte Sebastian Sylvester eine erstklassige Vorstellung, dominierte den Herausforderer klar und gewann am Ende einstimmig nach Punkten. Damit hatte der Weltmeister 34 Profikämpfe gewonnen, drei verloren und einen unentschieden beendet. Für den Greifswalder war es die dritte erfolgreiche Titelverteidigung. Nach seinem Titelgewinn durch den Punktsieg gegen Giovanni Lorenzo im September 2009 setzte er sich im Januar 2010 gegen den US-Amerikaner Billy Lyell mit technischem K.o. in der zehnten Runde durch und im Juni trennte er sich unentschieden von dem Russen Roman Karmazin.

Bei seinem ersten Auftritt im neuen Jahr bekommt es der Greifswalder mit einem Herausforderer zu tun, der 21 seiner 24 Profikämpfe gewonnen hat. Der 28 Jahre alte Mehdi Bouadla wird in der IBF-Rangliste auf Platz 14 notiert, hat aber durchaus namhafte Kontrahenten wie den früheren Europameister Morrade Hakkar und den Argentinier Francisco Antonio Mora besiegt. Der Franzose gilt als unbequemer Boxer, da er sich auf seinen Gegner zu stürzen und ihn in hoher Frequenz mit wilden Schlägen zu bearbeiten pflegt.


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22. Januar: Enad Licina gegen Steve Cunningham

Den zweiten Hauptkampf des Abends im Jahnsportforum bestreitet Enad Licina im Cruisergewicht, der nach dem gewonnenen Ausscheidungskampf gegen Felix Cora nun die langersehnte Chance bekommt, einen Weltmeister herauszufordern. Sein Gegner ist IBF-Champion Steve Cunningham, der ebenfalls bei Sauerland unter Vertrag steht. Der US-Amerikaner freut sich eigenen Angaben zufolge auf seine Rückkehr in den Ring. Wie er angekündigt hat, werde er hart dafür arbeiten, seinen Titel mit einem Sieg erfolgreich zu verteidigen. Die Welt habe seines Erachtens nach wie vor nicht die beste Seite von Steve Cunningham gesehen. Er rechne mit einem harten Kampf gegen Licina, der zweifellos gut vorbereitet antreten werde.

Wenngleich als Außenseiter gehandelt, rechnet sich der Herausforderer gegen seinen Teamkollegen durchaus gute Chancen aus. Kein Weltmeister sei unschlagbar, und obgleich Steve Cunningham ein starker Gegner sei, habe er doch einige Schwächen bei ihm ausgemacht, die er auszunutzen gedenke, so Licina.


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29. Januar: Devon Alexander gegen Timothy Bradley

In Detroit kommt es zu einem Vereinigungskampf zweier Weltmeister im Halbweltergewicht. Im Pontiac Silver Dome trifft WBC-Champion Devon Alexander auf den Titelträger der WBO, Timothy Bradley. Da Alexander in St. Louis lebt und Bradley in Kalifornien zu Hause ist, einigte man sich schließlich auf Detroit als neutralen Ort, wobei nach Angaben von Bradleys Promoter Gary Shaw auch Atlanta im Gespräch war.

Der 23jährige Devon Alexander hat seine 21 Profikämpfe ausnahmslos gewonnen und dabei dreizehn Gegner vorzeitig besiegt. Timothy Bradley ist vier Jahre älter und hat 24 Siege sowie einen Auftritt ohne Wertung auf dem Konto. Er verfügt über die größere Erfahrung, da er nicht nur einige Kämpfe mehr bestritten, sondern auch gegen namhaftere Kontrahenten gekämpft hat.

Allerdings werden die Gürtel der beiden Verbände nur dann zusammengeführt, wenn Alexander als Sieger aus diesem Duell hervorgeht. Da sich Bradley nämlich heillos mit dem WBC zerstritten hat, bliebe der Titel dieses Verbands im Falle seines Erfolgs vakant. Diese Ausgangssituation dürfte dazu beitragen, daß sich das Interesse an dieser Konfrontation der beiden aufstrebenden und bislang ungeschlagenen Boxer in Grenzen hält. Weltmeister der WBA ist der von Freddie Roach trainierte Brite Amir Khan, den der Sieger von Detroit aller Voraussicht nach aufs Korn nehmen wird, um die Vorherrschaft in dieser Gewichtsklasse zweifelsfrei zu klären.


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26. Februar: Luan Krasniqi gegen Johnathon Banks

Luan Krasniqi will seine vermutlich allerletzte Chance auf einen Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht nutzen. "Ich bin glücklich, daß ich diese Möglichkeit bekomme. Ich kann es immer noch nicht fassen", sagte der 39jährige. Der frühere Europameister bekommt es in Ludwigsburg in einem auf zehn Runden angesetzten Ausscheidungskampf mit Johnathon Banks aus den USA zu tun. Der Sieger dieses Duells darf gegen einen der Klitschkos um den Titel kämpfen.

Der 28 Jahre alte Johnathon Banks war Weltmeister im Cruisergewicht und sicherte sich nach seinem Wechsel in die Königsklasse im März durch technischen K.o. gegen seinen Landsmann Travis Walker den Titel des Nordamerikanischen Meisters. Seine Bilanz weist 25 Siege, eine Niederlage und ein Unentschieden auf. Er wird an Nummer sieben der aktuellen Rangliste des WBC und bei der IBF an achter Stelle geführt.

Luan Krasniqi hat 30 Kämpfe gewonnen, vier verloren und einen unentschieden beendet. Manager Bernd Bönte von der Klitschko Managing Group, die erstmals bei einem Kampf ohne Beteiligung der Ukrainer die Federführung innehat, sieht die Chancen in diesem Duell gleichmäßig verteilt. Daß Banks mit Emanuel Stewart denselben Trainer wie Wladimir Klitschko hat, dürfte erklären, wie es zu diesem überraschenden Ausscheidungskampf gekommen ist.

1. Januar 2011



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