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MELDUNG/357: Beibut Schumenow bleibt WBA-Champion im Halbschwergewicht (SB)



Kasache besiegt William Joppy in der sechsten Runde

Vor wenigen Tagen war das geplante Duell der Weltmeister im Halbschwergewicht zwischen dem Schweriner Jürgen Brähmer (WBO) aus dem Universum-Boxstall und Beibut Schumenow (WBA) abgesagt worden, da sich der Deutsche in Kasachstan eine Magendarmerkrankung zugezogen hatte, die seine Rückreise erzwang. Der 27 Jahre alte Lokalmatador bestritt daraufhin in Schymkent eine Titelverteidigung, für die William Joppy aus den USA kurzfristig als Herausforderer verpflichtet wurde.

Wenngleich der 40jährige US-Amerikaner einst Champion im Mittelgewicht gewesen war, liegt seine beste Zeit doch weit zurück. Schumenow hatte daher wie erwartet keine allzu harte Nuß zu knacken und schlug seinen Gegner in der fünften Runde mit einer Rechten zu Boden, wovon sich der Herausforderer nur mit Mühe erholte. Zu Beginn des sechsten Durchgangs war es dann um Joppy geschehen, der nach einer Linken Schumenows zum Körper auf die Knie ging und sich auszählen ließ.

Wie Schumenow nach getaner Tat berichtete, sei er sehr froh über diesen zuletzt doch klaren Sieg. Da er sich vier Monate lang auf den Rechtsausleger Brähmer vorbereitet hatte, habe er einige Zeit gebraucht, um sich auf den US-Amerikaner einzustellen. Sein Ziel bleibe weiterhin, unbestrittener Weltmeister in seiner Gewichtsklasse zu werden.

Dank dieses souveränen Erfolgs hat Beibut Schumenow den Gürtel der WBA zum zweiten Mal erfolgreich verteidigt und die Bilanz seiner noch recht jungen Profilaufbahn auf zehn Siege bei einer Niederlage verbessert. Für William Joppy, der verglichen mit dem Kasachen ein Veteran ist, stehen nun 39 gewonnene, sieben verlorene sowie zwei unentschieden beendete Auftritte im Ring zu Buche. Ob Schumenow den ausgefallenen Kampf gegen Jürgen Brähmer zu einem späteren Zeitpunkt nachholt, ist derzeit noch nicht bekannt.


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Kontroverse zwischen Sauerland und Atlas eskaliert

War das Verhältnis zwischen Promoter Wilfried Sauerland und dem US-amerikanischen Trainer Teddy Atlas schon der Vergangenheit nicht das beste, so scheint nach der jüngsten Eskalation des Streits das Tischtuch zwischen den Parteien so gut wie zerschnitten zu sein. Nachdem Sauerland die Auffassung geäußert hatte, daß der bei ihm unter Vertrag stehende russische Schwergewichtler Alexander Powetkin wieder mit seinem alten Trainer zusammenarbeiten sollte, ließ Atlas in einem Interview mit Bokser.org seiner Entrüstung freien Lauf.

Der renommierte US-Coach übernahm nicht nur die Verantwortung für die Absage des Kampfs gegen Wladimir Klitschko im vergangenen Jahr, sondern nahm insbesondere Kalle Sauerland aufs Korn. Dieser sei ein "Wolf im Schafspelz", der in seinem ganzen Leben noch nie geboxt habe und daher die Risiken nicht kenne. Wie Atlas versicherte, habe er stets im Interesse seines Boxers gehandelt. Sauerland habe für einen Kampf, zu dem sein Schützling noch nicht bereit gewesen sei, zu viel Geld einstreichen wollen. Während er selbst Powetkins sportliche Zukunft im Blick habe, wolle Sauerland den Russen nur kontrollieren und aus ihm den größtmöglichen Profit herausquetschen.

Obgleich sich der Promoter noch nicht zu dieser geharnischten Reaktion des Trainers geäußert hat, darf man wohl annehmen, daß das Ende der Zusammenarbeit damit eingeläutet ist.

9. Januar 2011



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