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MELDUNG/358: Golowkin weiter vertraglich an Universum gebunden (SB)



Hamburger Landgericht bestätigt Gültigkeit des Vertrags

Nachdem das Hamburger Landgericht die Gültigkeit des Vertrags zwischen der Universum Box-Promotion und Gennadi Golowkin bestätigt hat, ist der WBA-Weltmeister im Mittelgewicht weiterhin vertraglich an den Boxstall gebunden. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Wie Promoter Klaus-Peter Kohl in Reaktion auf die Entscheidung des Gerichts mitteilte, freue er sich auf die weitere Zusammenarbeit. Gennadi sei nicht nur ein herausragender Boxer, sondern auch ein guter Junge, der nur falsch beraten wurde. Dieses Urteil sei eine außerordentlich wichtige Entscheidung für den gesamten Boxsport.

Hingegen kommentierte der in zwanzig Profikämpfen ungeschlagene Kasache das Urteil mit den Worten, er vertraue Universum nicht und werde nie für diesen Boxstall kämpfen. Sein Manager Oleg Hermann will eigenen Angaben zufolge nur noch die Urteilsbegründung abwarten und dann auf jeden Fall in die Berufung gehen. Gennadi habe den Vertrag mit dem Boxstall gekündigt, "weil dieser seine Karriere absichtlich sabotiert hat".

Hermann geht davon aus, daß die Kündigung des Vertrags mit Universum nach wie vor intakt ist und dies in nächster Instanz bestätigt wird. Ärgerlich ist seinen Worten zufolge, daß das Landgericht offenbar nicht bereit war, die Rechte der Boxer in Deutschland zu stärken und "die Sklavenhaltung - wie sie durch Universum betrieben wird - unterstützt" habe. Indessen hätten unter anderem die Klitschkos vorgemacht, daß man in der zweiten Instanz gegen Universum gewinnen könne. Gennadi werde jedenfalls nie wieder für Universum boxen, da es keine Basis für eine Kooperation gebe. Er gehe davon aus, daß man mit Peter Kohl eine Lösung finden werde.


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David Haye plant Kampf gegen Ruslan Tschagajew

Im Team des britischen WBA-Weltmeisters David Haye geht man davon aus, daß das geplante Duell mit Wladimir Klitschko nicht zustande kommen wird. Hayes Trainer und Manager Adam Booth sagte der Zeitung "The Sun", dieser Kampf sei gestorben. Als Grund führt er die Entscheidung des Ukrainers an, am 30. April mit Dereck Chisora in den Ring zu steigen. Das Angebot, am 2. Juli gegen David Haye anzutreten, hält man für eine Ausflucht.

Trotz zahlreicher von Wladimir Klitschko aufgestellter Hürden habe man in jedem Punkt nachgegeben, worauf der Ukrainer auf einmal erklärte, er wolle zunächst gegen Dereck Chisora antreten. "Er will wirklich nicht gegen mich kämpfen", arbeitet der Brite fleißig an der Legende, das ukrainische Brüderpaar fürchte ihn und gehe ihm deshalb unter immer neuen Vorwänden aus dem Weg. Daß es sein eigener Haussender Sky war, der auf dem 2. Juli als einzig möglichem Termin bestand, unterschlägt Haye in seiner Tirade freilich.

Vitali könne immerhin sagen, daß er gegen Lennox Lewis gekämpft hat, fährt Haye fort. Doch sein kleiner Bruder Wladimir habe gegen niemanden gekämpft, denn seine Bilanz weise keinen einzigen bekannten Namen auf. Die Klitschkos ruinierten den Boxsport, indem sie sich handverlesene Gegner aussuchen. "Wladimir wird als Feigling in die Geschichte eingehen", tönt der Brite, als wisse er nicht, daß die beiden Ukrainer kaum noch einen Gegner finden, den sie nicht schon einmal besiegt haben.

Er werde seine Karriere jedenfalls nicht für Wladimir verlängern, deutete Haye in einem Interview mit dem "Daily Star" erneut an, daß er an seinem 31. Geburtstag im Oktober die Boxhandschuhe an den Nagel hängen will. Da sich der Ukrainer weigere, müsse er nun gegen Ruslan Tschagajew antreten, stellt sich der Brite auf den Pflichtherausforderer ein. Die Verhandlungen haben bereits begonnen, der Kampf soll voraussichtlich im April in England über die Bühne gehen. Noch ist allerdings ungeklärt, ob die britische Boxkommission grünes Licht gibt. Da der Usbeke früher an Hepatitis erkrankt war, hat man den Manager des Herausforderers um die Krankenakte gebeten.

10. Januar 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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