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MELDUNG/365: Viel Rauch um nichts zwischen Haye und den Klitschkos (SB)



Unterdessen macht Tomasz Adamek Nägel mit Köpfen

Der unablässige verbale Schlagabtausch zwischen David Haye und den Klitschkos steht kurz davor, als jene Rivalität in die Boxgeschichte einzugehen, um die der meiste Wind gemacht wurde, ohne daß es zu Konsequenzen im Ring kam. Wie der Trainer und Manager des Briten, Adam Booth, jüngst verkündet hat, sei der Kampf gegen Wladimir Klitschko gestorben. Der Ukrainer habe nie vorgehabt, sich Haye zu stellen, dessen Karriere sich jedoch keineswegs um Klitschko drehe. Im Unterschied zu Wladimirs bisherigen fünfzig Gegnern habe Haye keine Lust, auf ihn zu warten.

Im Gespräch mit dem "Daily Express" brachte Booth als Alternative einen Kampf gegen Vitali Klitschko oder Odlanier Solis ins Gespräch, die am 19. März in Köln im Duell um den WBC-Titel des Ukrainers aufeinandertreffen. Er hoffe sehr, daß Vitali mehr Mumm habe als sein jüngerer Brüder, der lieber in die Politik gehen und dort als Tatsachenverdreher arbeiten sollte, höhnte Booth. Sollte Vitali Klitschko gegen Solis gewinnen, würde David gern im Mai gegen ihn antreten. Behielte der Kubaner die Oberhand, könnte es zu einer Revanche ihres Kampfs bei den Amateurweltmeisterschaften kommen. Damals hatte Solis gewonnen und Haye mit der Silbermedaille vorlieb nehmen müssen.

Klitschkos Manager Bernd Bönte hält den Vorschlag Booths jedoch für ein Ablenkungsmanöver und weist darauf hin, daß der Kampf unmöglich im Mai stattfinden könne. Es sei längst geklärt, daß es in diesem Monat weder verfügbare Stadien noch Termine bei RTL gebe. Ob es nun um Wladimir oder Vitali gehe, der Kampf müßte im Juli über die Bühne gehen. Da Haye von vornherein erklärt habe, daß er nicht gegen Vitali, sondern Wladimir kämpfen wolle, sei die aktuelle Kehrtwende unglaubwürdig, meint Bönte. Es sei im Grunde dieselbe Situation wie im vorletzten Jahr, als Haye den bereits angesetzten Kampf gegen Vitali abgesagt und sich für Nikolai Walujew entschieden habe.

Daher sei zu vermuten, daß sich Haye in Wirklichkeit eine günstige Verhandlungsposition mit Alexander Powetkin verschaffen wolle, falls der britische Verband die Titelverteidigung gegen Ruslan Tschagajew auf Grund der Hepatitis-Erkrankung des Usbeken ablehnt. Powetkin ist die Nummer drei der WBA-Rangliste und könnte unter den genannten Umständen zum neuen Pflichtherausforderer bestimmt werden.

Unterdessen stellt der polnische Schwergewichtler Tomasz Adamek unter Beweis, daß sich Verhandlungen mit den Klitschkos nicht zwangsläufig über Monate oder gar Jahre hinziehen müssen, ehe ein greifbares Resultat dabei herausspringt. Jedenfalls teilte Adameks Promoterin Kathy Duva mit, daß die Unterzeichnung der Verträge kurz bevorstehe. Geplant ist die Herausforderung Wladimir Klitschkos, doch sollte dieser verletzungsbedingt absagen, würde Vitali entspringen. Auch in einem vertraglich vereinbarten Rückkampf sehen weder Adamek noch Duva ein Problem.

Der Kampf soll im September in Wroclaw stattfinden und in einem jener Stadien veranstaltet werden, die für die Fußballeuropameisterschaft 2012 neu errichtet worden sind. Bis zu 62.000 Zuschauer könnten der Eröffnung des Stadions mit diesem spektakulären Boxkampf beiwohnen, der erstmals in Polen im Pay-Per-View-Verfahren vermarktet werden soll. Das sei eine einmalige Gelegenheit, die man sich keinesfalls entgehen lassen wolle, so Duva.

17. Januar 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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