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MELDUNG/372: Turnier der IBF im Schwergewicht vorzeitig gescheitert (SB)



Nach Adameks Absage bleiben nur Chambers und Rossy übrig

Das Vorhaben der International Boxing Federation (IBF), in einem erneuten Turnier von vier Schwergewichtlern den offiziellen Herausforderer Wladimir Klitschkos zu ermitteln, ist schon im Ansatz zur Hälfte gescheitert. Während Tomasz Adamek gegen Samuel Peter und Eddie Chambers gegen Derric Rossy antreten sollte, wobei der Verband offenbar damit rechnete, daß sich Adamek in beiden Runden durchsetzen würde, hat die Absage des Polen das Konzept nicht nur durcheinandergebracht, sondern im Grunde weitgehend entwertet.

Im Gespräch mit dem "Ring Magazine" bekräftigte Adameks US-Promoterin Kathy Duva, daß man definitiv keinen Ausscheidungskampf gegen den Nigerianer Samuel Peter bestreiten werde. Die Herausforderung Wladimir Klitschkos sei nahezu in trockenen Tüchern, da man die verbliebenen Probleme aus dem Weg geräumt habe und nur noch die Unterschriften auf den Verträgen ausstünden. Während der Ukrainer die Titel der Verbände IBF, WBO und IBO am 30. April gegen den britischen Außenseiter Dereck Chisora verteidigt und dies aller Voraussicht nach erfolgreich über die Bühne bringt, plant Adamek einen zwischenzeitlichen Aufbaukampf im April, für den noch ein passender Gegner gesucht wird. Läuft alles nach Plan, findet im September das Duell mit Klitschko in einem neuerrichteten Fußballstadion in Polen vor großer Kulisse statt.

Der IBF bleibt unter diesen Umständen kaum etwas anderes übrig, als ihr Versprechen gegenüber Chambers und Rossy einzuhalten, die am 11. Februar in Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey in den Ring steigen sollen. Der frühere Footballspieler Rossy hat 2007 schon einmal gegen Chambers verloren und gilt auch bei ihrem zweiten Aufeinandertreffen als mehr oder minder chancenlos. Daher ist damit zu rechnen, daß Eddie Chambers zum Pflichtherausforderer Klitschkos gekürt wird, der den US-Amerikaner im März 2010 besiegt hat. Damals gewann der Ukrainer nach einem unspektakulären Kampf wenige Sekunden vor dem Schlußgong durch Knockout. Eine Revanche ist daher unattraktiv und dürfte von Chambers abgesehen kaum jemand in Begeisterungsstürme versetzen. Sollte sich aber Rossy im Februar wider Erwarten durchsetzen, wäre dies noch deprimierender für die Schwergewichtsszene, deren Mangel an dramatischen Duellen und unvorhersehbaren Verläufen notorisch zu nennen ist.

24. Januar 2011



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