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MELDUNG/376: Promoter Steinforth stellt Kampf zwischen Stieglitz und Kessler in Frage (SB)



Sportlich reizvolles Duell kaum zu realisieren

Der dänische Supermittelgewichtler Mikkel Kessler hatte sich nach seinem Sieg über den Briten Carl Froch im April letzten Jahres vorzeitig aus dem Super-Six-Turnier verabschiedet. Augenprobleme zwangen den früheren Weltmeister der Verbände WBA und WBC zu einer längeren Pause. Inzwischen hat sich der 31jährige, der bei Sauerland Event unter Vertrag steht, eigenen Angaben zufolge gründlich auskuriert. Er möchte im Juni in den Ring zurückkehren, wobei Sauerland einem Bericht der dänischen Zeitung BT zufolge WBO-Champion Robert Stieglitz ein Angebot für einen Kampf gemacht hat.

Kessler zeigte sich hocherfreut über diese Nachricht, da er das Boxen vermisse und kaum noch abwarten könne, dort weiterzumachen, wo er nach seinem Erfolg gegen Carl Froch aufgehört habe. Stieglitz sei ein starker Gegner der höchsten Kategorie. Sobald die Ärzte grünes Licht gäben, werde er wieder mit dem Sparring beginnen. Würde das geplante Duell realisiert und der Däne gewinnen, stünden im nachfolgenden Kampf gegen den Sieger des Super-Six-Turniers die Gürtel der Verbände WBA, WBC und WBO zur Disposition.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob der Magdeburger Boxstall SES, bei dem Stieglitz unter Vertrag steht, dieses Angebot annimmt. Promoter Ulf Steinforth zeigte sich irritiert über die Meldung aus Dänemark. Wie er gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung klarstellte, habe es außer einer einzigen Mail weder Vorgespräche noch konkrete Verhandlungen gegeben. Daher wundere er sich über den andernorts angenommenen Stand der Dinge. Wenngleich er durchaus einräumte, daß ein Kampf zwischen Stieglitz und Kessler in sportlicher Hinsicht reizvoll wäre, zweifelt er an dessen Zustandekommen.

Er hält das Angebot für nicht sonderlich großzügig und ist der Meinung, daß man über eine halbe Million Euro gar nicht reden müsse. Davon abgesehen, habe er andere Pläne und wolle Robert Stieglitz Ende März vorzugsweise vor heimischem Publikum in Magdeburg gegen einen Herausforderer seiner Wahl antreten lassen. Als ein kaum aus der Welt zu schaffendes Hindernis schätzt Steinforth zudem den Umstand ein, daß der WBO-Weltmeister vor kurzem einen lukrativen Vertrag mit dem Fernsehpartner Sat.1 unterschrieben hat. Da die Auftritte der Boxer Sauerlands von der ARD übertragen werden und eine Einigung der konkurrierenden Sender nur schwer vorstellbar sei, handle es sich wohl um eine irreale Offerte, wie man sie in der Vergangenheit schon mehrfach erhalten habe.


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Shannon Briggs verklagt ehemalige Promotionsfirma

Im Kampf gegen WBC-Weltmeister Vitali Klitschko hatte sich Shannon Briggs am 16. Oktober in Hamburg außerordentlich tapfer geschlagen und den Ukrainer zu einem Gang über volle zwölf Runden genötigt. Allerdings bezahlte der US-Amerikaner einen hohen Preis für seinen respektablen Auftritt, da er sich unter anderem einen gerissenen Bizeps und schwere Gesichtsverletzungen zuzog, die ihn zu einem zwölftägigen Aufenthalt in einem Krankenhaus der Hansestadt zwangen. Als Briggs endlich wieder in die Vereinigten Staaten zurückkehren konnte, wartete dort eine weitere herbe Enttäuschung auf ihn. Seinen Angaben zufolge waren von den ursprünglich in Aussicht gestellten 750.000 Dollar seiner Kampfbörse lediglich 25.000 Dollar übrig.

Shannon Briggs hat daraufhin vor einem New Yorker Gericht Klage gegen seine ehemalige Promotionsfirma Empire Sports and Entertainment eingereicht, an der er selbst Anteile hatte. Er macht geltend, von der zugesagten Börse für den Kampf gegen Klitschko nur einen geringen Bruchteil erhalten zu haben. Darüber hinaus wirft er Empire Sports vor, ihn auf unzulässige Weise um seine Anteile am Unternehmen gebracht zu haben.

28. Januar 2011



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