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MELDUNG/381: Tomasz Adamek geht mit Kevin McBride kein Risiko ein (SB)



Lösbare Aufgabe vor dem Septemberkampf gegen einen der Klitschkos

Tomasz Adamek geht mit dem Vertrag in der Tasche, der ihm die Herausforderung Wladimir Klitschkos oder ersatzweise dessen älteren Bruders Vitali im September garantiert, bei seinem zwischenzeitlichen Aufbaukampf kein Risiko ein. Der Pole tritt am 23. April im Prudential Center in Newark, New Jersey, gegen Kevin McBride an, der eine lösbare Aufgabe für ihn sein sollte. Adamek, der früher Weltmeister im Halbschwer- und Cruisergewicht war, will auch seinen sechsten Schwergewichtskampf gewinnen und seine glänzende Profibilanz von 43 Siegen bei nur einer Niederlage weiter verbessern. Für den 1,98 m großen und rund 130 Kilo schweren Iren stehen 35 gewonnene und acht verlorene Kämpfe sowie ein Unentschieden zu Buche.

Da Kevin McBride den Zenit seines Könnens schon vor geraumer Zeit überschritten hat, wird er aller Voraussicht nach kein ernsthafter Prüfstein für Tomasz Adamek sein. Allenfalls der gewaltige Unterschied in den beiderseitigen Körpermaßen könnte den Polen vor gewisse Probleme stellen. Von einem hochklassigen Duell geht unter diesen Umständen niemand aus. Indessen ist durchaus nachzuvollziehen, daß sich Adamek mit dem größten Zahltag seiner elfjährigen Profikarriere vor Augen nicht durch die Wahl eines gefährlicheren Gegners vorzeitig die Butter vom Brot nehmen lassen will.


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HBO an Wladimir Klitschkos Kampf gegen Chisora interessiert

Wladimir Klitschko, der zuletzt im Dezember 2008 beim führenden US-amerikanischen Boxsender HBO zu sehen war, darf bei seiner nächsten Titelverteidigung auf eine Beteiligung des Marktführers in den USA hoffen. Nachdem die letzten beiden Auftritte des Ukrainers dort nur über das Internet kostenpflichtig abzurufen waren, was seinen diesbezüglichen Einkünften relativ enge Grenzen setzte, soll HBO Interesse an dem Kampf gegen Dereck Chisora am 30. April in Mannheim signalisiert haben.

Diese Wendung mutet auf den ersten Blick erstaunlich an, da der Brite für das US-Publikum ein gänzlich unbeschriebenes Blatt ist und selbst die Klitschkos beträchtliche Probleme haben, bei den amerikanischen Zuschauern zu landen. Des Rätsels Lösung könnte der überraschende Wechsel des populären Philippiners Manny Pacquiao zum Konkurrenten Showtime sein, dem überdies das enttäuschende Duell zwischen Timothy Bradley und Devon Alexander folgte. Wie es heißt, trägt man sich bei HBO mit dem Gedanken, das Comeback von Paul Williams um den Bonus des Klitschko-Kampfs zu ergänzen, der vermutlich zeitversetzt ausgestrahlt würde. In Deutschland kann Wladimir Klitschko bei seinem Stammsender RTL hingegen mit einer guten Quote rechnen, obgleich Chisora auch hierzulande ein weithin unbekannter Name ist.


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Vitali Klitschko winkt bei Holyfields Angebot ab

Evander Holyfields Luftschloß, ein Kampf gegen Vitali Klitschko könne in den USA mindestens 40 Millionen Dollar generieren, ist bei dem Ukrainer auf keine Gegenliebe gestoßen. Von den überzogenen Vorstellungen Holyfields abgesehen, kann der WBC-Weltmeister dem Ansinnen keinen ernsthaften sportlichen Wert abgewinnen. Schon in der Vergangenheit haben die Klitschkos abgewinkt, wenn der Name Holyfield fiel, weil sie eigenen Angaben zufolge den Ruf einer Legende nicht zerstören wollten.

Wie Vitali Klitschko im aktuellen Fall unterstrichen hat, spielten die Einkünfte in dieser Angelegenheit nur eine sekundäre Rolle. Ehe an einen Kampf zu denken sei, müsse sich der US-Amerikaner zunächst in den Ranglisten hocharbeiten. Wenn es einem nur ums Geld gehe, habe man schon verloren, so der Ukrainer. Da Evander Holyfield bei seinem letzten Auftritt im Januar von Glück reden konnte, beim verletzungsbedingten Abbruch gegen den Veteranen Sherman "Tank" Williams mit einem Kampf ohne Wertung davonzukommen, bleibt abzuwarten, ob er gegen Brian Nielsen am 7. Mai eine bessere Figur macht. Der Däne war früher ein hochklassiger Schwergewichtler, hat aber seit mehreren Jahren nicht mehr im Ring gestanden. Sollte Holyfield das nostalgische Duell gewinnen, ist nicht abzusehen, daß ihm der Erfolg gegen den in keiner Rangliste geführten Dänen einen diesbezüglichen Schub verleihen könnte.

6. Februar 2011



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