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MELDUNG/385: Turnier im Cruisergewicht nimmt Kontur an (SB)



Kalle Sauerland rechnet in Kürze mit einem Durchbruch

Wenngleich das laufende Turnier der sechs namhaften Supermittelgewichtler mit diversen Unwuchten durch Rücktritte und Verletzungen zu kämpfen hatte und sein anfänglicher Zauber einer nüchterneren Einschätzung gewichen ist, soll sein Pendant im Cruisergewicht nach wie vor in Szene gesetzt werden. Zunächst gilt es allerdings, die gewünschten Teilnehmer samt ihren Titeln und Terminen unter einen Hut zu bringen. Wie Promoter Kalle Sauerland, auf den das Konzept des Turniers zurückgeht, in einem Interview mitgeteilt hat, seien zwar noch nicht alle Details geklärt, doch rechne er in Kürze mit einem Durchbruch.

Sauerland geht davon aus, daß das Turnier im zweiten Halbjahr beginnen kann und die aktuellen Weltmeister der Verbände WBA (Steve Herelius), WBC (Krzysztof Wlodarczyk), IBF (Steve Cunningham) und WBO (Marco Huck) vertreten sein werden. Hinzu kommen zwei weitere starke Cruisergewichtler, die keinen der genannten Titel halten, wie etwa Denis Lebedew oder Guillermo Jones. Da am 12. Februar in Mülheim an der Ruhr Sauerlands Kubaner Yoan Pablo Hernandez den WBA-Champion Steve Herelius und Enad Licina den IBF-Weltmeister Steve Cunningham herausfordert, bleibt die Szene in Bewegung, was die Verhandlungen um die Turnierteilnahme natürlich nicht leichter macht.


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Kein Titelkampf zwischen Holyfield und Nielsen

Wenn die Veteranen Evander Holyfield und Brian Nielsen am 7. Mai in Dänemark aufeinandertreffen, steht kein Titel zur Disposition. Zwar ist der US-Amerikaner amtierender Weltmeister des unbedeutenden Verbands WBF, doch lehnt es dieser ab, den Dänen als regulären Herausforderer zu akzeptieren. Da Nielsen seit 2002 keine Kämpfe mehr bestritten hat, rechtfertige die lange Zeit der Inaktivität eine Titelchance nicht.

Wie WBF-Präsident Howard Goldberg erklärte, sei Brian Nielsen vor einem Jahrzehnt ein ernstzunehmender Herausforderer gewesen. Nachdem er jedoch inzwischen neun Jahre nicht mehr im Ring gestanden habe, komme er für eine Herausforderung des Champions nicht in Frage. Davon abgesehen habe der Verband mit der Austragung des Kampfs kein Problem. Gewinnt Holyfield, darf er den Gürtel behalten, verliert er jedoch, wird der Titel für vakant erklärt.


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Winkt Marcos Maidana erneut eine Titelchance?

Am 11. Dezember kam es in Las Vegas zu einem hochkarätigen Duell im Halbweltergewicht, bei dem WBA-Weltmeister Amir Khan aus England auf den Interimschampion Marcos Maidana aus Argentinien traf. Während für den von Freddie Roach trainierten Enkel pakistanischer Einwanderer aus der nordenglischen Stadt Bolton 23 Siege und eine Niederlage zu Buche standen, trat Maidana, dessen Promotion sich der Universum-Boxstall und die Golden Boy Promotions teilen, mit 29 gewonnenen und einem verlorenen Kampf an. In einem spektakulären Gefecht behielt Amir Khan am Ende nach Punkten die Oberhand, doch mußte der technisch versierte 24 Jahre alte Weltmeister gegen den gefährlichen Puncher Maidana manche kritische Situation überstehen, um seinen Gürtel zu behalten.

Seither hofft der Argentinier auf eine weitere Chance, um den regulären Titel zu kämpfen. Möglicherweise profitiert er von der Absage des für den 9. April geplanten Kampfs zwischen Juan Manuel Marquez und Erik Morales. Nach Angaben des Golden-Boy-Geschäftsführers Richard Schaefer zieht es Marquez vor, gegen einen anderen Gegner zu boxen. Dies könnte zur Folge haben, daß Morales statt dessen mit Marcos Maidana in den Ring steigt. Sollte es dazu kommen, stünde wahrscheinlich der WBA-Titel auf dem Spiel, da Amir Khan zum Superchampion ernannt würde. Maidanas Trainer Miguel Diaz hätte jedenfalls gegen diese Perspektive nichts einzuwenden, zumal er der Auffassung ist, daß Erik Morales seinem Schützling nicht das Wasser reichen kann.

10. Februar 2011



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