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MELDUNG/396: James Toney will es noch einmal wissen (SB)



42jähriger Schwergewichtler strebt Titelkampf an

Der 42 Jahre alte Schwergewichtler James "Lights Out" Toney hat im Laufe seinen langen Karriere nicht weniger als 81 Profikämpfe bestritten und 72 von ihnen gewonnen, sechs verloren und drei unentschieden beendet. Er war Weltmeister in drei verschiedenen Gewichtsklassen und wäre um ein Haar sogar Schwergewichtschampion geworden. Nach seinem Sieg gegen John Ruiz 2005 konnte er sich zwar den Gürtel der WBA umlegen, mußte ihn aber wieder zurückgeben, da er positiv auf eine verbotene Substanz getestet wurde. Drei Jahre später war ein Kampf gegen Wladimir Klitschko in greifbare Nähe gerückt, nachdem Pflichtherausforderer Alexander Powetkin wegen einer Verletzung abgesagt hatte. Die IBF gab jedoch Hasim Rahman den Vorzug, obgleich dieser in einem Kampf gegen Toney, der ohne Wertung endete, schlecht ausgesehen hatte.

Nach einem kurzen Abstecher zu den Mixed Martial Arts, wo er Randy Couture unterlag, kehrt James Toney nun zum Boxen zurück und strebt noch einmal einen Titelkampf im Schwergewicht an. Am 24. Februar steigt er mit Damon Reed in den Ring, einem altgedienten Aufbaugegner, der fast 60 Auftritte bestritten hat. Bei diesem Kampf geht es um den unbedeutenden Gürtel des Verbands IBA, der für Toney nur eine Durchgangsstation sein kann. Daß er tatsächlich einen Titelkampf gegen einen der Klitschkos oder David Haye bekommt, ist jedoch so gut wie ausgeschlossen. Toney müßte sich zunächst wieder in den Ranglisten plazieren und wäre selbst im Falle einer Siegesserie gegen namhafte Kontrahenten kein Akteur, der sich als Herausforderer eines Weltmeisters sonderlich gut vermarkten ließe.


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Nonito Donaire auf Rang drei der Weltbestenliste

Nach seinem spektakulären Sieg in der zweiten Runde gegen den Mexikaner Fernando Montiel ist Nonito Donaire von den Philippinen nicht nur neuer Champion der Verbände WBC und WBO im Bantamgewicht, sondern wie erwartet auch in der Rangliste des renommierten Ring-Magazins auf Rang drei vorgerückt. Als bester Boxer aller Gewichtsklassen gilt sein Landsmann Manny Pacquiao, gefolgt von dem US-Amerikaner Floyd Mayweather jun., der jedoch lange nicht mehr geboxt hat. Sollte er bis Mai keinen Kampf bestreiten oder wenigstens einen Vertrag unterschreiben, wird er aus der Rangliste gestrichen.

Dies teilte der Chefredakteur der Fachzeitschrift, Nigel Collins, mit, der damit Nonito Donaire in Aussicht stellte, in absehbarer Zeit sogar auf den zweiten Platz nachzurücken. Wie Collins anmerkte, sei das Ring-Magazin dafür kritisiert worden, Donaire in der Rangliste zu führen. Er selbst habe jedoch seit langem eine hohe Meinung von dem Philippiner und zähle ihn zu den besten Boxern der Welt. Der eindrucksvolle Sieg gegen Fernando Montiel habe diese Einschätzung bestätigt.


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Boxt Haye nun doch im Sommer gegen Wladimir Klitschko?

Wie zu befürchten war, hat das unablässige Theater David Hayes um einen Kampf gegen einen der Klitschkos seinen letzten Akt noch lange nicht erreicht. Jüngsten Gerüchten zufolge könnte es doch am 2. Juli zu einem Duell zwischen Haye und Wladimir Klitschko kommen, das der Brite zuletzt ausgeschlossen hatte. Wie es hieß, sei dem Londoner inzwischen aufgegangen, daß eine Pflichtverteidigung gegen Ruslan Tschagajew oder Alexander Powetkin sehr riskant und zugleich wenig lukrativ wäre. Dies habe sein Interesse an dem jüngeren Klitschko wiederbelebt, der zwar für ihn nicht minder gefährlich ist, aber dafür eine voll Kasse in Aussicht stellt.

Angeblich ist der Verband WBA bereit, diese Variante zu unterstützen, indem er David Haye den Status des Superchampions zuerkennt, während Tschagajew und Powetkin um den regulären Titel kämpfen sollen. Ein Hinderungsgrund könnte allerdings die Titelverteidigung Wladimir Klitschkos gegen den Briten Dereck Chisora am 30. April sein, sofern sich der Ukrainer in diesem Kampf eine Verletzung zuzieht. Schon eine Rißwunde an der Augenpartie könnte verhindern, daß Klitschko in der knappen Zeitspanne bis Anfang Juli das volle Trainingsprogramm absolviert. Davon abgesehen ist ungewiß, ob Haye nicht eine weitere Kehrtwende macht und neue Gründe aus dem Ärmel schüttelt, doch nicht gegen den Ukrainer anzutreten.

23. Februar 2011



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