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MELDUNG/402: Empfehlungen für den Terminkalender (SB)


Vorschau auf ausgewählte Profikämpfe der kommenden Wochen


19. März: Vitali Klitschko gegen Odlanier Solis

Vitali Klitschko verteidigt den Titel des WBC-Weltmeisters im Schwergewicht in der Kölner Lanxess Arena gegen Pflichtherausforderer Odlanier Solis. Die sechste Titelverteidigung des 39jährigen Ukrainers seit seinem Comeback 2008 findet vor einer Kulisse von bis zu 19.000 Zuschauern statt. Klitschko hat im Laufe seiner langen und erfolgreichen Profilaufbahn 41 Kämpfe gewonnen, bei denen nicht weniger als 38 Gegner vorzeitig die Segel streichen mußten. Niederlagen bezog er gegen Chris Byrd wegen einer schweren Schulterverletzung sowie durch Abbruch gegen Lennox Lewis. Bei seinem letzten Auftritt überzeugte er im Oktober in Hamburg mit einem haushohen Punktsieg gegen den US-Amerikaner Shannon Briggs.

Der 30jährige Odlanier Solis war als Amateur dreimal Weltmeister und 2004 in Athen Olympiasieger. Seit seinem Wechsel ins Profilager im Jahr 2007 hat er 17 Kämpfe bestritten und ausnahmslos gewonnen. Am 17. Dezember setzte er sich in Miami in einem Ausscheidungskampf des WBC gegen Ray Austin durch, der in der zehnten Runde disqualifiziert wurde. Mit diesem Erfolg sicherte sich der Kubaner das Vorrecht, Vitali Klitschko herauszufordern.


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2. April: Marco Huck gegen Giacobbe Fragomeni

Weltmeister Marco Huck verteidigt den WBO-Titel im Cruisergewicht in Halle/Westfalen. Der 26jährige aus dem Sauerland-Boxstall trifft im Gerry Weber Stadion auf den früheren WBC-Champion Giacobbe Fragomeni. Während Huck 31 Kämpfe gewonnen und nur einen gegen Steve Cunningham aus den USA verloren hat, stehen für den 41 Jahre alten Italiener 27 gewonnene und drei verlorene Auftritte sowie ein Unentschieden zu Buche. In der Rangliste des WBC wird Fragomeni derzeit auf Platz drei und bei der WBO an zehnter Stelle geführt.

Der in Bielefeld aufgewachsene Titelverteidiger war am 29. August 2009 durch einen Sieg über Victor Emilio Ramirez im Gerry Weber Stadion Weltmeister geworden. Bei seiner sechsten Titelverteidigung bekommt er es mit einem erfahrenen Kontrahenten zu tun, der unablässig nach vorn zu marschieren pflegt und den Gegner auf diese Weise beständig unter Druck setzt. Huck hat gemeinsam mit seinem Trainer Ulli Wegner in der Vergangenheit ausgiebig Auftritte Fragomenis studiert, da dieser schon früher als möglicher Gegner im Gespräch war. Ein Selbstgänger wird das kommende Duell mit Sicherheit nicht, weiß der Weltmeister, der sich auch vom Alter des Italieners nicht täuschen läßt. Dieser wurde erst mit 31 Jahren Profiboxer und mit 39 Champion des WBC.


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2. April: Jürgen Brähmer gegen Nathan Cleverly

Jürgen Brähmer verteidigt den WBO-Titel im Halbschwergewicht in der Londoner Wembley Arena gegen Pflichtherausforderer Nathan Cleverly aus Wales. Darauf haben sich die Universum Box-Promotion, bei der der Schweriner unter Vertrag steht, und der britische Promoter Frank Warren geeinigt. Während Cleverly in 21 Profikämpfen ungeschlagen ist, steht Brähmers Bilanz bei 36 Siegen und zwei Niederlagen.

Für Universum wäre nach den wirtschaftlichen Einbußen und sportlichen Rückschlägen der zurückliegenden Monate seit Auslaufen des Vertrags mit dem ZDF zum 31. Juli 2010 ein Lichtblick wünschenswert. Den wollte der Schweriner seinem Boxstall bereits im Januar bescheren, als er nach Kasachstan gereist war, um sich in einem Vereinigungskampf mit WBA-Champion Beibut Schumenow zu messen. Eine akute Erkrankung zwang Brähmer jedoch, das Duell kurzfristig abzusagen und die Heimreise anzutreten.


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9. April: Tomasz Adamek gegen Kevin McBride

Tomasz Adamek geht mit dem Vertrag in der Tasche, der ihm die Herausforderung Wladimir oder Vitali Klitschkos im September garantiert, bei seinem zwischenzeitlichen Aufbaukampf kein Risiko ein. Der Pole tritt im Prudential Center in Newark, New Jersey, gegen Kevin McBride an, der eine lösbare Aufgabe für ihn sein sollte. Adamek, der früher Weltmeister im Halbschwer- und Cruisergewicht war, will auch seinen sechsten Schwergewichtskampf gewinnen und seine glänzende Profibilanz von 43 Siegen bei nur einer Niederlage weiter verbessern.

Für den 1,98 m großen und rund 130 Kilo schweren Kevin McBride stehen 35 gewonnene und acht verlorene Kämpfe sowie ein Unentschieden zu Buche. Da der Ire den Zenit seiner Karriere schon vor geraumer Zeit überschritten hat, wird er aller Voraussicht nach kein ernsthafter Prüfstein für Tomasz Adamek sein. Allenfalls der gewaltige Unterschied in den beiderseitigen Körpermaßen könnte den Polen vor gewisse Probleme stellen. Von einem hochklassigen Duell geht unter diesen Umständen niemand aus. Indessen ist durchaus nachvollziehbar, daß sich Adamek mit dem größten Zahltag seiner elfjährigen Profikarriere vor Augen nicht durch die Wahl eines gefährlicheren Gegners die Butter vom Brot nehmen lassen will.


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30. April: Wladimir Klitschko gegen Dereck Chisora

Weltmeister Wladimir Klitschko verteidigt die Titel der Verbände WBO, IBF und IBO im Schwergewicht in Mannheim gegen den Briten Dereck Chisora. Der Kampf sollte ursprünglich bereits am 11. Dezember stattfinden, mußte damals jedoch wegen einer Bauchmuskelverletzung des Ukrainers abgesagt werden. Wie der Champion auf einer Pressekonferenz sagte, habe ihn Chisora oft beleidigt: "Deshalb habe ich noch eine Rechnung mit ihm offen", erklärte der 34jährige. Er wolle ihm Ende April eine Lektion erteilen.

"Das ist ein verspätetes Weihnachtsgeschenk", reagierte Chisora hocherfreut auf die Ansetzung des Kampfs und bestätigte den Termin: "Ich habe meine Chance verdient." Der Brite hatte die Verletzung Klitschkos in Zweifel gezogen und ihn bereits zuvor verhöhnt: Der Weltmeister habe lediglich gegen Taxifahrer geboxt, er habe Hühnerbeinchen und sei auf dem Weg nach unten, hatte er über den jüngeren der beiden Klitschko-Brüder gelästert.


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7. Mai: Evander Holyfield gegen Brian Nielsen

Wenn die Veteranen Evander Holyfield und Brian Nielsen in Dänemark aufeinandertreffen, steht kein Titel zur Disposition. Zwar ist der US-Amerikaner amtierender Weltmeister des unbedeutenden Verbands WBF, doch lehnt es dieser ab, den Dänen als regulären Herausforderer zu akzeptieren. Da Nielsen seit 2002 keine Kämpfe mehr bestritten hat, rechtfertige die lange Zeit der Inaktivität eine Titelchance nicht.

Wie WBF-Präsident Howard Goldberg erklärte, sei Brian Nielsen vor einem Jahrzehnt ein ernstzunehmender Herausforderer gewesen. Nachdem er jedoch inzwischen neun Jahre nicht mehr im Ring gestanden habe, komme er für eine Herausforderung des Champions nicht in Frage. Davon abgesehen habe der Verband mit der Austragung des Kampfs kein Problem. Gewinnt Holyfield, darf er den Gürtel behalten, verliert er jedoch, wird der Titel für vakant erklärt.

1. März 2011



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