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MELDUNG/407: Wladimir Klitschko und David Haye geben grünes Licht (SB)



Titelverteidigung gegen Dereck Chisora endgültig abgesagt

Wladimir Klitschko und David Haye haben sich darauf geeinigt, im Sommer gegeneinander anzutreten. Bei diesem Kampf stehen drei maßgebliche Titel im Schwergewicht auf dem Spiel: Während der Ukrainer Weltmeister der Verbände WBO und IBF (sowie der marginalen IBO) ist, tritt der Brite als Champion der WBA an. Für die Klitschkos geht es darum, ihr großes Ziel zu verwirklichen und den letzten der vier bedeutenden Gürtel in Familienbesitz zu bringen. Hingegen träumt der forsche Haye davon, den Nimbus des Brüderpaars zu brechen, am liebsten einen nach dem andern zu besiegen und seine Karriere wie angekündigt im Spätherbst als moderne Legende der Boxgeschichte zu beenden.

Wie Klitschkos Manager Bernd Bönte bestätigt hat, sollen die Verträge in der kommenden Woche unterschrieben werden. Als Termine stehen seinen Worten zufolge der 25. Juni oder der 2. Juli zur Verfügung, wobei der Austragungsort noch ungewiß ist. Man schließe das europäische Ausland nicht aus, ziehe aber deutsche Fußballstadien wie jene in Gelsenkirchen, Dortmund oder Kaiserslautern vor. Da alle Arenen in Großbritannien ausgebucht seien, werde es keinen Heimkampf für Haye geben. Vollmundig wie sein Schützling verkündet Trainer und Manager Adam Booth, David würde überall gegen Klitschko kämpfen - selbst in dessen eigenem Garten.

Das Duell zwischen Klitschko und Haye soll 25 Millionen Euro an Fernsehgeldern und Erlösen aus dem Kartenverkauf bringen, wobei die gesamten Einnahmen je zur Hälfte geteilt werden. Welcher deutsche Sender den Kampf überträgt, ist noch nicht entschieden, doch wird es wohl wie üblich RTL sein. Sicher ist bereits, daß das Duell für 23.00 Uhr MESZ angesetzt und in England im Pay-per-View zu sehen sein wird.

Das Kräftemessen zwischen einem der Klitschkos und Haye ist seit Ende 2008 im Gespräch. Daß es bislang nicht dazu gekommen ist, liegt in erster Linie an dem Briten, der im Juni 2009 den Kampf gegen Wladimir wegen einer angeblichen Verletzung kurzfristig platzen ließ und drei Monate später Vitali Klitschko absagte, weil er mit den Konditionen des bereits geschlossenen Vertrags plötzlich nicht mehr einverstanden war. Einzig möglicher Hinderungsgrund außer einer erneuten kurzfristigen Ausflucht Hayes wäre diesmal die im Dezember 2010 erlittene Bauchmuskelverletzung Wladimir Klitschkos, die bislang nicht auskuriert ist.

Nach Einschätzung der behandelnden Sportmediziner Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Prof. Bernd Kabelka sollte die Verletzung bis zum Sommer ausgeheilt sein. Bernd Bönte wies darauf hin, daß im Zweifelsfall auch Vitali Klitschko mit Haye in den Ring steigen könnte. Der WBC-Champion verteidigt seinen Titel am 19. März in der Kölnarena gegen den Kubaner Odlanier Solis. Zwar würde Haye lieber gegen Wladimir boxen, was man selbst ebenfalls vorziehe, doch könnte es auch Vitali werden, so Bönte.

Zweimal mußte Wladimir Klitschko die geplante Titelverteidigung gegen den britischen Commonwealth-Champion Dereck Chisora absagen. Der für den 30. April in der Mannheimer SAP-Arena geplante Kampf gegen den Briten findet nicht statt. Bernd Bönte stellte klar, daß diese Absage nichts mit dem geplanten Kampf gegen Haye zu tun habe. Inzwischen habe dessen Management keine Einwände mehr gegen eine zwischenzeitliche Titelverteidigung gegen Chisora.

In der Vergangenheit sparte der 31 Jahre alte David Haye nicht mit verbalen Tiefschlägen gegen die Klitschkos, um sich ins Gespräch zu bringen. So trug er 2009 ein T-Shirt mit einem Bild, auf dem er die abgetrennten Köpfe der beiden in den Händen hielt. In einem Interview mit der BBC bestätigte er nun den bevorstehenden Kampf: Er könne es nicht abwarten, hinzugehen und der Welt zu zeigen, daß er der wahre Schwergewichtsweltmeister sei. In Deutschland anzutreten, sei für ihn kein Problem: "Diese Typen reisen nicht gerne, gut, dann fahre ich eben da hin. Er will als Zweiter in den Ring gehen als Weltmeister, gut. Der will all diese kleinen Dinge, er hält sich für etwas Besseres, also soll er diese Dinge haben. Solange es einen Schiedsrichter gibt, der bis zehn zählen kann, werde ich der neue, alleinige Schwergewichtsweltmeister sein", so Haye. Er habe bereits die Vorbereitung aufgenommen und in Miami hartes Konditionstraining absolviert.

6. März 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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