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MELDUNG/408: Saul Alvarez jüngster Champion im Halbmittelgewicht (SB)



Matthew Hatton konnte dem Mexikaner nicht gefährlich werden

Im Alter von 20 Jahren ist Saul Alvarez als bislang jüngster Boxer Weltmeister im Halbmittelgewicht geworden. Der Mexikaner besiegte im kalifornischen Anaheim seinen britischen Gegner Matthew Hatton über zwölf Runden einstimmig nach Punkten (119:109, 119:109, 119:109) und sicherte sich den vakanten Titel des World Boxing Council (WBC) in dieser Gewichtsklasse. Der Philippiner Manny Pacquiao hatte den Gürtel zuvor zurückgegeben und damit signalisiert, daß er seinen Ausflug in die höheren Gewichtsregionen beenden möchte.

Saul Alvarez hat damit 36 Profikämpfe gewonnen und einen unentschieden beendet. Er gehört zu den talentiertesten Boxern, die bei den Golden Boy Promotions unter Vertrag stehen, wo man ihn offenbar bereits als den nächsten Oscar de la Hoya sieht. Europameister Matthew Hatton ist der Bruder des berühmten Ricky Hatton, der sich nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Promoter versucht. Der Brite ging als Außenseiter in den Kampf und mußte wie erwartet die fünfte Niederlage seiner Profilaufbahn hinnehmen, der 41 gewonnene Auftritte sowie zwei Unentschieden gegenüberstehen.

Der Mexikaner profitierte nicht zuletzt von seinen Größen- und Gewichtsvorteilen, da er am Kampfabend das Gewicht eines Supermittelgewichtlers auf die Waage brachte. Er überrollte den Briten förmlich, von dessen Schlägen zu wenig Gefahr ausging, um Alvarez in Schwierigkeiten zu bringen. Die Zuschauer im Honda Center bekamen einen einseitigen, aber dennoch spannenden Kampf zu sehen, da der Favorit einen Niederschlag zu erzwingen versuchte, den Hatton jedoch dank seiner bemerkenswerten Nehmerqualitäten und eines nie versiegenden Kampfgeistes abzuwenden verstand.

Frühzeitig setzte Alvarez seinem Kontrahenten mit wuchtigen Treffern zu, der nach zwei Runden aus der Nase blutete und im vierten Durchgang eine Rißwunde über dem linken Auge davontrug. Da der beherzte Widerstand den Mexikaner belehrte, daß es nicht zum erhofften raschen Ende kommen würde, modifizierte er seine Vorgehensweise, schlug häufiger zum Körper und verlegte sich auf Uppercuts. Als Alvarez im siebten Durchgang nach einem Trennkommando des Ringrichters weiterschlug, handelte er sich für diese regelwidrige Aktion einen Punktabzug ein. Hatton wurde eine kurze Erholungszeit gewährt, in der er sich soweit stabilisierte, daß er die folgenden wilden Angriffe überstand und sich in die Pause retten konnte. Der Brite befreite sich auch in der Folge aus allen bedrängten Situationen und schlug nach Treffern des Mexikaners zurück, so daß er selbst die Schlußoffensive des Favoriten ohne Niederschlag überstand.

Zu Recht zollte Alvarez im anschließenden Interview der Erfahrung und Standhaftigkeit seines Gegners Respekt, worauf er viele weitere gute Auftritte als Weltmeister ankündigte. Hatton hob die Qualitäten des Siegers hervor und erklärte, er werde nun wieder ins Weltergewicht zurückkehren und dort einen Titelkampf anstreben. So tapfer sich der Brite auch geschlagen hatte, war er doch kein echter Prüfstein für den auch physisch allzu überlegenen Mexikaner, der bei seiner ersten Pflichtverteidigung mit einem gefährlicheren Widersacher rechnen muß.


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Zab Judah neuer IBF-Champion im Halbweltergewicht

Der US-Amerikaner Zab Judah war 2005 Weltmeister im Weltergewicht, doch folgten Niederlagen gegen namhafte Gegner wie Floyd Mayweather, Miguel Cotto und Joshua Clottey, worauf man ihn nicht mehr zum Kreis der Titelaspiranten zählte und mit dem Ausklang seiner Karriere rechnete. Nun hat sich der 33jährige mit einem Paukenschlag an der Weltspitze zurückgemeldet und zum neuen IBF-Champion im Halbweltergewicht gekrönt. In Newark im US-Bundesstaat New Jersey besiegte er den Südafrikaner Kaizer Mabuza in der siebten Runde und gewann dank dieses vorzeitigen Erfolgs den vakanten Titel. Während Judah seine Bilanz auf 41 Siege und sechs Niederlagen verbesserte, stehen für Mabuza nun 27 gewonnene, sieben verlorene und drei unentschieden beendete Auftritte zu Buche.

Unter seinem neuen Trainer Pernell Whitaker hatte sich Zab Judah offensichtlich auf dessen frühere Kampfesweise umgestellt. So boxte er häufig ohne Deckung, pendelte die Schläge des Gegners aus und setzte auf schnelle Konter, die den Südafrikaner überraschten. Dieser zeigte gegen Ende der dritten Runde erstmals Wirkung, worauf er sich im folgenden Durchgang revanchierte und Judah seinerseits einen gefährlichen Treffer verpaßte. Obgleich der US-Amerikaner um die wuchtigen Schläge seines Gegners wußte, blieb er bei seiner riskanten Taktik und ließ Mabuza ein ums andere Mal ins Leere laufen. Dies brachte ihn zwar in weitere kritische Situationen, bereitete aber das jähe Ende vor. In der siebten Runde traf er den Südafrikaner genau am Kinn, worauf Mabuza schwer angeschlagen in den Seilen hing. Als der Ringrichter den Kampf noch einmal freigab, setzte Judah mit einer Serie von Schlägen nach, gegen die sich Mabuza nicht mehr verteidigen konnte.

7. März 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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