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MELDUNG/413: Sauerlands ARD-Vertrag erzürnt die Leichtathleten (SB)



Verteilungskämpfe um Fernsehgelder für Sportübertragungen

Dank eines um drei Jahre verlängerten Vertrags mit seinem Fernsehpartner ARD kann Sauerland Event einer gesicherten Zukunft entgegensehen. Mit einem geschätzten Wert von 54 Millionen Euro hat sich der Berliner Boxstall ein großes Stück vom Kuchen des Sportetats seines Stammsenders gesichert, dessen "Boxen im Ersten" mit Quoten von teilweise mehr als fünf Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von über 20 Prozent zu den erfolgreichsten deutschen Sportsendungen gehört.

Was dem Profiboxen zugute kommt, wird bei anderen Sportarten gespart, wobei insbesondere die Leichtathleten monieren, daß von ihren nächsten beiden Weltmeisterschaften keine Livebilder mehr in der ARD gezeigt werden sollen. Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Clemens Prokop, bezeichnete die Entscheidung des Senders als unverständlich, da für Boxveranstaltungen Geld offenbar keine Rolle spiele, während bei der olympischen Kernsportart um jeden Euro geknausert werde.

ARD-Programmdirektor Volker Herres verteidigte die Entscheidung mit der Begründung, man erreiche mit den ausgewählten Übertragungen ein Millionenpublikum, darunter nicht zuletzt viele Jüngere und Fernsehteilnehmer, die ansonsten nicht so häufig Das Erste sehen. Das halte er für wichtig, da man für alle da sei. Letzteres gilt zwar künftig allenfalls bedingt für die Leichtathletiksparte, die ihrerseits aber auch nur den Verlust eigener Fernsehgelder beklagt, nicht jedoch grundsätzlich der Tendenz entgegentritt, das Feld sogenannter Randsportarten zugunsten einer Konzentration auf immer weniger Quotenbringer auszuweiten.


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Tomasz Adamek voraussichtlich gegen Vitali Klitschko

Der polnische Schwergewichtler Tomasz Adamek hat kürzlich einen Vertrag mit den Klitschkos geschlossen, der die Herausforderung eines der beiden Brüder im September vorsieht. Diese ungewöhnliche Vereinbarung läßt zwar explizit offen, ob es sich um Vitali oder Wladimir handeln wird, doch legt der Zeitplan der Ukrainer inzwischen nahe, daß wohl der ältere für den Auftritt in Wroclaw zur Verfügung stehen dürfte.

Da sich Wladimir Klitschko mit dem britischen WBA-Champion David Haye darauf geeinigt hat, ihr seit Jahren gefordertes Duell am 25. Juni oder 2. Juli endlich über die Bühne zu bringen, läge ein Termin im September für den Weltmeister der Verbände WBO, IBF und IBO allzu dicht nach dem vorangegangenen Auftritt. Diese Perspektive setzt allerdings voraus, daß sich Vitali Klitschko am 19. März in der Lanxess Arena gegen den ungeschlagenen Pflichtherausforderer Odlanier Solis durchsetzt. Davon abgesehen ist der Kampf zwischen Wladimir Klitschko und David Haye zwar vertraglich vereinbart, doch lassen es die Unwägbarkeiten des Boxsports wie eine verletzungsbedingte Absage oder taktische Ausweichmanöver geraten erscheinen, die kommenden Monate im Schwergewicht eher als aktuellen Entwurf, denn als gesicherte Abfolge anzukündigen.


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Khan und Bradley wollen drei Gürtel zusammenführen

Der Brite Amir Khan steht bei den Golden Boy Promotions unter Vertrag und ist Weltmeister der WBA im Halbweltergewicht. Im selben Limit boxt Timothy Bradley aus den USA, der von Gary Shaw vermarktet wird und jüngst durch einen Sieg über seinen Landsmann Devon Alexander den Gürtel der WBO um die Trophäe des WBC ergänzt hat. Während für den Champion aus Nordengland 24 gewonnene Auftritte und eine Niederlage zu Buche stehen, kann der frisch gekürte Doppelweltmeister auf die makellose Bilanz von 27 Erfolgen zurückblicken.

Nun wollen Amir Khan und Timothy Bradley die Frage, wer von beiden die Gewichtsklasse anführe, praktischerweise im Ring einer Klärung zuführen. Sie haben sich auf einen Kampf am 23. Juli geeinigt, der in Las Vegas oder Los Angeles ausgetragen werden könnte. Voraussetzung ist allerdings, daß der Brite bei seiner zwischenzeitlichen Titelverteidigung am 16. April nicht über Paul McCloskey stolpert, was aber als recht unwahrscheinlich eingestuft wird. Die aktuellen Pläne sehen die Übertragung des Duells zwischen Kahn und Bradley in der Sendereihe "Boxing After Dark" bei HBO, nicht jedoch als Pay per View vor. Dieses reduzierte Interesse in den USA dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, daß Bradleys Titelvereinigung mit Alexander die hochgesteckten Erwartungen nicht zu erfüllen vermochte.

11. März 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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