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MELDUNG/422: Lucian Bute bleibt IBF-Champion im Supermittelgewicht (SB)



Zäher Nordire Brian Magee unterliegt in der zehnten Runde

Lucian Bute bleibt IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht. Der in Kanada lebende Rumäne besiegte in Montreal den amtierenden Europameister Brian Magee aus Nordirland durch technischen K.o. in der zehnten Runde. Während der 31 Jahre alte Champion damit weiter ungeschlagen bleibt und nun 28 Siege sowie sieben erfolgreiche Titelverteidigungen vorzuweisen hat, stehen für den unterlegenen Herausforderer 34 gewonnene und vier verlorene Auftritte sowie ein Unentschieden zu Buche.

Die Kontrahenten begannen vorsichtig, um sich aufeinander einzustellen. Der in der Rechtsauslage boxende Nordire suchte den Infight und landete in der dritten Runde einen Treffer, der leichte Wirkung bei Bute hinterließ. Dieser revanchierte sich im folgenden Durchgang mit seiner gefährlichsten Waffe und brachte einen Uppercut ins Ziel, der Magee jedoch nicht aus der Bahn warf. Nach und nach gewann der Weltmeister zur Freude des Publikums die Oberhand und erzielte in Runde sechs mit einem Körpertreffer den ersten Niederschlag.

Der Herausforderer stürzte sich umgehend wieder ins Gefecht, doch mußte er in der nächsten Runde nach einem weiteren Körpertreffer erneut zu Boden gehen. Zwar hatte der Ringrichter einen Tiefschlag gesehen und ließ den Niederschlag aus der Wertung nehmen, doch setzte Bute in der Folge so energisch nach, daß Magee wiederum Bekanntschaft mit den Brettern machte. Es spricht für die enormen Nehmerqualitäten des Nordiren, daß er dennoch zwei weitere Runden überstand, bis er nach einem Uppercut im zehnten Durchgang endlich aus dem Kampf genommen wurde.

Damit hatte Bute in seiner siebten Titelverteidigung den sechsten vorzeitigen Sieg erzielt, was seine überragende Verfassung unterstreicht. Im anschließenden Interview dankte er dem übertragenden Sender Showtime und lobte Magee als guten und zähen Kämpfer. Er habe nach der vierten Runde gemerkt, daß die Körpertreffer funktionierten, zu denen ihn sein Trainer aufgefordert habe. Sobald Mikkel Kessler fit sei, werde er mit ihm in den Ring steigen. Er fürchte keinen Gegner und hoffe, eines Tages in Las Vegas oder im Madison Square Garden aufzutreten.

Kessler, der mit Promoter Kalle Sauerland nach Montreal gereist war, um seinen mutmaßlichen Gegner vor Ort zu studieren, kommentierte den Kampf für Showtime. Der Däne fand lobende Worte für die Leistung des Siegers. Bute sei ein starker Mann, gegen den er gern antreten würde. Er selbst werde in Kürze mit dem Sparring beginnen und hoffentlich bald wieder ganz fit und bereit sein: "Wenn man hier so nahe am Geschehen sitzt, möchte man sofort wieder in den Ring steigen."

Mikkel Kessler mußte sich im August letzten Jahres wegen einer Augenverletzung aus dem Super-Six-Turnier zurückziehen, nachdem er zuvor dem Briten Carl Froch in einem dramatischen Kampf den WBC-Titel abgenommen hatte. Der Verband bedachte ihn daraufhin mit dem Status des "Champion Emeritus", dem das Vorrecht eingeräumt wird, bei seiner Rückkehr den amtierenden Weltmeister herauszufordern. Der Däne wird voraussichtlich im Juni seinen nächsten Auftritt bestreiten und sich im Falle der angestrebten Einigung mit Bute gegen Ende des Jahres mit dem Rumänen messen.

Der Sieger des Super-Six-Turniers wird im Frühsommer ermittelt und die Titel der Verbände WBA und WBC besitzen. Eigentlich hatte Kessler gehofft, gegen ihn antreten zu können, doch sagte Showtime unterdessen auch Lucian Bute dieses Vorrecht zu. Daraus resultierte das Vorhaben des Dänen und seines Promoters Sauerland, sich mit dem Rumänen zu messen, um klare Verhältnisse herzustellen.


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Guillermo Rigondeaux macht kurzen Prozeß

Die Befürchtung, der irische Lokalmatador Willie Casey könnte sich mit der Herausforderung Guillermo Rigondeauxs übernommen haben, bestätigte sich in Dublin bereits in der ersten Runde. Zur Enttäuschung der Zuschauer im City West Hotel war der Europameister im Superbantamgewicht dem Interimsweltmeister der WBA nicht gewachsen, der frühzeitig sein überragendes Können unter Beweis stellte. Von Beginn an war Casey bestrebt, offensiv zu Werke zu gehen und den Kubaner unter Druck zu setzen, womit er jedoch dem exzellenten Konterboxer Rigondeaux in die Hände spielte.

Der zweimalige Olympiasieger und mehrfache Amateurweltmeister ist auch im Profilager brillant, was Casey beim Schlagabtausch umgehend zu spüren bekam. Der Europameister ging zu Boden und wurde angezählt, worauf er jedoch wieder auf die Beine kam. Sofort setzte der Kubaner mit einer Kombination nach, die den Iren wiederum niederstreckte, der nun schwer angeschlagen war. Der Kampf wurde noch einmal freigegeben, worauf Casey zum dritten Mal auf die Bretter ging und der Ringrichter auf Abbruch entschied.

21. März 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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