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MELDUNG/429: Yuriorkis Gamboa läßt Jorge Solis keine Chance (SB)



WBA-Champion im Federgewicht gewinnt in der vierten Runde

Yuriorkis Gamboa hat den Titel der WBA im Federgewicht erfolgreich verteidigt. Vor knapp 3.000 Zuschauern in der ausverkauften Boardwalk Hall von Atlantic City besiegte er Jorge Solis aus Mexiko durch technischen K.o. in der vierten Runde. Damit blieb der Kubaner auch in seinem 20. Profikampf ungeschlagen und untermauerte seinen Führungsanspruch in dieser Gewichtsklasse. Gamboa war bislang auch Champion der IBF, doch erkannte ihm dieser Verband den Titel ab, nachdem er dem zweiten Wiegen ferngeblieben war.

Die zweite Runde hatte gerade begonnen, als Jorge Solis von einem linken Haken getroffen erstmals zu Boden ging. Bald darauf wurde der Mexikaner erneut angezählt, nachdem er sich im Abdrehen einen Treffer am Hinterkopf eingefangen hatte. Kurz vor Ende des dritten Durchgangs schickte Gamboa seinen Gegner mit der Linken wiederum auf die Bretter, worauf der Herausforderer nur mit größter Mühe auf die Beine kam und sich in die Pause rettete. Das vorzeitige Ende konnte Solis jedoch nicht mehr abwenden, da er dem Kubaner in dieser Phase nichts entgegenzusetzen hatte. Gleich zu Anfang des vierten Durchgangs mußte er zum vierten Mal zu Boden gehen, worauf seine Betreuer das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe werfen wollten. Der Mexikaner zeigte seiner Ecke jedoch an, nicht einzugreifen, womit er sich freilich keinen Gefallen tat. Gamboa stellte ihn in den Seilen und erzielte mit einer Trefferserie den fünften Niederschlag, worauf der Ringrichter einschritt und den Kampf abbrach.

Der Erfolg des Kubaners war um so eindrucksvoller, als Solis zuvor nur einmal vorzeitig verloren hatte und das gegen keinen Geringeren als Manny Pacquiao. Gamboa nahm in der anschließenden Pressekonferenz Bezug auf den Philippiner und sprach von dem Ansporn, Solis noch schneller zu besiegen als dieser. Wie der Kubaner unterstrich, wolle er mit jedem Ringauftritt beweisen, daß er der beste Boxer der Welt sei. Mache ihm jemand diesen Anspruch streitig, brauche er nur mit ihm in den Ring zu steigen. Er wolle die großen Kämpfe, wobei ihm die Namen seiner Gegner gleichgültig seien.

Aufmerksamer Beobachter am Ring war WBO-Weltmeister Juan Manuel Lopez, der als wichtigster Konkurrent Gamboas im Streit um die Vorherrschaft im Leichtgewicht gilt. Inzwischen scheinen beide Boxer bereit für dieses Duell zu sein. Wie Lopez im Interview mit dem Sender HBO unterstrich, seien er und Gamboa die besten Kämpfer in dieser Gewichtsklasse und müßten nun im Ring aufeinandertreffen. An Ort und Stelle gab auch der Kubaner seine Zusage. Nach Lopez' bereits vereinbartem Kampf gegen Salido werde man zur Tat schreiten.


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Carl Froch Anfang Juni gegen Glen Johnson

Im Halbfinale des Super-Six-Turniers trifft Arthur Abraham am 21. Mai auf WBA-Weltmeister Andre Ward, während es der britische WBC-Champion Carl Froch mit Glen Johnson zu tun bekommt. Ursprünglich sollten die beiden Kämpfe im Abstand von einer Woche ausgetragen werden, doch einigten sich der übertragende Sender Showtime, die Promoter und die Betreiber der Boardwalk City Hall in Atlantic City schließlich auf den 4. Juni, der für alle Beteiligten das günstigere Datum ist.

Carl Froch, der 27 Kämpfe gewonnen und nur einen gegen den Dänen Mikkel Kessler verloren hat, gilt als Favorit im Duell mit dem Veteranen Glen Johnson, für den 51 gewonnene, vierzehn verlorene sowie zwei unentschieden beendete Auftritte zu Buche stehen. Der Brite hat erst zwei Kämpfe in den USA ausgetragen, wo er zuletzt im April 2009 seinen Titel erfolgreich gegen den früheren Mittelgewichtsweltmeister Jermain Taylor verteidigen konnte. Im laufenden Turnier der Supermittelgewichtler besiegte er zunächst den US-Amerikaner Andre Dirrell knapp nach Punkten, unterlag dann dem mittlerweile aus dem Turnier ausgestiegenen Mikkel Kessler und gewann schließlich gegen Arthur Abraham.

Glen Johnson stieg nachträglich ins Turnier ein und sicherte sich mit einem vorzeitigen Sieg gegen Allan Green aus den USA den Einzug ins Halbfinale. Der gebürtige Jamaikaner hofft, in seiner Wahlheimat auf die Unterstützung des Publikums zählen zu können. Wenngleich Frochs britische Fans bekanntlich sehr reisefreudig seien, sei er selbst in den USA sicherlich der bekanntere Name. Für Stimmung sei bei diesem Kampf jedenfalls gesorgt.

28. März 2011



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