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MELDUNG/436: Hart erkämpfter Arbeitssieg Marco Hucks gegen Ran Nakash (SB)



Israelischer Herausforderer ließ bis zuletzt nicht locker

Marco Huck hat den Titel der WBO im Cruisergewicht erfolgreich verteidigt. Der 26 Jahre alte Weltmeister aus dem Sauerland-Boxstall besiegte im Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen den Israeli Ran Nakash einstimmig nach Punkten (118:110, 118:110, 116:112). Die 5.300 Zuschauer sahen einen Champion, der zunächst beträchtliche Probleme mit dem 32jährigen Herausforderer hatte und später eine enorme kämpferische Leistung aufbieten mußte, um die Oberhand zu behalten.

Nakash überbrückte trotz seiner geringeren Reichweite mit schnell vorgetragenen Angriffen die Distanz und legte ein hohes Tempo vor, so daß Huck diverse Treffer einstecken mußte. Von der dritten Runde an fand der Titelverteidiger besser in den Kampf, kombinierte flüssiger und sorgte insbesondere mit seinem rechten Aufwärtshaken für Gefahr. Der Israeli bot ihm jedoch energisch Paroli und suchte den Infight. Wenngleich sein Gesicht deutlich gezeichnet war, ließ er bis zuletzt nicht locker. Huck hatte seine stärksten Szenen, wenn er nicht nur mit der Brechstange zum Zuge zu kommen versuchte, sondern mit schnellen Kombinationen aufwartete. Der Sieg des Weltmeisters war verdient, doch insgesamt längst nicht souverän, wie es mancher angesichts eines Herausforderers, der kurzfristig als Ersatz für den verletzungsbedingt ausgefallenen Italiener Fragomeni verpflichtet worden war, erwartet haben dürfte.

"Jeder konnte sehen, daß er den Titel mit nach Hause nehmen wollte und dafür bis zur letzten Sekunde alles gegeben hat", zollte Huck seinem Gegner Respekt. "Die Aufwärtshaken haben immer gut geklappt, aber ich mußte bis zum Ende auf seinen Kopf und auf die Schwinger aufpassen." Trainer Ulli Wegner sprach von der "Schlacht im Teutoburger Wald" und wenn er seinen Schützling auch während des Kampfs phasenweise gelobt hatte, vergaß er nicht hinzuzufügen, daß Marco weiter an seiner boxerischen Linie arbeiten müsse.

Ran Nakash zeigte sich enttäuscht, nachdem er so lange auf einen Titelkampf gewartet habe. Vielleicht klappe es ja beim nächsten Mal. Marco Huck sei ein starker Kerl, aber kein großer Boxer, befand der unterlegene Herausforderer. Sein Manager Don Elbaum bilanzierte anerkennend, er habe noch nie so viele harte Aufwärtshaken in einem Kampf gesehen. Daher sei Huck verdientermaßen Weltmeister geblieben. Ran Nakash habe jedoch eine hochklassige Leistung gezeigt und werde sich sicher wieder nach oben arbeiten. Er hoffe sehr, eine zweite Chance gegen den Deutschen zu bekommen. Aus Sicht Promoter Wilfried Sauerland steht im nächsten Schritt das geplanter Super-Six-Turnier im Cruisergewicht an, bei dem es seinen Angaben zufolge einige Titelvereinigungskämpfe geben könnte.


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Robert Helenius besiegt Samuel Peter vorzeitig

In einem Kampf des Schwergewichts glänzte der Skandinavier Robert Helenius in Halle gegen Samuel Peter, der sich in der neunten Runde durch technischen K.o. geschlagen geben mußte. Der 27 Jahre alte Helenius hat nun schon 15 Kämpfe gewonnen, zehn von ihnen vorzeitig beendet und dabei mehr als einen Gegner bezwungen, der ihm wie der frühere WBC-Weltmeister Peter an Erfahrung und bedeutenden Erfolgen überlegen war.

Der gebürtige Nigerianer hielt den Kampf lange offen, feuerte seine gefährlichen Schwinger ab und versetzte Helenius vor allem in der ersten Hälfte ihres Duells etliche wuchtige Schläge. Auf Dauer zahlte sich jedoch die bessere körperliche Verfassung des Skandinaviers aus. In der neunten Runde ging Peter nach einem linken Haken zum Kopf zu Boden und wurde angezählt. Kurz darauf führte Helenius mit einem klassischen Treffer am Kinn seines Gegners die endgültige Entscheidung herbei und darf sich nun Intercontinentalmeister der Verbände WBA und WBO im Schwergewicht nennen.

Robert Helenius räumte im anschließenden Interview ein, in den ersten Runden nicht so gut wie erhofft geboxt zu haben. Es habe einige Zeit gedauert, bis er sein Selbstvertrauen gefunden habe, und die Explosivität sei erst in der neunten Runde gekommen. Das nächste große Ziel des Skandinaviers liegt auf der Hand: Er will Weltmeister im Schwergewicht werden.

Wie Samuel Peter nach seiner Niederlage berichtete, sei das ein Schock gewesen, von dem er sich nur langsam erhole. Nicht die Größe seines Gegners habe den Ausschlag gegeben, sondern zwei Volltreffer, die man nicht kommen sah. Der Finne werde seinen Weg weit nach oben machen.

4. April 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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