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MELDUNG/440: Stieglitz und Gevor überbieten einander in Zuversicht (SB)



WBO-Champion verteidigt morgen seinen Titel im Mittelgewicht

Morgen verteidigt Lokalmatador Robert Stieglitz den Titel des WBO-Champions im Mittelgewicht in der Magdeburger Bördelandhalle gegen Khoren Gevor. Das ursprünglich geplante erste Duell zweier deutscher Weltmeister in dieser Gewichtsklasse mußte wegen eines im Training erlittenen Kreuzbandrisses Dimitri Sartisons kurzfristig abgesagt werden. Da Gevor einen Ausscheidungskampf der WBA gegen Europameister Matthew Macklin bestreiten sollte, stand er voll in der Vorbereitung. Der Brite hatte kurz zuvor einen Rückzieher gemacht, da ihm ein Angebot des WBA-Superchampions Felix Sturm vorliegt.

Der 29 Jahre alte Stieglitz aus dem Boxstall SES legte im Vorfeld seines Auftritts unerschütterliche Zuversicht an den Tag und erklärte, er sei der Weltmeister und werde es auch bleiben. Er wolle Khoren Gevor dessen Grenzen aufzeigen und könne ihn mit seiner Schlagkraft vernichten. Auf jeden Fall sei mit einem spektakulären Kampf zu rechnen, in dem er sich jedoch überhaupt keine Sorgen um seinen Gürtel mache.

Der 32jährige Herausforderer hat im Laufe seiner Karriere bereits dreimal gegen amtierende Weltmeister gekämpft, aber gegen Arthur Abraham, Felix Sturm und Dimitri Sartison jeweils eine Niederlage bezogen. Wie er unterstrich, werde er im vierten Anlauf seine Chance nutzen und sich den Titel holen. Er sei besser als Abraham, besser als Sturm und besser als Stieglitz. Für die nächsten Tage könne er dem Magdeburger noch ein paar Schlaftabletten spendieren, da er sie brauchen werde. Seinem Landsmann Abraham unterlag der gebürtige Armenier durch Knockout, im Duell mit Sturm zog er knapp nach Punkten den kürzeren.

Gevor, der früher bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag gestanden hat, lehnte vor wenigen Tagen das Magdeburger Kampfgericht ab, wobei er namentlich mit den Punktrichtern Manfred Küchler aus Deutschland und André van Grootenbruel aus Belgien nicht einverstanden war. Wie sein Hamburger Manager Peter Schulze zur Begründung anführte, wolle man niemandem etwas unterstellen. Im Sinne eines fairen und ehrlichen Sports sollten jedoch bei den Auftritten von Robert Stieglitz nicht immer dieselben Punktrichter am Ring sitzen.

Dessen Manager Ulf Steinforth, der auch den Boxabend veranstaltet, wies diesen Einwand mit dem Hinweis zurück, das Kampfgericht sei bereits vor dem ursprünglich geplanten Kampf gegen Dimitri Sartison bestimmt worden, als von Khoren Gevor noch gar nicht die Rede war.

Neben dem Hauptkampf überträgt Sat.1 in seiner Sendung "ran Boxen" auch die Höhepunkte der Auftritte Jack Culcays und Ramona Kühnes. Axel Schulz, der die Veranstaltung als Experte für den Sender begleitet, bezeichnete die Umstellung auf einen neuen Gegner als die größte Herausforderung für Stieglitz, da dies in der kurzen Zeit außerordentlich schwierig sei. Davon abgesehen habe Gevor seine Qualitäten schon unter Beweis gestellt und lasse sich nicht so leicht besiegen. Der Titelverteidiger mache jedoch einen sehr guten Eindruck, und so könne seine körperliche Verfassung der entscheidende Faktor in diesem Kampf werden. Stieglitz sei klarer Favorit und werde nach Punkten gewinnen, legte sich der ehemalige Schwergewichtler auf eine klare Prognose fest.

Robert Stieglitz hat seinen Titel zuletzt am 20. November 2010 gegen den Mexikaner Enrique Ornelas erfolgreich verteidigt und damit seine Bilanz auf 39 Siege bei zwei Niederlagen verbessert. Herausforderer Khoren Gevor, der seit mehr als fünf Jahren in der Weltspitze des Mittelgewichts boxt, hat 31 Auftritte gewonnen und vier verloren.

8. April 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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